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Mann beraubt Senioren in Frankfurter Altenheimen in sieben Fällen

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Von: Matthias Gerhart

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Gleich sieben Mal machte ein 27 Jahre alter Drogenabhängiger im ersten Halbjahr 2016 Altenheime und Seniorenwohnanlagen im gesamten Stadtgebiet unsicher.

Gleich sieben Mal machte ein 27 Jahre alter Drogenabhängiger im ersten Halbjahr 2016 Altenheime und Seniorenwohnanlagen im gesamten Stadtgebiet unsicher. Dafür muss er jetzt für zwei Jahren und sieben Monate ins Gefängnis.

Der recht adrett aussehende junge Mann schlich sich einfach durch offen stehende Türen in die Heime ein und gab sich – falls er vom Pflegepersonal angesprochen wurde – als Besucher diverser Heimbewohner aus. In Wirklichkeit aber führte er anderes im Schilde: Bekam er mit, dass ein Bewohner gerade nicht in seinem Zimmer war, wurde – wenn nötig – die Tür aufgehebelt und der Raum nach Gegenständen durchsucht, die er später zu Geld machen konnte. Auf dem Schwarzmarkt der Drogenszene lassen sich dabei Mobiltelefone und Goldschmuck am besten verkaufen. In mehreren Fällen aber wurden auch die zurückgelassenen Geldbörsen geplündert.

Unter anderem in Heimen in Höchst, im Neubaugebiet in Preungesheim, in der Seilerstraße und dem Altenwohnstift in der Waldschmidtstraße wurden die betagten Bewohner damit ihres Sicherheitsgefühls beraubt. Erst im August war endlich Schluss mit dem kriminellen Treiben: In unmittelbarer Nähe der Seniorenwohnanlage im Hühnerweg (Sachsenhausen) wurde der Serieneinbrecher gestellt. Die Handschellen klickten und der Mann kam in Untersuchungshaft. Seine Überprüfung hatte nämlich ergeben, dass er die neuen Straftaten unter laufender Bewährung begangen hatte. Wegen ähnlicher Delikte hatte er nämlich bereits sechs Monate zur Bewährung erhalten – diese Verurteilung aber machte offenbar keinen größeren Eindruck auf ihn.

Für Amtsrichter Paul Dienstbach war es daher keine Frage, dass beim Prozess gegen den Einbrecher diesmal etwas mehr herauskommen müsse. Der Angeklagte legte zwar ein Geständnis ab und entschuldigte sich bei allen Zeugen: Vor einem mehrjährigen Haftaufenthalt bewahrte ihn dies aber nicht. Heraus kamen am Ende zwei Jahre und sieben Monate, dazu kommen noch die sechs Monate, deren Strafaussetzung zur Bewährung nun voraussichtlich widerrufen wird.

Gerade die Tatsache, dass gezielt Altenheime mit ihren oftmals gebrechlichen und besonders hilfebedürftigen Bewohnern ausgewählt worden seien, müsse sich der Angeklagte zum Nachteil gereichen lassen, so das Gericht. Er habe damit die besondere Vertrauensbasis in diesen Heimen grob missbraucht und das Sicherheitsgefühl von deren Bewohnern verletzt. Der Staatsanwalt hatte dies in seinem Schlussvortrag ebenso gesehen und sogar drei Jahre Haft für den Angeklagten gefordert.

(ge)

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