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Jakob (11) mit beherztem Auftritt vor Kommunalpolitikern: „Man wird ja da fast umgefahren!“

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Von: Michael Forst

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Der Schulweg als tägliche Hindernisfahrt: Schon an der dicht befahrenen Waldschulstraße heißt es warten für Jakob.
Der Schulweg als tägliche Hindernisfahrt: Schon an der dicht befahrenen Waldschulstraße heißt es warten für Jakob. © Maik Reuß

Jakob (11) aus Frankfurt schildert dem Ortsbeirat eindrucksvoll die Gefahren seines Schulwegs per Rad. Doch bis sich etwas ändert, dürfte noch einige Zeit vergehen.

Frankfurt - Für einen beherzten Auftritt in der Bürgerfragestunde zu Beginn der jüngsten Ortsbeiratssitzung hat der elfjährige Jakob Milas viel Applaus von den Abgeordneten erhalten. Eindringlich beschrieb der Sechstklässler den Stadtteilparlamentariern die Gefahren, die ihm auf seinem täglichen Schulweg per Rad von seinem Haus in der Waldschulstraße durch Griesheim und Nied zu seinem Gymnasium Römerhof begegnen.

Jakob kam gleich auf den Punkt: „Auf dieser Strecke gibt es gar keinen richtigen Fahrradweg, den ich benutzen könnte.“ Er müsse mit seinem Rad zunächst an der dicht befahrenen Waldschulstraße auf die andere Seite wechseln. „Dort, auf dem Bürgersteig, kommen mir dann viele andere Radfahrer entgegen“, berichtete er weiter. „Dann werde ich fast auf die Straße abgedrängt. Wenn er zur Ampel an der Kreuzung von Oeserstraße und Waldschulstraße weiterfahre, lauere die nächste heikle Situation auf ihn. Hier kämen von beiden Seiten Autos, die ihn und die anderen Passanten, die bei Grün über die Ampel möchten, teilweise nicht sähen. „Man wird da fast umgefahren“, klagt Jakob.

Frankfurt: Dunkler Denisweg ist keine Alternative

Auch Mutter Jana Milas erhob ihre Stimme in der Bürgerfragestunde: „Es wird Zeit, dass da endlich etwas gemacht wird“, betonte sie. „Die Kinder bekommen zur Einschulung einen tollen Plan von der Verkehrspolizei, dass sie doch alle bitte mit dem Fahrrad zur Schule fahren sollen.“ Im Falle ihres Sohnes habe man „festgestellt, dass da gar kein Weg eingezeichnet war“. Und dass auch der Denisweg keine wirkliche Alternative für Jakob darstelle - denn der sei in dieser Richtung unbeleuchtet. Jana Milas schüttelte den Kopf: „So wird den Kindern aus Griesheim mitgeteilt, dass sie bis zur Mainzer Landstraße vor und dann über die Schmidtstraße fahren sollten.“ Sie nennt es „eine absolute Zumutung, die Schüler über diese Straßen zu schicken. „Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hat.“

Ortsvorsteherin Susanne Serke (CDU) sprach dem jungen Gymnasiasten zunächst ein „ganz großes Lob“ aus. „Klasse gemacht! Es ist genau der richtige Weg, hierherzukommen und uns von diesen Problemen zu erzählen“, sagte sie. Denn manche Bürger meckerten immer nur, ohne etwas zu unternehmen.

Die Griesheimer SPD-Vorsitzende Birgit Puttendörfer regte einen Ortstermin mit dem Beauftragtem für die Radwege der Stadt an. Sie glaube zwar eher nicht, dass sich noch im nun bevorstehenden, wegen Nässe und Dunkelheit besonders gefährlichen Winter etwas ändern ließe. „Aber zumindest bis zum Frühjahr sollten wir erreichen können, dass der Fahrradweg besser gekennzeichnet werden wird“, erklärte sie. Zwar gebe es ein Radwegkonzept, doch es dauere noch, bis es umgesetzt werde.

Frankfurt: Jakob (11) fordert Warnblinklicht für Autofahrer

Wie sehr es mit dem Schulweg per Rad im Argen liegt, verdeutlichte den Stadtteilparlamentariern auch Jakobs Opa Bernd Sauer: „Von der Waldschulstraße zur Oeserstraße führt der Radweg irgendwann auf die Straße - und dann ist Ende!“. An der von Jakob beschriebenen Ampel müsse als erste Maßnahme zumindest ein Warnblinklicht für die Autofahrer installiert werden, das darauf hinweist, dass dort Fußgänger und Radfahrer die Straße überqueren wollten.

Genau für diese Stelle, an der 2011 ein Motorradfahrer ums Leben gekommen war, so ergänzte Frank Rusko von den Grünen, habe seine Fraktion im Mai dieses Jahres einen Antrag gestellt, um bei der Stadt auf eine Entschärfung zu pochen. „Die Autos kommen hier mit 50 Stundenkilometer durch die Doppelkurve, wo nur 30 erlaubt sind“, mahnte er. Konkret hatten die Grünen den Magistrat aufgefordert, im gesamten Streckenverlauf der nördlichen Waldschulstraße Richtung Süden die Fahrt mit dem Rad auf der Straße durch entsprechende Beschilderung zu erlauben. Eine Reaktion des Magistrats gibt es bislang noch nicht. (Michael Forst)

Der Winter naht: Für Radfahrer in Frankfurt gibt es ganz besondere Maschinen für die Sicherheit.

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