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In ihrem Kaffee-Truck servieren Petra Schmidt und Norbert Bienfäit auf dem Preungesheimer Wochenmarkt nicht nur selbst gerösteten Kaffee, sondern auch Kekse, Suppen und Rindswurst.

Wochenmarkt

Märkte werden zum Gastro-Treff

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Im Frühjahr soll an der Friedberger Warte Frankfurts 30. Wochenmarkt entstehen. Wann er stattfindet und wie groß er wird, steht aber noch nicht fest: Die Stadt bereitet gerade die Ausschreibung vor. Grundsätzlich zeichnen sich klare Trends ab.

Als im April 2017 der Platz an der Friedberger Warte eingeweiht wurde, war lange unklar, ob hier, wie von Anwohnern und Ortsbeirat gewünscht, ein Wochenmarkt eingerichtet wird. Nun bestätigt Michael Lorenz von der städtischen HFM Managementgesellschaft für Hafen und Märkte, die die meisten Wochenmärkte in der Stadt veranstaltet: „Im Frühjahr geht es los.“ Somit entsteht am Schnittpunkt von Bornheim, Nordend, Preungesheim und Eckenheim Frankfurts 30. Wochenmarkt.

Die grundsätzliche Entscheidung für den Markt sei gefallen, auch wenn im Umfeld der Friedberger Warte etwas weniger als 8000 bis 10 000 Menschen leben, sagt Lorenz. Die seien eine Richtmarke für einen funktionierenden Markt. Die Stadt setze aber darauf, dass viele Pendler das neue Angebot nutzen, ist die Friedberger Landstraße doch eine der wichtigsten Routen in die Innenstadt.

An welchem Wochentag der Markt stattfinden wird, stehe noch nicht fest, sagt Lorenz. Ebenso wenig, wann er erstmals stattfindet. „Veranstaltungen wie ein Wochenmarkt müssen beantragt und genehmigt werden.“ Auch müsse die Stadt die Händlerbesetzung öffentlich ausschreiben. Wie viele Stände der Markt bekommt, sei ebenfalls noch offen. „Denn jeder Stand ist unterschiedlich groß.“ Als Faustregel gelte: Ein neuer Markt benötige zum Start mindestens ein Dutzend Stände. Danach kann diese Zahl durchaus auch sinken.

Klar sei, dass der Markt eine Mischung aus klassischen Lebensmittelständen und Gastronomie bekomme, sagt Lorenz. Neben der Nahversorgung mit meist regionalen Produkten – dies sei für Marktkunden meist wichtiger als Bioprodukte – seien Wochenmärkte heute immer auch ein Treffpunkt. Die genaue Mischung zwischen Nahversorgung und Gastronomie pendle sich mit der Zeit ein. „Das ist von Markt zu Markt unterschiedlich“, sagt Lorenz. Die Bandbreite reicht vom 50 Stände großen Erzeugermarkt auf der Konstablerwache bis zum Seckbacher Atzelbergplatz mit zwei Ständen.

Jenen auf der Konstablerwache prägten Direktvermarkter aus einem Umkreis von bis zu 120 Kilometern um Frankfurt, erklärt Lorenz. Ausgeprägt sei auch der Charakter als Treffpunkt mit vielen gastronomischen Angeboten. Ein Wochenmarkt mit eher wenig Gastronomie ist jener auf der Berger Straße in Bornheim Mitte, mit 32 Ständen einer der größeren Frankfurts: Dort gibt es in der Nähe viele Cafés und Restaurants.

Seit seinen Anfängen gastronomisch geprägt ist der Preungesheimer Wochenmarkt, den nicht die Stadt, sondern der Landesverband für Markthandel und Schausteller (LMS) betreibt. Vor allem im Sommer sind der Wein- und Bierstand, aber auch der Kaffee-Truck wichtige Anziehungspunkte, ergänzt durch Stände für Eis und Kaffee, Bratwürste, Crêpes und weitere Angebote. „Die Gastronomie macht hier rund ein Drittel des Angebots aus“, erklärt LMS-Geschäftsführer, Roger Simak. Noch größer sei das Gastro-Angebot allerdings auf dem ebenfalls vom LMS veranstalteten Markt in der Kaiserstraße (Bahnhofsviertel), der zur Hälfte aus Gastronomie besteht.

Eine Besonderheit ist der seit 1356 bestehende Wochenmarkt in Höchst. Er ist nicht nur der älteste, sondern auch der einzige, der drinnen und draußen stattfindet. „Drinnen wird alles gehandelt, was kühl- und lagerbedürftig ist wie Fleisch, Backwaren oder Feinkost“, sagt Lorenz. Draußen gebe es vor allem Obst- und Gemüse. „Markt und Halle sind untrennbar verbunden.“

Mittelgroße Märkte wie jener am Dornbusch mit 18 Ständen dienten vor allem der Nahversorgung, sagt Lorenz. Neben Anwohnern nutzten ihn die Kinder der vielen Schulen, die in der Nähe liegen, und deren Eltern sowie jene, die hier arbeiten, etwa beim Hessischen Rundfunk.

Zum Stadtrand hin würden die Märkte meist kleiner, sagt Lorenz. Während die großen in der Innenstadt, in Höchst oder Bornheim auch Kunden von jenseits der Stadtgrenze anziehen, seien diese kleinen reine Stadtteilmärkte, sagt er. „Das sind etwa jene am Riedberg, in Heddernheim, Oberrad und Niederrad. Meist haben sie sieben bis zehn Stände.“ Sorgenkinder seien Seckbach mit zwei Ständen, einem Metzger und einem Obst- und Gemüsehändler, oder Bonames, wo neben dem Weinstand nur gelegentlich auch ein Stand mit Feinkost stehe.

In den Stadtteilen im Osten und Westen gebe es kaum Märkte, weil die Einzugsbereiche einfach zu klein seien, sagt Lorenz. „In Sossenheim haben wir an verschiedenen Plätzen versucht, einen Markt zu etablieren. Es hat nicht geklappt.“

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