Einen "Smiley" sprühen Mohamed Kaddouri vom Jugendhaus und Stadtteilbotschafterin Yasmine Ikradine auf die Wiese. Foto: Maik Reuß
+
Einen "Smiley" sprühen Mohamed Kaddouri vom Jugendhaus und Stadtteilbotschafterin Yasmine Ikradine auf die Wiese.

Nied: Smileys auf dem Rasen

"Mach es zu Deinem Park"

  • Holger Vonhof
    vonHolger Vonhof
    schließen

Anwohner sollen Stadtplanern ihre Anregungen übermitteln

"Mach es zu Deinem Park" klingt ein bisschen wie "Mach es zu Deinem Projekt", dem Werbespruch einer Baumarkt-Kette. Doch man will die Menschen zum Mitmachen bewegen: Unter diesem Motto wirbt seit Samstag eine Kunstaktion in der Siedlung Nied-Süd für den Auftakt der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung der dortigen Grünflächen zwischen Nieder Kirchweg, B 40 und Fridtjof-Nansen-Schule. Dafür wurden Sprechblasen, Symbole und mögliche neue Wegeverbindungen auf den Rasen gesprüht - mit umweltfreundlicher Farbe. Mit dieser Aktion wollen das Stadtteilmanagement - beteiligt sind daran das Stadtplanungsamt, die "Projektstadt" der Nassauischen Heimstätte und der Caritasverband - erreichen, dass über die Rasenflächen nachgedacht wird, die die Initiatoren als "Park" bezeichnen und die doch derzeit mit einer Graffiti beschmierten Lärmschutzwand und Trampelpfaden eher unansehnlich sind.

Doch der Spielplatz in der Alzeyer Straße ist ein Treffpunkt fürs Viertel. Aus den Töpfen des Förderprogramms "Soziale Stadt Nied" werden nun Schönheits-OPs für die Grünanlage bezahlt. Damit nicht an den Menschen im Viertel vorbei geplant wird, sollen sie sich beteiligen. Die Spray-Aktion soll neugierig machen; schriftliche Infos finden die Anwohner in ihren Briefkästen.

Auf einer Karte können sie einzeichnen, wo es hakt: Wo fühlt man sich eher unsicher, wo fehlt ein Weg? Was könnte den Freizeitnutzen der Grünanlage aufpeppen? Etwas zu gewinnen gibt es auch. Dafür müssen die Fragebögen im Stadtteilbüro in Alt-Nied 13 abgegeben werden. Wer möchte, kann den Bogen auch abfotografieren und per E-Mail einsenden oder in eine Box werfen, die im Nahkauf-Markt in der Dürkheimer Straße 40 steht - bis spätestens Sonntag, 23. Mai.

Eingebettet war die Spray-Aktion am Samstag in den "Tag der Städtebauförderung", mit dem bundesweit um eine aktive Bürgerbeteiligung geworben wird. Denn die "Soziale Stadt Nied" ist Teil eines bundesweiten Förderungsprogramms, mit dem der Zusammenhalt und damit die Lebensqualität in bestimmten Stadtteilen oder Vierteln mit sozialen und städtebaulichen Projekten verbessert werden soll. Im Frankfurter Westen sind derzeit Nied, Griesheim und Sossenheim Teil dieses Programms, das aus Bundes- und Landesmitteln finanziert sowie in Frankfurt auch von der Stadt unterstützt wird. Grundlegend ist jeweils ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (Istek). Für Nied hat das Stadtplanungsamt den Caritasverband Frankfurt mit dem Quartiersmanagement und die "Projektstadt", eine Firma der Nassauischen Heimstätten, mit der Projektsteuerung sowie der Erarbeitung des Istek beauftragt. Die Verschönerung der Anlagen in Nied-Süd sind im Dezember 2020 vom Land bewilligt worden. Im Herbst wird als erster Schritt vor der eigentlichen Neugestaltung eine Calisthenics-Anlage installiert, also Trimm-dich-Geräte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare