+
Kann alles an den Klangreglern: Produzent Peter Walsh.

Produzent Peter Walsh

Der Mann, der den Ton bannt

  • schließen

Er hat mit den Großen und Größten der Musikbranche zusammengearbeitet. Musik-Produzent Peter Walsh stand mit Mega-Star Stevie

Er hat mit den Großen und Größten der Musikbranche zusammengearbeitet. Musik-Produzent Peter Walsh stand mit Mega-Star Stevie Wonder in der Hochzeit von dessen Karriere im Studio. Er regelte den Klang bei Aufnahmen von Peter Gabriel . Nun zeigte der Mann, der an den Tonreglern alles kann, Interessierten im Abbey Road Studio an der Hanauer Landstraße, wie Produzenten arbeiten. Und sie lernten von einem der Besten dieses Fachs. Schließlich errang etwa die Band „Simple Minds“ mit der von ihm produzierten Platte „New Gold Dream“ Platin.

„Es war der Beginn ihrer und meiner internationalen Karriere“, erinnert sich Walsh ans Jahr 1982, als diese „Simple Minds“-Platte erschien. Für die Platte „Penthouse and Pavement“ von der Gruppe „Heaven 17“ gab es übrigens Gold. Für seine Arbeit mit der deutschen Band „Alphaville“ an deren Platte „Afternoons in Utopia“ gab es die Goldene Schallplatte. „Momentan mixe ich ein Album für das bulgarische ,Eva Quartett’ – vier wundervolle Frauen“, berichtet Walsh.

Am häufigsten und regelmäßigsten jedoch werkelt Walsh, der mit seiner deutschen Frau in Düsseldorf lebt, mit dem Musiker Scott Walker , der es mit dem Song „The Sun ain’t gonna shine anymore“ zu Weltruhm brachte. Ein weiterer „Big Name“ auf Peter Walshs Liste ist die Gruppe „Pulp“.

In seiner Laufbahn, die vor bald vier Jahrzehnten begann, gab es zwei wegweisende Momente. „Der eine war meine Arbeit mit Stevie Wonder“, erinnert sich der 1960 in England Geborene. „Die wohl die schönste und am meisten beängstigende Situation, die ich bisher erlebt habe.“ Das lag an dem Druck, „der damit verbunden ist, mit so einer Legende zu arbeiten“. Heute sei Wonder nicht mehr so im kollektiven Musikgedächtnis verhaftet. „Aber damals gehörte er zu den bedeutendsten Künstlern der Welt.“ Klar, dass dem jungen Peter die Knie schlotterten. Aber grundlos: „Obwohl er so berühmt und begabt war, war er doch nur ein ganz normaler Typ, der mit mir über Alltägliches sprach.“ Die Arbeit mit Wonder „öffnete mir die Augen und Ohren und ich habe erfahren, wie es ist, mit jemanden zu arbeiten, der dermaßen viel Begabung in sich hat. Er hat jedes Instrument gespielt – sogar Schlagzeug.“

Das zweite bedeutende Ereignis war Walshs Zusammenarbeit mit Punkbands in der Hochphase dieses Genres. „Deren Lebenseinstellung und Leidenschaft hatten große Auswirkungen auf mich“, weiß Walsh noch, der einige Demos mit den wohl bekanntesten Vertretern dieser Musikrichtung aufnahm: „The Clash“. „Die kamen damals mit ihren Motorrädern ins Studio.“

Doch von Sex, Drugs und Rock’n’Roll will Peter Walsh nicht wirklich etwas mitbekommen haben. Klar habe er mitgekriegt, dass es das gab, aber als Ton-Ingenieur, trägt er die Verantwortung – „es braucht mindestens einen, der das Schiff auf Kurs hält. Und das war und bin ich. Da können die anderen Party machen, soviel sie wollen“. Heutzutage sei das Business allerdings wesentlich „sauberer“ als noch vor einigen Jahrzehnten.

„Das Wichtigste bei der Arbeit mit Musikern ist die Kommunikation“, weiß der vierfache Vater aus Erfahrung. Seine Kinder sind es auch, die ihn mit neuer Musik konfrontieren. „So habe ich auch den deutschen Rapper ,Materia’ kennen und schätzen gelernt.“

Im Studio will er verstehen, „was die Musiker aufnehmen wollen, wie sie sich fühlten, als sie den Song schrieben, was sie dachten, als sie ihn das erste Mal spielten“, schildert der Fachmann, dessen Vater Profimusiker war, seine Vorgehensweise. „Ich versuche, diese Gefühle dann aus ihnen im Studio herauszukitzeln.“ Dabei ist eins ganz klar: „Ohne Emotionen bringt die beste Technik – Spieltechnik und Studiotechnik – nichts. Nur durch sie gelingt es, aus etwas Gutem etwas Herausragendes, einen Hit, zu schaffen. Alles andere bleibt oberflächlich und nichtssagend.“ Kein Hörer reagiert nur auf die Technik. „Aber jeder reagiert auf Gefühl“, so Walsh, der ein Faible für die Band „Die Toten Hosen “ und Herbert Grönemeyer hat. „Für mich ist er der deutsche Peter Gabriel, weil er seine Musik ständig verändert und weiterentwickelt.“ es

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare