"Es passt alles", sagt Peter Fackelmeyer. Eigentlich ist er Harley-Davidson-Fan, aber diese BMW-Maschine könnte ihm auch gefallen. Probefahren durften er und die anderen Besucher dieses Mal auf der Automobilausstellung in der Klassikstadt nicht.
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"Es passt alles", sagt Peter Fackelmeyer. Eigentlich ist er Harley-Davidson-Fan, aber diese BMW-Maschine könnte ihm auch gefallen. Probefahren durften er und die anderen Besucher dieses Mal auf der Automobilausstellung in der Klassikstadt nicht.

Frankfurt

Frankfurter Automobilausstellung – Männerträume und Antriebskräfte

  • VonAlexandra Flieth
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Die FAA glänzt mit automobiler Vielfalt. Bei der Schau in der Klassikstadt gab's neueste Trends vor allem zur Elektromobilität zu bestaunen.

Frankfurt – Das Chrom der BMW R18B, als klassischer Bagger gestaltet mit zwei Koffertaschen und darin integrierten Lautsprecherboxen, blitzt in der Sonne, als Peter Fackelmeyer Platz auf dem Motorrad nimmt. "Ein Männertraum", sagt er. Und das, obwohl er eigentlich ein eingefleischter Harley-Davidson-Fan ist. Gut 390 Kilo schwer sei seine eigene Maschine, die er sich vor 21 Jahren angeschafft hat. Nur ein wenig schwerer ist das Modell, auf dem er nun sitzt. Mit dem Gewicht komme er gut klar, betont er. Zwar kann der Motorrad-Fan das Fahrgefühl der Maschine nicht testen, doch allein das Probesitzen bringt seine Augen zum Leuchten. "Es passt alles."

Peter Fackelmeyer ist einer der vielen Besucher, die an diesem Sonntagmittag über das Gelände der Klassikstadt in der Orber Straße 4a in Fechenheim schlendern, um sich über Autos, Motorräder und die neuesten Trends zu informieren. Zum siebten Mal bereits hat RheinMain.Media (RMM) dort die Frankfurter Automobilausstellung (FAA) organisiert und kooperiert dafür mit der Frankfurter Wirtschaftsförderung und der Interessengemeinschaft (IG) Hanauer Landstraße, die seit 2000 als "Automeile Deutschland" gilt, weil sich dort ein Autohaus an das nächste reiht. Das Hygienekonzept sieht vor, dass maximal 1000 Besucher hier zeitgleich sein dürfen, das Interesse ist bei kostenfreiem Eintritt groß. Über den Tag verteilt rechnen die Veranstalter mit 4000 bis 5000 Gästen.

Frankfurter Automesse bietet Möglichkeiten sich genauestens zu informieren

"Auf der FAA kann man von einem Modell ins andere steigen und sich genauestens informieren", beschreibt Ralph Hearth, Sprecher der IG Hanauer Landstraße, einen der zentralen Aspekte der Veranstaltung. In Vor-Corona-Zeiten sei es zudem auch möglich gewesen, das Auto seiner Wahl einfach mal zu testen. "Das ist der große Unterschied zur Internationalen Automobilausstellung", fügt er hinzu. Zu den wichtigen Themen der FAA gehöre von Beginn an die Elektromobilität, die immer mehr in den Fokus der Besucher rücke. Insgesamt würden alle Antriebsformen präsentiert. Erst wenige Tage im Amt, informiert sich auch die neue Frankfurter Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) über neueste Entwicklungen und läuft mit Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Frankfurter Wirtschaftsförderung, über das Gelände. Frankfurt sei auch ein Automobilstandort und sorge für Arbeitsplätze in der Region.

"E" kommt gut an, aber auch weit genug? – Frankfurter Messebesucher mit großem Interesse an E-Mobilität

Während die Veranstaltung im vergangenen Jahr wegen Corona ausgefallen ist, ist die Zahl der Aussteller mit 39 regionalen Händlern dieses Mal erneut zu 2019 gestiegen. Elektroautomodelle gehören wie selbstverständlich mittlerweile bei den verschiedenen Automarken mit dazu. Und auch wenn viele Besucher eher noch zurückhaltend sind, was die Anschaffung betrifft, ist das Interesse groß. Auch Peter Gierth und seine Frau informieren sich über E-Autos. "Wir stehen noch ganz am Anfang unserer Überlegungen", erzählen die beiden. Am Stand eines französischen Automobilherstellers lassen sie sich ein E-Modell von Experte Lovepreet Singh Metla erläutern.

"Es gibt zwei Hauptpunkte, die für mich sehr wichtig sind", sagt Peter Gierth, "die Lademöglichkeiten und die Reichweite." Gerade wenn man eine längere Reise plane, sei eine größere Vorbereitung notwendig - wegen der Lademöglichkeiten und der Aufladezeit des Akkus. "So lange Strecken fahren wir nicht täglich, so dass dies eigentlich machbar ist", findet er. Überhaupt müsse man einfach mal anfangen und nicht auf bessere Voraussetzungen warten. Und mit der Förderung sei der Kauf eines E-Autos durchaus attraktiv.

FAA-Besucher uneins zu Elektromobilität: „Ich finde ein mit Wasserstoff betriebenes Auto viel sinvoller“

Dass das Interesse an der Elektromobilität auf der Veranstaltung groß ist, bemerkt auch Experte Lovepreet Singh Metla. "Viele sind schon richtig im Thema drin", sagt er. Das bestätigt auch Hendrik Schmidt von der Wirtschaftsförderung, der unweit des Eingangs in die Klassikstadt mit seinem Stand über das Aktionslabel "frankfurtemobil" informiert, unter dem seit elf Jahren alle Frankfurter Aktivitäten zur Elektromobilität kommuniziert werden. Auch er stellt fest, dass die Besucher sich gut mit dem Thema auskennen und mit ganz konkreten Fragen hierzu auf ihn zukommen.

Dennoch sieht so mancher Besucher die E-Mobilität auch kontrovers, wie Jürgen Schubert, der mit seinem Sohn über die FAA schlendert. Auch er hat Halt gemacht vor einem E-Auto-Modell, findet aber, dass sich noch vieles ändern muss, damit Autofahrer umsteigen. Und auch das Thema mit dem Umweltschutz sehe er beim E-Auto noch nicht optimal gelöst - eben wegen der Akkus. "Ich finde ein mit Wasserstoff betriebenes Auto viel sinnvoller." (Alexandra Flieth)

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