Anti-Terror-Einsatz in Frankfurt

Mann läuft mit Waffe und Allahu-Akbar-Rufen durch Praunheim

  • vonChristian Scheh
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Ein gefährlicher Scherz mit Softair-Waffe: Mit einer täuschend echt aussehenden Waffe und Allahu-Akbar-Rufen hat ein junger Mann vor kurzem einen Anti-Terror-Einsatz in Praunheim ausgelöst. Jetzt warnt die Polizei vor dem Schabernak mit Anscheinswaffen. Jetzt warnt die Polizei vor dem Schabernak mit Anscheinswaffen. Der könne sehr teuer werden. Und im schlimmsten Fall tödlich enden.

Es war Dienstagmorgen, etwa 7.50 Uhr, als der Anti-Terror-Einsatz der Frankfurter Polizei begann. Mehrere Zeugen hatten unabhängig voneinander die 110 gewählt und mitgeteilt, dass ein Mann mit einer Maschinenpistole durch die Straße „Am Ebelfeld“ laufe, Passanten bedrohe und „Allahu akbar“ („Allah ist am größten“) rufe. Sogar von  Schüssen auf Radfahrer war mitunter die Rede.

Die Polizei, die aufgrund der Mitteilungen  von einer terroristischen Gefährdungslage ausgehen musste, löste sofort einen Großeinsatz aus und zog sofort  Einsatzkräfte  aus dem gesamten  Stadtgebiet zusammen.  Darunter waren auch Spezialeinheiten  und Interventionsteams. Auf der Adlerwiese in Praunheim nahmen schwer bewaffnete Beamte   den mutmaßlichen Terroristen, eine Frau und zwei weitere Männer fest.

In der Folge stellte sich aber schnell heraus, dass die Maschinenpistole des Mannes nicht echt, sondern nur eine Softair- oder Luftdruckwaffe war. Gegenüber den Polizisten gab der  24 Jahre alte,  polizeibekannte Mann an,   er habe mit der Aktion die Frankfurter Polizei „testen“ wollen. Die Ermittlungen ergaben, dass tatsächlich kein islamistischer Terroranschlag vorlag. Es waren auch  keine Menschen zu Schaden gekommen sind.

 

Der  Vorfall ereignete sich schon am 30. August, das  Polizeipräsidium  machte ihn aber erst jetzt auf Facebook publik. Der 24-Jährige sagte den Angaben zufolge, dass ihm die Strafbarkeit seines Verhaltens   nicht bewusst gewesen sei.  Die Behörde teilte mit, dass der  Verstoß gegen das  Waffengesetz  mit einer Geldbuße von bis zu 10 000 Euro geahndet werden könne. Den  Verantwortlichen werde außerdem der mutwillig herbeigeführte Einsatz in Rechnung gestellt. Da könne, je nach Zahl der eingesetzten Polizisten und Fahrzeuge,   schnell     ein Betrag von mehreren 1 000 Euro zusammenkommen.

Die Polizei  führt es allein auf die   „besonnene und professionelle Handhabe“ der Einsatzkräfte zurück, dass aus der Gruppe des „Waffenträgers“ niemand verletzt wurde. Sie erinnert die Eigentümer von Anscheinswaffen daran, dass deren  Mitführung  außerhalb der  eigenen Wohnung oder des eigenen,  eingezäunten Grundstücks gemäß Paragraf 42 a  Waffengesetz verboten ist. Als   Anscheinswaffen gelten sämtliche   Gegenstände, die echten Waffen täuschend ähnlich sehen.

Das Polizeipräsidium  betont, dass das Spiel mit nachgemachten Waffen lebensgefährlich sein kann. „Von den Teilen geht dadurch, dass sie so unheimlich echt aussehen, eine anscheinende Bedrohung aus“,  heißt es aus der Behörde. Polizisten müssten immer mit der Echtheit einer Pistole oder eines Gewehrs  rechnen –  und Polizeiwaffen seien  auf  jeden Fall echt.

Die Frankfurter Polizei wird immer mal wieder auf den Plan gerufen, weil Menschen mit Anscheinswaffen unterwegs sind: Im Mai bedrohte ein 25 Jahre alter Mann  im Nordend mehrere Passanten. Er hatte sich  eine Skimaske aufgesetzt, forderte „Money“ und  entschuldigte sich kurz darauf. Beamte nahmen den Mann fest und stellten die  nachgemachte Waffe sicher.

Schon im April hatte ein Mann im Bahnhofsviertel für Aufregung gesorgt:  Der 30-Jährige  trug eine Schutzweste mit der Aufschrift „FBI“ und wurde  dabei beobachtet,  wie er ein mutmaßliches G 36-Gewehr in eine Sporttasche packte. Wie sich herausstellte, war der Mann ein Stripper. Die Waffe aus Plastik benötigte er als Ausstattungsstück für seinen Auftritt in einer Tabledance-Bar.

Im Juni musste die Polizei abermals ins Bahnhofsviertel ausrücken, weil mehrere Personen an einem Auto mit einem mutmaßlichen AK 47-Sturmgewehr hantierten. Ein Zeuge hörte, wie die Waffe durchgeladen und in den Kofferraum gelegt wurde. Sie  stellte sich als Replikat heraus. Der Eigentümer wollte dieses   als „Gag“ für Fotos bei einem Junggesellenabschied benutzen. Dafür lag außerdem  ein  Scheich-Kostüm bereit.

 

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