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Weil heftiger Regen nahte, wurde die Eröffnung der Sportwoche ins Zelt verlegt. Hier übten Kinder beim Tanzworkshop eine kleine Choreografie ein.

Bewegung

Das Mainufer wird bei der Europäischen Woche des Sports zum Parcours

Knapp die Hälfte der Europäer treibt keinen Sport – mit negativen Folgen für die Gesundheit. Um dem entgegenzuwirken, startete gestern die europäische Woche des Sports. Frankfurt geht mit 200 Angeboten und 80 Vereinen und Sportgruppen an den Start.

Wenn Pia Pauly vom Deutschen Turner Bund (DTB) den Einsatz der Stadt für die europäische Woche des Sports hervorhebt, ist das mehr als die übliche Lobhudelei bei feierlichen Eröffnungen. Denn Frankfurt ist deutschlandweit nicht nur die größte Stadt, die bei der Aktion der Europäischen Kommission mitmacht. In den anderen rund 400 Städten seien es zumeist einzelne Vereine, die sich der Initiative „BeActive“ anschlossen hätten. „Es sei schon etwas Besonderes, dass sich hier auch die Stadt dafür reinhängt und fast das ganze Mainufer dafür hergibt“, sagte Pauly.

Sie gehört zu den Organisatorinnen, die in Deutschland die Aktionswoche koordinieren. Der DTB mache das, weil er unter den Sportvereinen am besten vernetzt sei, sagte Pauly. Ziel der Woche ist es, möglichst viele Menschen aller Altersgruppen dazu zu bringen, sich öfter sportlich zu betätigen. Schließlich treiben nur sieben Prozent der Europäer regelmäßig und mehrmals die Woche Sport. 46 Prozent sind überhaupt nicht sportlich aktiv.

In Frankfurt haben sich das Sportdezernat, der Sportkreis Frankfurt und 80 andere Vereine und sonstigen Sportgruppen zusammengetan, um 200 Sportangebote entlang des nördlichen Mainufers zwischen Eisernem Steg und Weseler Werft auf die Beine zu stellen. Das geht los mit ganz einfachen Übungen, wie denen des Sportstudenten Moritz Fuhrmann. Er entwarf Übungen, die auch Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, machen können, wenn sie gerade auf den Bänken am Mainufer sitzen. Diese Bewegungsabläufe werden ab heute auf Schildern an den Sitzbänken stehen. Daneben gibt es jeden Tag um 12 Uhr einen Yogakurs am Mainkai oder Einzelveranstaltungen wie Tennis, Rugby, Fußball für Kinder, Karate, Zumba, Laufen – ob Barfuß oder über Hindernisse – oder Turnen. Die Sportklinik bietet zudem jeden Tag um 15 Uhr im Zelt direkt neben dem Eisernen Steg eine Leistungsdiagnostik. Dabei können Besucher ihre Lungenfunktion oder etwa ihren Körperfettanteil messen lassen. Als „Hingucker“ wurde am Mainufer ein Riesenrad aufgestellt. „Wer fünf Stationen abschließt, der hat sich damit eine Fahrkarte verdient“, sagte Sportdezernent Markus Frank (CDU) bei der Eröffnung gestern Nachmittag.

Damit fällt die Europäische Woche des Sports mit der Altstadteröffnung am kommenden Wochenende zusammen. Stadtrat Frank sieht darin einen großen Vorteil. Schließlich erwartet die Stadt mehr als 250 000 Besucher zu diesem Event. „So stellen wir sicher, dass zum Abschluss der Sportwoche auch viele Menschen mitmachen.“ Damit will sich Frankfurt als sogenanntes „Flaggschiff“ für die Europäische Woche des Sports 2020 vorschlagen. Einer Stadt, in diesem Jahr ist es Wien, kommt eine zentrale Rolle zu. Sie steht repräsentativ für die Aktionswoche. „Als europäischste Stadt Deutschlands vielleicht sogar Europas passt diese Rolle gut zu Frankfurt“, sagte Frank.

Hier gehts zum Programm

Weitere Informationen und eine Liste mit allen 200 Angeboten finden Sie im Internet unter:

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