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Mitglieder der Bürgerinitiative "Lebensqualität am Mainufer" verschönern Anfang März die Betonsperren am Mainkai. Dribbdebach ist mancher auf diese BI nicht gut zu sprechen.

Mainkai-Sperrung

Mainkai-Sperrung in Frankfurt: Ärger um Mainkai Bürgerinitiative

Der Zoff um die Sperrung des Mainkais in Frankfurt hält an.

  • Viele Frankfurter wollen weiterhin über die Mainkai-Sperrung in Frankfurt debattieren
  • Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) kritisiert den Ton, in dem die Debatte geführt wird
  • In Frankfurt Sachsenhausen macht sich der Unmut breit

Frankfurt Sachsenhausen - Auf Unverständnis stößt in Sachsenhausen, dass viele Frankfurter sich weiterhin über die Sperrung des Mainkais streiten wollen. Torsten Schiller, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Schweizer Straße, kritisiert die Bürgerinitiative "Lebensqualität am Mainkai", die das nördliche Mainufer, das noch bis Ende August probeweise gesperrt ist, dauerhaft autofrei halten will. Die BI um den Ortsvorsteher des Ortsbeirats 1 (Altstadt, Bahnhof, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt), Oliver Strank (SPD), hat eine Petition gestartet und will die Unterschriften dem Stadtparlament vorlegen. Eine weitere Aktionsgruppe hatte zuletzt mittels Flugblatt verbale Geschütze gegen "menschenverachtende Mainkaisperrer" von der "anderen Mainseite" aufgefahren, in Sachsenhausen hält die BI "Sachsenhausen wehrt sich" dagegen.

"Dass Politiker wie der Ortsvorsteher des Ortsbeirats 1 Petitionen starten und fragwürdige Stimmungsmache gegen Sachsenhäuser lostreten, finde ich ungeheuerlich", sagt dazu Torsten Schiller. "Dabei ist doch augenscheinlich, dass Sachsenhausen wegen der Sperrung deutlich mehr Autoverkehr zu verzeichnen hat und sich Abgase und Lärm auf der südlichen Mainseite deshalb vervielfacht haben."

In Frankfurt fürchtet eine Bürgerinitiative, dass die Mainkai-Sperrung verlängert wird. Ein Riss geht durch die Stadtgesellschaft.

Bürgerinitiativen und Mainkai-Sperrung: fragwürdiger Ton in der Debatte

Christian Becker (CDU), Ortsvorsteher im Ortsbezirk 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen), findet: "Jeder hat das Recht, seine Meinung offen zu sagen und um seine Position zu kämpfen." Der Ton in dieser Debatte aber sei mitunter fragwürdig, "und das beziehe ich nicht nur auf eine Seite." Becker weist darauf hin, dass der Kampf bereits ausgefochten sei, weil die Koalitionspartner CDU und Grüne im Römer den Versuch ohnehin beenden wollen. "Der Ortsbeirat 5 hat aber klar gesagt, dass er nicht zurück zum alten Status Quo gehen will. Wir haben vorgeschlagen, auf dem Mainkai eine von drei Spuren Fahrradfahrern zur Verfügung zu stellen."

Dass sich in Sachsenhausen Unmut breitmacht, kann der Ortsvorsteher indes gut verstehen. "Wenn die Stadt es beispielsweise ablehnt, auf der Walter-Kolb- und Gartenstraße einen Radweg einzurichten, mit der Begründung, dass wegen der Mainkai-Sperrung mehr Verkehr durch den Süden fährt, ist das den Bürgern schwer zu vermitteln. In Sachsenhausen soll man auf Radwege verzichten, damit der Mainkai autofrei bleibt - das versteht keiner", führt er an.

Auch Uwe Schulz von der FDP im Ortsbeirat 5, die den Vorschlag ihrer Römer-Fraktion, den Mainkai die Fahrspuren für Autos zu verringern, in den Ortsbeirat einbrachte, stimmt zu. "Die Schlacht ist bereits geschlagen.

red

Durch das nahe Ende der Mainkai-Sperrung wird über die zweite Ost-West-Achse in der Innenstadt diskutiert.

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