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Luna ist eine neun Monate alte Dackel-Labrador-Mischlingshündin. Ihr Halter Thomas Wehner wünscht sich für sie und ihre Artgenossen eine eingezäunte Hundewiese.

Nordend: Petition

Luna und Herrchen sammeln Unterschriften

  • vonSabine Schramek
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Petition für eine Hunde-Spielwiese. Schon knapp 130 Halter haben unterzeichnet.

Luna ist freundlich, gesellig und neugierig. Die neun Monate alte Dackel-Labrador-Mischlingshündin mit Schlappohren und kurzem schwarz-braunem Fell, die von Tierschützern in Griechenland gerettet wurde, ist seit drei Monaten "das dritte Kind" von Thomas Wehner (54). "So, wie man Menschen trifft, wollen sich auch Hunde treffen, beschnuppern und kennenlernen", sagt er. Beim Gassigehen hat er im Grüneburgpark das abgesperrte Hundeareal entdeckt und ist begeistert. "So etwas braucht das Nordend auch."

Wehner hat sich mit Nachbarn unterhalten und anderen Hundebesitzern und ist sofort auf Zustimmung gestoßen. "Mit Leine kann man kaum üben, dass der Hund auf Rückruf reagiert, Hunde müssen auch mal rennen können und frei sein. Wer sich nicht an die Leinenpflicht hält, wird abkassiert mit bis zu knapp 150 Euro."

Um das eine mit dem anderen sinnvoll für alle zu kombinieren, hat Wehner mit Luna an der Leine die Gegend erkundet. Hund und Herrchen haben schon zwei "tote Orte" gefunden, die als Hundewiese eingezäunt werden könnten, ohne Radler, Fußgänger, Jogger und andere Hundehalter zu stören oder in Gefahr zu bringen.

Standort im Anlagenring

"Im Anlagenring hätte ich Ideen, wo Hunde ungestört spielen könnten", so Wehner euphorisch. Hunde, die nur an der Leine Gassi gehen, seien eher unausgeglichen, und durch die Leine käme "es auch zwischen Hunden zu Kommunikationsstörungen". Mit Hunden sei es wie mit Kindern. Die Erfahrung hat der Senior Manager einer Unternehmenskooperation. Seine Tochter ist 13, sein Sohn 15 Jahre alt. "Die drei gehen durch dick und dünn", erzählt er stolz. Als die Kinder klein waren, durften sie auch auf Spielplätzen toben. "Ohne Autos, ohne Spaziergänger und ohne Radler. Trotzdem konnte man ihnen von außen zuschauen und sich einfach freuen." Das wünscht er sich auch für vierbeinige Gefährten.

Auch für ältere Menschen sieht er einen Vorteil. "Wer keinen eigenen Hund hat, kann zuschauen, wie andere spielen, und wer einen großen Hund hat, muss nicht fürchten, dass der Hund zu stark an der Leine zieht." Kinder könnten gefahrlos und aus sicherer Entfernung das spielerische Verhalten von Hunden erleben und ihnen so nähergebracht werden. Hundebesitzer könnten das Areal nutzen, um Rückruf zu üben und um sich "über alles zum Thema Hund auszutauschen".

So haben nach Wehners Meinung alle nur Vorteile: "Entspannte Tiere, die mit anderen gut auskommen, Menschen, die entlastet werden, und das greifbare Tiererlebnis aus der Nähe für Groß und Klein." Wehner liebt Frankfurt und speziell das Nordend. "Das Einzige, was Luna, den Kindern, meiner Frau und mir fehlt, ist eine eingezäunte Hundespielwiese im Viertel." Er hat zum ersten Mal eine Petition gestartet und ist völlig überrascht, wie gut sie ankommt. In wenigen Tagen hat er bereits 128 Stimmen gesammelt, und es werden ständig mehr. Er hat offenbar den Nerv der Zeit für Hundehalter in der Stadt getroffen. "Es ist ein kleiner Schritt für die Europastadt Frankfurt und ein großer wichtiger Schritt für die Hunde, um die Beziehung zwischen Mensch-Hund, Hund-Hund und auch Mensch-Mensch zu verbessern", sagt er und hofft, dass seine Petition noch weiteren Anklang findet, um sie dann im Neuen Jahr dem Ortsbeirat vorzulegen.

Wer seine Stimme für Wehners Hundewiesen-Vorschlag geben und ihn dabei unterstützen möchte, dass auch im Nordend Hunde sicher spielen können, kann das im Internet tun unter https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-hundewiesen-eingezaeunt-im-frankfurter-nordend .

SABINE SCHRAMEK

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