Lang, lang ist's her, dass die Alte Oper so festlich illuminiert war für den Deutschen Sportpresseball. Das Foto entstand bei der vorerst letzten Auflage im November 2019. Nach einem Jahr Pandemie-Pause stehen die Zeichen zurzeit gut für diesen Herbst.
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Lang, lang ist's her, dass die Alte Oper so festlich illuminiert war für den Deutschen Sportpresseball. Das Foto entstand bei der vorerst letzten Auflage im November 2019. Nach einem Jahr Pandemie-Pause stehen die Zeichen zurzeit gut für diesen Herbst.

Zeit nach Corona

Planung für Sportpresseball im Herbst startet: "Die Menschen dürsten nach Events"

  • VonEnrico Sauda
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Ob der Sportpresseball nach einem Jahr-Pandemie-Pause wieder stattfinden kann, steht noch nicht fest. Sein Macher Jörg Müller erklärt im Interview, worauf es ankommt.

Gute Nachrichten: Nachdem im vergangenen Jahr der Sportpresseball aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, sieht es in diesem Jahr gut aus für das große, glamouröse Ereignis am Samstag, 6. November, in der Alten Oper Frankfurt. Enrico Sauda sprach mit Ballmacher Jörg Müller von der Agentur Metropress, die das Großereignis seit vielen Jahren auf die Beine stellt, über Veränderungen, Voraussetzungen und Vorfreude.

Herr Müller, wie groß ist der Stein, der Ihnen vom Herzen fällt, dass der Sportpresseball doch stattfinden kann?

Moment, Moment. Ob er stattfindet, das weiß ich noch nicht, das kann ich heute noch nicht sagen.

Was können Sie dann sagen?

Ich kann sagen, dass wir am 1. Juni die Vorbereitungen für die Realisierung des Deutschen Sportpresseballs aufgenommen haben. Ob es im November möglich sein wird, das weiß jetzt noch niemand.

Warum machen Sie sich dann die Arbeit?

Ich muss schon dafür Sorge tragen, dass er stattfinden kann, wenn die Corona-Inzidenzen und Impf-Quoten das hergeben. Und es bleibt dabei: Oberstes Gebot ist Safety First. Und deshalb haben wir im April einen medizinischen Beirat gegründet. An dessen Spitze steht der Internist und Kardiologe Marco Campo dell'Orto aus Bad Nauheim. Im Mai haben wir alle Eventualitäten durchgespielt und kamen zu dem Ergebnis, dass es aus unserer Sicht momentan zumindest realistisch scheint, dass der Deutsche Sportpresseball stattfinden kann, aber nur stattfinden wird, mit Menschen, die den doppelten Impfschutz haben. So, wie die Zahlen jetzt sind, gehe ich aktuell davon aus, dass der Sportpresseball in der Form stattfinden kann.

Was bedeutet „in der Form“?

Wir planen aktuell, dass nur Dinnergäste zum Event zugelassen werden können.

Also keine Flaniergäste?

Stand jetzt: Ja, keine Flaniergäste.

Wie viele Ballbesucher erwarten Sie?

Wir rechnen mit 1200 Gästen. Wir haben aus dem Vorjahr bereits 400 Kartenvorbestellungen. So sind noch 800 übrig. Abzüglich der Tickets für die etwa 250 Ehrengäste. Aber die Zahl werden wir wohl noch etwas reduzieren.

Jörg Müller, der Macher des Sportpresseballs.

Obwohl es sportlich gesehen ein Jahr der Höhepunkte ist? Mit Olympia, Fußballeuropameisterschaft und jetzt noch der Aussicht auf die erste Medaille für das Deutsche Eishockey-Team seit 68 Jahren bei der Weltmeisterschaft sowie dem Final-Einzug der U21-Nationalmannschaft bei deren Fußball-Europameisterschaft.

Und all diese vielen Höhepunkte werden wir natürlich in gewohnter Manier Revue passieren lassen.

Haben Sie schon eine Überschrift für den Sportpresseball?

Nein. Denn wir müssen erst einmal unsere Mannschaft zusammenbringen, die sich in Kurzarbeit befindet. Das wird auch nur nach und nach möglich sein. Aber bis zum 15. Juli wollen wir das Programm und die Möglichkeiten der Umsetzung unter pandemischen Gesichtspunkten vorstellen.

