Verkehr

Mainkai: Debatte um CDU-Idee brandet auf

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
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"Platz am Fahrtor" vorgeschlagen - BI kritisiert, dass weiter Autos fahren sollen

Frankfurt -Statt Asphalttristesse auf Parkplätzen und Straße am Mainkai einen 4500 Quadratmeter großen "Platz am Fahrtor" zu gestalten, schlägt die CDU vor. Dagegen regt sich aber Widerstand - vom politischen Gegner und von Anwohnerseite. Die fordern anderes.

Als "Reminiszenz an den alten Frankfurter Hafen" will die CDU ihren Vorschlag verstanden wissen. Wo nach 13 Monaten testweiser Sperrung seit einem Monat wieder Autos über den Mainkai rollen, wollen die Christdemokraten umbauen. Mit einheitlichem Pflaster soll zwischen Saalhof und Leonhardskirche ein Platz entstehen - ein Bezug zum einstigen Wein- und Personenhafen in diesem Bereich. Mehr Raum für Fußgänger gebe es dann, es werde die "Aufenthaltsqualität erhöht".

Für Radfahrer sind Fahrspuren vorgesehen - und auch weiterhin für Autos, wenn auch nur zwei statt bisher drei. So weit wie möglich an die Häuserzeile will die CDU die Straße verschwenken. Tempo 30 solle gelten, erläutert Fraktionschef Nils Kößler, der Verkehr somit ruhiger rollen.

Damit stößt die Fraktion auf Ablehnung bei der Bürgerinitiative "Mainkai für alle", in der viele Anwohner mitwirken. "Pkw findet man auf den Abbildungen nur versteckt, Lkw gar keine", kritisieren BI-Sprecher Andreas Bürger und Kai Röth. Dabei gehe es der CDU genau darum, dass diese weiter über die Uferstraße fahren dürften. "Auch der CDU-Entwurf macht Lust auf einen autofreien Mainkai", sagen die BI-Sprecher. Auch in der jüngsten Verkehrsausschusssitzung gibt es Kritik. "Ich verstehe nicht, warum man noch Verkehr zulässt, wenn man den Platz neu gestaltet", erklärte ein Bürger in der Fragestunde.

Oesterling geißelt "virtuelle Irreführung"

Das sei ein "nicht ganz ausgegorener Vorschlag einer Fraktion", antwortet SPD-Verkehrspolitiker Eugen Emmerling dem Bürger. "Wir wollen am Mainufer keine Autos haben", stellt er für die SPD klar. Noch drastischer bewertet es Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD): "Das ist virtuelle Irreführung der CDU." Die Partei zeige faktisch eine autofreie Zone. Der Dezernent wertet das als "vorsichtige Annäherung an die Meinung der Bürger". Die Sperrung des Mainkais "machen wir dann nach der Wahl", kündigt Oesterling mit Blick auf die Kommunalwahlen im März an.

Nicht nur der Mainkai, auch "viele weitere Straßen in der Innenstadt" sollten autofrei werden, sagt Grünen-Verkehrsfachmann Bernhard Maier. Durch die "Blockade der CDU", den Versuch auf dem Mainkai fortzuführen, sei "eine Chance vertan" worden, schimpft Eyyup Yilmaz (Linke). Auch nach Protesten von Anwohnern aus Sachsenhausen, wo der verdrängte Verkehr rollte, hatten die Christdemokraten ein Verlängern des Versuchs abgelehnt.

"In gewissem Umfang" solle der Mainkai als Straße offen bleiben, betont Martin Daum, der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion. "Man kann auch etwas gestalten, wenn Autos dort fahren." Diesem Vorschlag könne man sich annähern, "wenn man nicht politisch verbohrt ist", findet Daum. Allerdings werde das eben in der Koalition mit SPD und Grünen unterschiedlich gesehen. Dennis pfeiffer-Goldmann

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