Schutzstreifen für Radfahrer werden auf dem Mainkai in der Altstadt zwischen Untermain- und Alter Brücke markiert.
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Schutzstreifen für Radfahrer werden in Frankfurt auf dem Mainkai in der Altstadt zwischen Untermain- und Alter Brücke markiert.

Sommerbaustellen

Mainkai erhält eine neue Spur: Was die Stadt Frankfurt plant

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    VonDennis Pfeiffer-Goldmann
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Ein Jahr nach Test-Sperrung des Mainkai setzt die Stadt Frankfurt nun eine Forderung um. Für Radfahrer soll die Fahrt künftig sicherer werden.

Frankfurt – Radfahrer sollen von September an sicherer den Mainkai entlangfahren können. Während der Sommerferien will die Stadt dort die von vielen schon lange geforderten Schutzstreifen markieren. Das ist eine von 20 Baustellen, die in den ruhigen Wochen auf den Straßen in Frankfurt zusätzlich erledigt werden.

2,3 Millionen Euro investiert die Stadt vom 19. Juli bis 29. August in diese 20 Sommerbaustellen. Weil während der Ferien 20 bis 25 Prozent weniger Verkehr rolle, sei das die beste Zeit, um Behinderungen geringer zu halten, erklärt Michaela Kraft, die Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung (ASE). Ohne Einschränkung geht es aber nicht. Schwerpunkt der Baustellen ist diesen Sommer die Innenstadt.

Mainkai in Frankfurt: Fahradschutzstreifen kommt

So will das ASE zwischen Untermainbrücke und Alter Brücke jeweils einen roten Fahrradschutzstreifen auf dem Mainkai markieren. Kosten wird das 150 000 Euro. Auf der bisher dreispurigen Uferstraße bleiben danach für Autos und Laster nur noch zwei Spuren. Für Radler ergibt sich eine durchgehende Ost-West-Verbindung vom Westhafen bis zur Mainkur. Die Strecke führt mit Schutzstreifen und Radwegen am Main sowie an Sonnemann- und Hanauer Landstraße entlang.

Je nach Witterung dauerten die Bauarbeiten vom 19. Juli an vier bis fünf Wochen, erklärt ASE-Fachmann Volker Benz. Damit die Arbeiten zügig möglich sind und die Bauarbeiter geschützt werden, soll die Uferstraße voraussichtlich zur Einbahnstraße in Fahrtrichtung Osten werden. Die Forderung, Radspuren zu markieren, ist mehr als ein Jahr alt: CDU und Grüne wollten das als Minimallösung, nachdem der 13-monatige Verkehrsversuch der Vollsperrung des Mainkais gescheitert war. Der Ausweichverkehr hatte zu massiven Protesten besonders von Anwohnern aus Sachsenhausen geführt. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hatte eine Markierung der Radspuren direkt im Anschluss an den Verkehrsversuch allerdings abgelehnt.

Goethestraße in Frankfurt erhält neue Fahrbahn

Mit der neuen Fahrbahnaufteilung entfallen die Reisebusparkplätze. "Dafür müssen noch Ersatzflächen gesucht werden", sagt ASE-Mitarbeiter Benz. 2019 hatte die Stadt einige neue Reisebusparkplätze am Theodor-Stern-Kai ausgewiesen. Weitere avisierte Reisebusparkplätze im Ostend gibt es jedoch noch nicht.

Während der gesamten sechs Ferienwochen will das ASE eine neue Fahrbahn in der Goethestraße für 350 000 Euro anlegen. Das stark beschädigte Pflaster wird aus Frankfurts erster Fahrradstraße entfernt, stattdessen wird ein Asphaltbelag aufgebracht. Der wird laut Michaela Kraft extra aufgehellt, damit es in der Straße klimatisch angenehmer wird. Die Arbeiten laufen in vier Abschnitten, wobei die Straße nur am 29. August komplett gesperrt wird.

Frankfurt: Hauptwache und Konstablerwache bekommen neuen Belag

Teilweise sanieren wird die Stadt vom 26. Juli an für 75 000 Euro den Bodenbelag an zwei zentralen Plätzen an der Zeil. So seien Treppenstufen wegen der Skater an der Hauptwache stark beschädigt. Der Lieferverkehr der Marktbeschicker setze Stufen und Belägen an der Konstablerwache zu. Die Treppenstufen lässt das ASE dort daher teilweise verdübeln, um zu verhindern, dass diese wegrutschen.

Einen neuen Fahrbahnbelag erhält die Kaiserstraße im Bahnhofsviertel zwischen Elbe- und Weserstraße. Für die 45 000 Euro teuren Arbeiten wird die Straße zwischen 19. Juli und Anfang August gesperrt. Mit dem rechtzeitigen Auftragen einer neuen Fahrbahndecke verhindere man, dass es zu schweren Schäden komme und eine teure Grunderneuerung notwendig werde, sagt Experte Benz.

Straßenbau in Frankfurt: Neue Brücke zwischen Hausen und Rödelheim

In Angriff genommen wird auch in Höchst der sechste Sanierungsabschnitt in der Königsteiner Straße, so ASE-Fachmann Andreas Schmidt. Er kostet 550 000 Euro. Zwischen den Hausnummern 44 und 56c wird die Fahrbahn erneuert und erhält Verschwenkungen, welche die Autos ausbremsen sollen, sowie Radstreifen auf den Gehwegen. Diese werden an den Einmündungen rot markiert. Der finale Bauabschnitt sieben soll im kommenden Sommer folgen. Bereits seit sechs Jahren baut die Stadt die Kö nach und nach fußgänger- und radfahrerfreundlicher um.

Nach den Ferien will das ASE im September mit dem Bau einer neuen Brücke von Hausen nach Rödelheim zwischen Hausener Weg und Hausener Obergasse über die Nidda beginnen. Die neue, breitere Brücke solle die bisher zwei Brücken für Autos und Radfahrer/Fußgänger ersetzen, erklärt Peter Kowalski vom ASE. Deren Sanierung sei nicht wirtschaftlich, daher der Neubau für 1,7 Millionen Euro. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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