Sind Sie erleichtert?

Wir müssen das in seiner Gesamtheit sehen. Wir haben nicht nur den Sportpresseball zu verantworten und zu realisieren, sondern wir sind als älteste inhabergeführte Kommunikationsagentur in Deutschland auch für andere Projekte verantwortlich. Diese haben uns in der Corona-Zeit über Wasser gehalten. Der Deutsche Sportpresseball ist ein herausragendes Projekt, aber auch sehr arbeits- und kostenintensiv. Von der wirtschaftlichen Seite her gesehen ist der Stein, der uns vom Herzen fällt, also gar nicht so groß. Aber ich glaube, dass wir eine Gesamtverantwortung haben, denn nicht nur in Frankfurt sind zahlreiche gesellschaftliche Topereignisse weggebrochen, so dass die Menschen verständlicherweise nach solchen Events dürsten, um wieder in den persönlichen Dialog zu treten, um zu feiern und neue Menschen kennenzulernen. Weg vom digitalen Networking, hin zu persönlichen Begegnungen.

Seit wenigen Tagen laufen die Vorbereitungen. Wie weit sind Sie denn?

Wir bewerten das Pandemiegeschehen permanent und überdenken die Lage ständig, dabei sind die logistischen und organisatorischen Herausforderungen sehr groß, denn allen Gäste wollen wir die gleiche Sicherheit zukommen lassen. Das bedeutet, wir müssen auch alle Gäste überprüfen. Es wird sich in den nächsten Monaten herausstellen, wie und ob das möglich ist und ob wir, entgegen unserer jetzigen Planung, dann vielleicht doch Flaniergäste zulassen können, die wir dann ebenfalls kontrollieren müssten.

Lohnt sich das alles denn überhaupt?

Wirtschaftlich wird das sicher kein herausragender Sportpresseball. Aber das liegt daran, dass unsere Ansprüche an den Ball nicht geringer sein werden als vor der Pandemie.

Sondern?

Wenn wir den Sportpresseball durchführen, dann möchte ich auch an dem Niveau anknüpfen, das wir vor Corona hatten. Und eins steht auch fest: Es wird kein Maskenball.

Apropos Niveau: Sind Sie schon mit Stargästen im Gespräch?

Zum Programm möchte ich jetzt noch nichts sagen. Selbstverständlich aber haben wir die Anfragen bei unseren Lieblingskandidaten schon gestellt. Vor allem bei dem, der die Eröffnungsshow begleiten wird.

Und? Wie sieht's da aus?

Sehr gut. Und ein Preisträger steht bereits fest.

Welcher?

Christian Seifert von der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Wir hatten ihn vergangenes Jahr schon mit dem Pegasos-Preis ausgezeichnet für seine Verdienste um den deutschen Sport. Weil er Ende des Jahres bei der DFL aufhört, wird dies wohl sein letzter öffentlicher Auftritt als DFL-Geschäftsführer werden. Deshalb wäre es schön, wenn die DFL ausnahmsweise mal das Topspiel Bayern München gegen Borussia Dortmund nicht auf den 6. November legen würde.

Gäste tanzten beim Deutschen Sportpresseball in der Alten Oper zu den Klängen der Bigband der Bundeswehr. (Archivfoto)

Wenn sie bei der DFL das Interview lesen, werden sie das Spiel sicher verlegen.

Wir haben auch schon einen entsprechenden Brief verschickt, so dass Christian Seifert auch die Bühne bekommt, die er verdient hat. Und vielleicht könnte die Eintracht als Europa-Cup-Teilnehmer ihr Spiel am Sonntag austragen.

Das sind ja gleich zwei Wünsche auf einmal. Wir drücken die Daumen. Wie sehr hat Corona Metropress getroffen?

Schon heftig, aber nicht ganz so stark wie reine Veranstaltungsagenturen, weil wir auch noch PR-Projekte hatten. Für mich war die Gesamtsituation viel schlimmer, weil ich nicht wusste, wie stark die Pandemie auf unser Leben oder unser Ableben einwirken würde. Die Gefahr gab und gibt es nach wie vor. Auch: Was passiert mit meiner Familie und meinen Lieben. Persönlich war es eine schwere und harte Zeit. Die Verunsicherung hat uns alle sehr stark betroffen, doch ich glaube, ein Ende ist in Sichtweite.

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