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Trotz der Corona-Pandemie sind unzählige Menschen am Mainufer in Frankfurt unterwegs. Es wird weitgehend versucht, Abstand zu halten. Nur Radler, Skater und Jogger zeigen sich oft rücksichtlos. 

Frankfurt 

Mainufer während der Corona-Krise: Rücksichtslose Radler, Skater und Jogger

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Trotz der Corona-Pandemie sind einige Menschen am Mainufer in Frankfurt unterwegs. Es wird weitgehend versucht, Abstand zu halten. Nur Radler, Skater und Jogger zeigen sich jedoch oft rücksichtslos und sorgen deswegen für Unmut. 

  • Mainufer in Frankfurt während der Corona-Pandemie 
  • Abstand wird von Fußgängern meist eingehalten
  • Nur Radler, Skater und Jogger zeigen sich oft rücksichtslos und sorgen deswegen für Unmut

Frankfurt Sachsenhausen - Der Main ist spiegelglatt. Bis zum Grund kann man blicken. Auf Steine, Sand und weggeworfene Fahrräder und E-Scooter. Möwen ziehen kreischend ihre Runden, Schwäne, Gänse und Enten dösen faul in der Sonne. Selbst der Schiffsverkehr hat Corona-Pause. Nur selten tuckert ein Frachtschiff über die Wasserstraße. Die Ausflugsschiffe liegen vor Anker. Es duftet nach Blüten, Kastanien entfalten am Mainufer langsam ihre Blätter. Wer spazieren geht, genießt die Ruhe und die Natur. Dennoch ist einiges am Main anders als sonst.

Im Licht- und Luftbad (Lilu) ist nur der Weg vom ehemaligen Blauen Haus bis zum Main-Altarm benutzbar. Das eiserne Tor zu den großen Wiesen ist mit einem dicken Kettenschloss abgesperrt. "Alle Spielplätze sind aufgrund des Coronavirus bis auf Weiteres geschlossen!" steht zweisprachig auf einem Schild. Die Mittagspause für das Personal der Uniklinik findet nicht mehr wie sonst oft bei warmem Wetter auf dem schönen Gelände statt.

In Hessen steigen derweil weiterhin die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen. Es sind bereits 48 Menschen an der Krankheit Covid-19 gestorben. 

Corona-Krise in Frankfurt: Spaziergänge trotz Pandemie

Stattdessen wirft ein einsamer Angler zum ersten Mal in diesem Jahr eine Angel aus. "Hier schwimmt alles Mögliche rum", sagt der junge Mann, während er ein paar Brotstückchen ins Wasser wirft. "Zander, Karpfen, Welse und Aale gibt es." Ein paar Meter weiter macht ein Mann Klimmzüge an einem Holzgerüst, das einen jungen Baum schützt. Danach Krafttraining an den Lehnen von Parkbänken. Der Spielplatz mit Rutsche und Klettergerüst ist abgesperrt. Das Training macht der Mann im Jogginganzug trotzdem. Zwei Männer in weißen Arztkitteln und Mundschutz sehen ihm kopfschüttelnd zu. "Das Gerüst soll den Baum schützen und ist kein Turngerät", ruft ihm einer zu. Dass das Lilu gesperrt ist, hat offensichtlich einen guten Grund.

Paare schlendern am Main entlang, viele gehen alleine spazieren. Auf Bänken sitzen Männer und Frauen meist einsam. Auf Wiesen lesen junge Leute Bücher. Tempo gibt es nur durch Inline-Skater und Radfahrer. Mit hoher Geschwindigkeit fahren sie Slalom um Mütter mit Kinderwagen und rauschen nah an ihnen vorbei. Viele Spaziergänger erschrecken sich und schimpfen den Radlern laut hinterher. Penetrant nahe fahren vor allem die, die mit Rennrädern unterwegs sind. Einige treten alleine in die Pedale, aber auch Gruppen von bis zu zehn Radlern heizen zwischen Main und Wiesen entlang. Sie schnaufen dabei genauso wie Jogger. Auch sie halten kaum Abstand, tragen keine Masken vor Nase und Mund.

Corona-Pandemie in Frankfurt: Rücksichtslose Radler, Skater und Jogger am Mainufer

"Der Weg hier am Main ist nicht breit genug für alle", schimpft eine junge Mutter, die mit ihren beiden Söhnen im Doppelkinderwagen unterwegs ist. "Warum weichen die nicht einfach aus oder bremsen?" fragt sie sichtlich genervt. "Ich habe doch hinten keine Augen." Wieder rasen drei Radler direkt am Kinderwagen vorbei. Die Mutter ist es, die den Weg verlässt und auf die Wiese ausweicht. "Das ist mir zu gefährlich. Auch wegen der Ansteckungsgefahr für die Jungs und mich." Eigentlich will sie nur Vitamin D in der Sonne tanken, sich Narzissen und blühende Bäume ansehen und aufs fast blaue Wasser des Mains gucken. "Das ist schwer. Dauernd muss man aufpassen", seufzt sie.

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Auf dem Eisernen Steg sind kaum Leute unterwegs. Nur die Liebesschlösser funkeln in der Sonne. An der Alten Brücke legt ein Rennradler eine Vollbremsung hin. Fast stürzt er. "Scheiß Vögel", flucht er laut. Einige Graugänse watscheln schnatternd von der Wiese zum Main und wären beinahe überfahren worden. Fußgänger fluchen auf den Radfahrer. "Ihr bringt die noch um", ruft ein Mann, der seinen weißbraunen Mischlingshund Gassi führt. "Lernt endlich Rücksicht auf andere zu nehmen. Haltet Abstand von Mensch und Tier und tut nicht so, als sei der Main eine Rennstrecke." Ruhiger ist es im hinteren Garten vom Städel Museum. Nur drei Leute sind hier. Zwei sitzen entspannt auf einer Bank. Ein Mann steht allein auf dem Gipfel des Hügels mit den großen runden Glasluken. Er dreht sich langsam um sich selbst. Die Szenerie wirkt wie aus einem schaurig-schönen Science-Fiction-Film. Zumindest hier oben haben Rennradler und Joggergruppen keine Chance.

von Sabine Schramek

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