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Marokko-Reise mit Hindernissen: Die beiden Frankfurter Lennard Volk (links) und Malcolm Unger warten darauf, endlich ausreisen zu dürfen.

Coronavirus

Zwei Männer aus Frankfurt wegen Coronavirus in Casablanca gestrandet

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Die marokkanischen Grenzen sind wegen dem Coronavirus geschlossen. Zwei junge Frankfurter warten in Marokko darauf, endlich wieder nach Hause zu können.

  • Zwei Männer aus Frankfurt sitzen auf Grund des Coronavirus zur Zeit in Casablanca fest
  • Marokko hat wegen dem Virus die Grenzen geschlossen
  • Die beiden warten auf ihren Evakuierungsflug nach Deutschland

Frankfurt -Das Gebot dieser Tage lautet: zu Hause bleiben. Was aber, wenn das nicht geht? Wenn man nicht zu Hause ist, sondern auf einer Reise von den schnellen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie überrascht wurde? Ein Szenario, welches in der momentanen Situation eine echte Horrorvorstellung für viele Deutsche ist - für Malcolm Unger aus Praunheim ist es die Realität. Der Architekturstudent ist 18 Jahre alt und hält sich derzeit in Marokko auf, genauer gesagt in einem Hotel in Casablanca. Seit dem 9. März sind er und sein Freund Lennard Volk in dem nordafrikanischen Land unterwegs. Geplant war eine Urlaubsreise bis Mittwoch, 18. März.

Coronavirus: Zwei Reisende aus Frankfurt in Casablanca gestrandet

Doch am 15. März wurden die internationalen Verkehrsverbindungen aus Marokko eingestellt, wie das Auswärtige Amt mitteilt. Auch Fährverbindungen nach Spanien und Frankreich sind ausgesetzt, von den marokkanischen Flughäfen mehren sich Berichte über gestrandete Urlauber.

Auch Malcolm und Lennard wurden von den geschlossenen Grenzen überrascht. "Zu unserer Anreisezeit hatte Marokko weniger Infektionen als Deutschland. Wir waren uns bewusst, dass es zu Problemen kommen könnte. Allerdings hatten wir mit mehr Kontrollen gerechnet, nicht mit der Abriegelung ganzer Länder."

Wie und wann es nun für die beiden Frankfurter zurückgeht, ist unsicher. "Eigentlich ist die Lage relativ entspannt", schildert Malcolm die Situation vor Ort. "Man hat momentan nicht das Gefühl, dass die Menschen sehr beunruhigt sind. Teilweise finden sie eher, dass die Lage in den Medien überdramatisiert wird."

Trotz der Grenzschließung haben die Jungs an ihrer geplanten Reiseroute festgehalten - aus praktischen Gründen. "Als Marokko die Ausreise eingeschränkt hat, haben wir direkt nach Flugmöglichkeiten gesucht."

Zwei Männer aus Frankfurt sitzen in Casablanca fest: Marokko schließt Grenzen

Zu diesem Zeitpunkt hielten sich die beiden gerade in Essaouira auf, einer Hafenstadt mit rund 85.000 Einwohnern an der Atlantikküste. Die Recherche habe allerdings nicht viel gebracht.

"Die einzige Möglichkeit wäre eine Nacht- und Nebelaktion gewesen: Eine private Taxifahrt in die Großstädte Marrakesch oder Casablanca." Dort hätten sie keine sichere Unterkunft gehabt - von einem Rückflug ganz zu schweigen. Deswegen haben sie sich nach langem Überlegen dagegen entschieden und seien erst am Montag nach Casablanca gefahren - ins bereits reservierte Hotelzimmer. Hier sitzen Malcolm und Lennard nun wohl erst einmal fest, bis ein Rückflug organisiert ist.

Seit Dienstag gilt eine weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Außenminister Maas hat angekündigt, eine "Luftbrücke" einrichten zu wollen,um Deutsche aus dem Ausland wieder zurückzuholen. Bis zu 50 Millionen Euro würden dafür bereitgestellt werden. Zuerst wird diese Rückholaktion wohl in "besonders betroffenen Ländern" starten, zu denen neben der Dominikanischen Republik, Ägypten und den Philippinen auch Marokko zählt.

Bis es so weit ist, vertreiben sich Malcolm und Lennard die Zeit mit Lesen, Filmen, Spaziergängen oder Einkaufen. Ein Einheimischer, mit dem sie ins Gespräch gekommen sind, macht sich große Sorgen. "Er lebt vom Tourismus und ihn trifft die Situation natürlich besonders schwer. Seine Einnahmequellen fallen weg und die Preise für Lebensmittel steigen."

Ein paar Mal seien die Jungs auf der Straße angepöbelt worden. "Nicht weiter schlimm", so Malcolm. "Aber teilweise haben manche Leute etwas auf Arabisch zu uns gesagt, von dem wir nur ,Corona' verstanden haben."

Reisende aus Frankfurt sitzen wegen Coronavirus Casablanca fest: Planen zur Zeit unmöglich

Er hat das Gefühl, dass manche Marokkaner die Touristen als mitschuldig an der Situation betrachten, weil sie das Virus eingeschleppt hätten. Viele Leute seien aber auch sehr freundlich. Malcolm ist relativ entspannt - seine größte Angst ist, dass die Urlaubsreise für die beiden Jungs nun finanziell zur Kraftprobe wird. "Ich fühle mich keiner akuten Gefahr ausgesetzt, zumindest nicht mehr als in Deutschland." Außerdem stünden sie in Kontakt mit ihren Eltern und zählten als Jugendliche nicht zur Risikogruppe. 

Die Meldung über die Evakuierungsflüge stimmt sie positiv. "Planen ist eigentlich aufgrund der sich schnell ändernden Informationslage unmöglich. Das Auswärtige Amt hält einen allerdings zum jetzigen Zeitpunkt gut auf dem Laufenden. Auch das Konsulat in Rabat leistet meiner Meinung nach super Arbeit." Die beiden sind trotzdem froh, dass die Situation sich erst gegen Ende ihres Trips so drastisch verändert hat. "Nun lautet die Devise: Auf Empfang bleiben und Nachrichten checken."

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