Max Coga hat ein Ziel: Den Weltmeister-Titel im Federgewicht.
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Max Coga hat ein Ziel: Den Weltmeister-Titel im Federgewicht.

Frankfurt: Leute

"Mad Max" will Weltmeister werden

  • vonEnrico Sauda
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Am Samstag kämpft der Boxer um die Krone im Federgewicht

Eier, Ingwer, Rote Beete und Kaffee. Max Cogasteht in seiner Küche. Gerade macht er Pause, will etwas essen. Denn er steckt mitten in den Vorbereitungen für einen großen Kampf. Am kommenden Samstag will der 31-Jährige um die Weltmeisterschaft im Federgewicht der Mixed Martial Arts (MMA) in Manchester kämpfen.

"Anfangs hatte ich einige Leute, die mich, auch was die Ernährung angeht, berieten. Aber das ist jetzt mein 30. Profikampf, da ist schon alles eingespielt - außerdem habe ich Teamkollegen, die sich gut auskennen", sagt der Kampfsportler, der sechs bis acht Wochen für die Vorbereitung veranschlagt hat. In dieser Zeit muss er bei einer Körpergröße von 1,75 Meter ein Kampfgewicht von 65,8 Kilogramm haben. Sein Normalgewicht liegt bei etwa 77 Kilogramm. "Das ist nicht ohne", sagt er und lächelt dabei schelmisch.

Max Coga freut sich. Obwohl dieser Fight unter komplett anderen Voraussetzungen durchgezogen wird, als sonst üblich. Die Pandemie habe alles weltweit viel schwieriger gemacht, als es ohnehin für die MMA-Kämpfer schon war. "Umso glücklicher bin ich, dass mir Cage-Warriors die Chance gibt, um den Titel im Federgewicht zu kämpfen", sagt Max Coga.

"Es ist sehr harter Sport. Aber er ist auch extrem vielseitig und komplex. Du kombinierst Stand-, Ring- und Bodenkampf miteinander. Es gibt so viele Möglichkeiten. Es ist ein sehr großer Aufwand, wenn du richtig gut werden willst", zählt Max Coga auf. "Der Wettkampf macht mir Spaß. Diese 15 Minuten Kampfzeit sind so intensiv."

Coga stammt aus der Dynastie der "Pik Dame". Sein Großvater gründete den legendären Nachtclub im Bahnhofsviertel, sein Vater übernahm ihn und so wie es aussieht, wird auch die dritte Generation nach seiner Kämpferkarriere dort einsteigen.

"Ich lebe gerne", sagt er - und im Käfig spürt er das Leben mit jeder Faser seines Körpers. "Wenn du gewinnst, ist es das beste Gefühl, das es gibt. Da kommt nichts ran", beschreibt Coga das, was für ihn den schmalen Grat zwischen absolutem Drama und totaler Euphorie darstellt. Er habe sich gefragt, wofür er lebe. "Nichts lässt mich mein Leben besser spüren als dieser Sport." In seiner Karriere hat er 22 Kämpfe für sich entschieden, sechs verloren und sich einmal unentschieden von seinem Kontrahenten getrennt. "Das ist schon eine starke Quote", findet Max Coga, der im Ring Mad Max heißt und mit der entsprechenden Musik in den Ring einläuft.

Früher habe er Rituale vor den Kämpfen gehabt. Aber inzwischen habe er sich davon befreit. "Ich glaube an mich. Wenn die Einstellung stimmt, ist alles andere vollkommen egal. Ich weiß, was ich will, das lasse ich mir nicht nehmen. Der Rest ist nicht wichtig." Eins ist aber auch klar, sagt Coga: "Ich will dem Gegner wehtun und ich möchte dafür sorgen, dass ich ihn so schnell wie möglich aus dem Ring bringe. Emotionen spielen da gar keine Rolle." Seinen Gegner, den Franzosen Morgan Charriere, hat der Frankfurter studiert. "Ich habe eine gewisse Grundaggression und einen Willen zu siegen - für diesen Sport brauchst du den sogenannten Killerinstinkt." Er will spektakuläre Kämpfe bieten. Gewänne er Samstag, wäre das der wichtigste Titel seiner Karriere.

"Außerhalb vom Sport will ich niemanden verletzen. Ich bin weit weg davon, dass ich diesen Sport mit auf die Straße nehmen möchte", betont Coga. Schließlich kämpfe er in Wettbewerben gegen die besten der Welt. Da reiche niemand, der auf der Straße Schlägereien sucht, ran.

Sein Wissen gibt Max Coga, der seit zehn Jahren den Sport betreibt, weiter, trainiert Kinder und Jugendliche.

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