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Einer Initiative aus Sachsenhausen ist die testweise Sperrung des nördlichen Mainkais für den motorisierten verkehr ein Dorn im Auge.

Verkehr

Mainkai in Frankfurt bleibt trotz Protesten gesperrt

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Der zuständige Dezernent Klaus Oesterling lehnt ein vorzeitiges Ende der Mainkai-Sperrung in Frankfurt ab, will aber Ampeln und Schilder überprüfen lassen.

Frankfurt - Ein vorzeitiges Ende der Sperrung der nördlichen Mainuferstraße lehnt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) ab. „Die Stadtverordneten haben dem Verkehrsversuch für die Dauer von einem Jahr mit überwältigender Mehrheit zugestimmt“, sagte er. Zuvor war unter anderem Kritik von Anwohnern in Sachsenhausen sowie Mitgliedern des zuständigen Ortsbeirats laut geworden, die wegen der Verkehrsprobleme rund um das Museumsuferfest die Mainkai-Sperrung zur Disposition stellten. Auch eine Bürgerinitiative bildete sich.

Die CDU im Römer griff diese Beschwerden auf und forderte vom Verkehrsdezernenten, den Versuch nach zwei Monaten zu überprüfen und gegebenenfalls vorzeitig zu beenden.

Ampelschaltung und Beschilderung werden überprüft

Das schloss Oesterling nun aus. Allerdings würden, wie es die CDU-Fraktion vorgeschlagen habe, die Ampelschaltungen sowie die Beschilderung der Umleitungen überprüft, damit der Verkehr besser fließen könne. „Es dauert eine Weile, bis sich das einspielt“, sagte er.

Bertram Giebeler vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Frankfurt pflichtete ihm bei: „Die Verkehrsteilnehmer brauchen mehr Zeit, bis sie die Sperrung verinnerlicht haben und andere Wege fahren oder vom Auto auf Bus und Bahn oder das Fahrrad umsteigen.“

Das Straßenverkehrsamt hatte angekündigt, als Teil des Verkehrsversuchs die Verkehrsverlagerung im März 2020 zu erfassen und mit den Daten von März 2018 zu vergleichen. So soll ermittelt werden, welche Wege die 20.000 Fahrzeuge, die vormals täglich über den Main- und Untermainkai gefahren sind, nun nehmen. Die Sperrung der nördlichen Mainuferstraße endet nach dem Beschluss des Stadtparlaments im August 2020 nach dem Museumsuferfest.

Sperrung 2020 wird großzügiger bemessen

Oesterling kündigte Änderungen hinsichtlich der Verkehrsführung zum Museumsuferfest 2020 an. In diesem Jahr seien die Autos in Sachsenhausen kaum vorangekommen, weil etliche Straßen während des Fests gesperrt waren. Auch mussten aus Sicherheitsgründen zahlreiche Betonpoller aufgestellt werden, teilweise an Werktagen, was den Verkehr zusätzlich behinderte. Im kommenden Jahr werde die Sperrung voraussichtlich großzügiger bemessen. Besuchern und Anwohnern riet er, für die Dauer des Museumsuferfests möglichst aufs Auto zu verzichten und auf die Bahn umzusteigen.

Auch interessant: Mainkai-Sperrung - CDU-Stadtteilchef ruft zu Widerstand auf

Um eine Verkehrswende weg vom Auto hin zum öffentlichen Nahverkehr und zum Rad einzufordern, feiert die Linke im Römer die Sperrung des Mainkais: Das Fest ist am Samstag, 31. August, von 13 bis 18 Uhr, auf Höhe des Eisernen Stegs. Das Motto lautet: „Reclaim the Streets – Platz für Menschen statt Autos“. Ein 50 Meter langer, aufblasbarer Hindernisparcours wird aufgebaut, außerdem ein Piratenschiff am Main. Weitere Angebote sind Kinderschminken und Open Mic, also das Vortragen von Texten oder Musik, sowie Getränke, Waffeln, Kuchen. „Wir wollen für eine echte Verkehrswende trommeln“, sagte Martin Kliehm, der Vorsitzende der Linken im Römer.

Der Streit um die Sperrung geht damit weiter. Zuletzt hatte sich eine Initiative gegen die Mainkai-Sperrung gegründet. Auch das Museumsuferfest hat nicht nur gute Seiten, wie die Bilanz unseres Autors zeigt*.

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