Sabrina Genic (Mitte) freut sich für MainLichtblick e.V. gemeinsam mit Marco Seidl (rechts) und Lars Hirtz (links) über einen Spendenscheck. Foto: MainLichtblick

MainLichtblick e.V.

Unternehmer mit großem Herz und viel Engagement hilft kranken Kindern

Marco Seidl ist ein Mann, der anpackt. Ein Machertyp. Und einer mit einem ganz großen Herzen. Kurz, einer, der auch mal einen zweieinhalb Meter hohen und drei Meter breiten Baum in einen Fahrstuhl schiebt, um ihn in den 50. Stock des Commerzbank Towers zu schaffen und dort für einen guten Zweck zu versteigern.

Frankfurter Verein MainLichtblick erfüllt kranken oder traumatisierten Kindern Herzenswünsche

Dieser Japanische Ahorn reiste in den 50. Stock des Commerzbank Towers und wurde bei der Gala von MainLichtblick e.V. versteigert.

MainLichtblick e.V. ist im ganzen Rhein-Main-Gebiet aktiv. Herzenswünsche können ganz unbürokratisch über einen online bereit stehenden Wunschzetteleingereicht werden.

Im 50. Stock erwarten den Baum und Marco Seidl nicht nur ein toller Ausblick über Frankfurt, sondern auch 120 andere Unternehmer und Prominente. Denn hier findet an diesem Abend die Gala von MainLichtblick e.V. statt.Der Frankfurter Verein hat es sich zum Anliegen gemacht, kranken oder traumatisierten Kindern Herzenswünsche zu erfüllen. Das kann etwas Kleines wie eine Therapiedecke sein. Etwas Schönes, wie ein Ausflug in den Freizeitpark. Oder etwas dringend Notwendiges wie ein ProWalker, eine elektronische Prothese, die einem an Demenz erkrankten Jungen das Gehen ermöglicht. "Wir helfen unbürokratisch und flexibel. Einfach anrufen oder Wunschliste schicken, das Thema schildern und fertig", erzählt Sabrina Genic. Sie ist eine von nur dreieinhalb Mitarbeitern bei MainLichtblick - und wird nicht von den Spendengeldern bezahlt, wie sie betont. "Alle Verwaltungs- und Personalkosten werden von unserem Gründer Klaus-Jürgen Orth getragen", sagt Genic. So könne jede Spende direkt für die Erfüllung der Herzenswünsche verwendet werden.

Engagierter Unterstützer organisiert langfristige Spendenaktion

"Die Transparenz, das war es, was mich bei MainLichtblick sofort überzeugt hat. Und dass Sabrina Genic nicht das Leid der Kinder in den Vordergrund gestellt hat", erzählt Marco Seidl. Der Gründer und Besitzer des Gartenbaubetriebs "Japanträume" in Ober-Wöllstadt hat erst vor einem guten Dreivierteljahr bei Genics Vortrag im Lions Club "Goldene Bulle" von MainLichtblick erfahren. In dieser kurzen Zeit hat der 35-Jährige bereits gemeinsam mit dem Lions Club eine langfristige Spendenaktion für MainLichtblick auf die Beine gestellt.

"Das SkylinePlaza gibt uns die Pfandflaschen, die im Food Court nicht zurück gegeben wurden. 130 blaue Säcke kamen in einem halben Jahr zusammen", sagt Seidl. Und dann hat er so nebenbei beim Autofahren angefangen zu organisieren: Er hat über einen Bekannten einen Kontakt hergestellt, jemandem mit Hilfe eines weiteren Bekanntens einen Gefallen getan, und schließlich den bestmöglichen Preis für die Pfandflaschen ausgehandelt. Der Erlös aus dem Verkauf fließt nun an MainLichtblick. Dass er außerdem dem Verein kostenfreie Anzeigenplätze in einer Zeitung besorgt und Freunde und Bekannte ebenfalls zu guten Taten angestiftet hat, erwähnt er nur am Rande.

Marco Seidl: "Kraft alleine reicht manchmal nicht, aber Geld kann viel ermöglichen"

Marco Seidl

"In meinem Bekanntenkreis gibt es ein Kind, das trotz einer Muskelschwäche Abitur und Führerschein machen konnte, weil die Eltern ihn dank eines guten finanziellen Hintergrundes unterstützen konnten", erzählt Marco Seidl. "Da habe ich gesehen, dass Kraft alleine manchmal nicht reicht, aber Geld viel ermöglichen kann."

Diese Haltung bringt Seidl Respekt ein. "Ich lerne wirklich viele Spender kennen, aber so jemanden kannte ich noch nicht", sagt etwa Sabrina Genic pber ihn. "Die Begeisterung und die Überzeugung, mit der Marco Seidl hilft, stecken an. Man kann nicht genug Danke sagen für Leute, die sich so einsetzen." Ein Verein wie MainLichtblick sei schließlich auch immer auf Multiplikatoren angewiesen. Dabei spendet Seidl natürlich auch Geld. Bei der Gala beispielsweise versteigert er nicht nur den Baum, er bietet auch selbst. "Da war ich wie in einem Tunnel, es ging zack, zack, zack, und dann hatte ich eine Rallyefahrt mit Walter Röhrl ersteigert", erzählt Seidl. 3700 Euro zahlt er dafür. "Das war der Winterurlaub, hat meine Frau gesagt." Zusätzlich zur Rallyefahrt hat Thomas Ranft noch die Moderation eines Events darauf gelegt. Wofür er das einlösen wird, weiß der Gartenbau-Unternehmer aus Ober-Wöllstadt zwar noch nicht, "es wird aber auf alle Fälle auch eine Charity sein".

Im Jahr 2017 konnte MainLichtblick e.V. im Rhein-Main-Gebiet 231 Wünsche mit 1023 beteiligten Kindern erfüllen. 77 Mitglieder hat der Verein mit Sitz in Frankfurt momentan.

Wer Marco Seidl kennt, hat keine Zweifel: Seine Wohltätigkeitsveranstaltung wird ein voller Erfolg werden. So wie die dritte Gala von MainLichtblick, bei der 85250 Euro für den guten Zweck spendet werden. 2000 davon stammen aus der Versteigerung des japanischen Ahorns, der jetzt in einem Vorgarten die großzügige Spenderin an ihre gute Tat und das damit ermöglichte Kinderglück erinnert.

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