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Ein Flugzeug landet bei aufgehender Sonne am Flughafen.

Messstation für Ultrafeinstaub

Magistrat hat kein Einsehen

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Der Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) hat sich eine Messstation für Ultrafeinstaub auf dem Lerchesberg und in Niederrad gewünscht, um zu ermitteln, ob es einen Zusammenhang zwischen Flugzeugüberflügen und der Belastung der gesundheitsgefährdeten Partikeln gibt. Der Magistrat lehnt solch eine Station aber ab.

Weder Sachsenhausen noch Niederrad werden eine Messstation für Ultrafeinstaub bekommen. Zumindest vorerst nicht. Das hat der Magistrat der Stadt Frankfurt jetzt beschlossen und in einer Stellungnahme veröffentlicht.

Der Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) hatte den Magistrat darum gebeten, eine Messstation im Frankfurter Süden zu installieren, um ermitteln zu können, ob es einen Zusammenhang von Überflügen und der Belastung der Luft mit Ultrafeinstaub gibt. Denn während es für Feinstaubpartikel mit einer Größe bis zu 2500 Nanometer und bis zu 10 000 Nanometer bereits Grenzwerte, die eingehalten werden müssen, gibt, ist das für Partikel, die kleiner sind als 100 Nanometer und durch die Verbrennung von Treibstoff in Flugzeugmotoren entstehen, nicht der Fall. Immerhin heißt es in der Stellungnahme des Magistrats: „Die verbindlichen Grenzwerte des Feinstaubs werden in Frankfurt eingehalten.“

Doch die Bürger in der Einflugschneise sind besorgt ob des Ultrafeinstaubs, soll er doch gesundheitsgefährdend sein. Seit Jahren gibt es die Vermutungen, dass die klitzekleinen, nicht sichtbaren Körnchen, die über die Lunge direkt ins Blut und von dort in den ganzen Körper gelangen können, Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes und Demenz auslösen. Als belegt gilt der Zusammenhang aber nicht. Die Forschung ist noch nicht soweit. Umso mehr drängen mittlerweile die Bürgerinitiativen, dies zu untersuchen – ebenso wie den Zusammenhang zwischen Überflügen und Ultrafeinstaub.

Doch das ist nicht so einfach. Der Ultrafeinstaub ist so leicht, dass sie bei den Messungen bisher übersehen werden. Die Partikel müssten gezählt werden. Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG), das mit der Hilfe von 37 Messstationen die Luftqualität in Hessen beurteilt, sammelt derzeit in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt Erfahrungen mit dieser Messgröße. Seit September 2015 werden in Raunheim Partikelanzahlen gemessen. „Raunheim wird äußerst niedrig überflogen und bietet sich vor dem Hintergrund, dass der Flugverkehr als starker Emittent hoher Partikelanzahlen in Verdacht steht, als ,Hotspot’-Messpunkt sehr gut an“, heißt es in der Magistratsstellungnahme. Die Messungen finden direkt an der dortigen Luftmessstation statt. Damit wird sichergestellt, dass auch den größeren Körnchen weiterhin Beachtung geschenkt wird.

„Der Magistrat begrüßt die Messungen auf Landes- und Bundesebene, erachtet vor dem Hintergrund mangelnder Erfahrung mit dieser Messgröße weitere Messungen im Frankfurter Süden als aktuell noch nicht zielführend“, heißt es weiter. Zunächst sollten die Messergebnisse aus Raunheim abgewartet werden, die über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten erhoben werden sollen.

(jlo)

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