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Die Marie-Curie-Schule am Riedberg ist zwar noch fast neu, es fehlt allerdings bereits an Platz.

Elternbeirat beklagt Raumnot

Marie-Curie-Schule platzt aus allen Nähten

Die erst drei Jahre alte Marie-Curie-Schule am Riedberg hat mit Platzproblemen zu kämpfen. Zwar soll im nächsten Sommer ein Container aufgestellt werden. Trotzdem wird sich die Raumnot an der Grundschule wohl noch verschärfen.

Erst vor gut drei Jahren ist die Marie-Curie-Schule am Riedberg eröffnet worden. Trotzdem hat man bereits mit Raumnot zu kämpfen. Deshalb soll im Sommer 2018 ein Container an der Grundschule aufgestellt werden, der Platz für vier Klassenzimmer bietet. Aber auch das werde wohl nicht ausreichen, um mit den explodierenden Schülerzahlen Schritt zu halten, sagte Heidi Landau vom Schulelternbeirat, die sich bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 12 (Kalbach, Riedberg) zu Wort meldete. Denn im Schuljahr 2018/2019 werde die Schülerzahl wohl von derzeit 450 auf rund 600 steigen. „Der Kinderhort ist jetzt schon zu voll“, klagte die Elternbeirätin. „Und auch wenn der Container kommt, ist es an der Schule zu eng.“

Barbara Günther, Vorsitzende des Schulelternbeirats der Marie-Curie-Schule, bestätigt das auf Anfrage. Zwar sei man froh darüber, dass im nächsten Sommer der Container aufgestellt werde. Doch trotz dieser Maßnahme werde sich die Raumnot wohl noch verschärfen, befürchtete sie. Denn im Moment wolle ihr vom Stadtschulamts niemand mehr bestätigen, dass es tatsächlich bei der Zahl von 600 Schülern bleibe. „Was passiert, wenn das nicht der Fall ist?“, fragt sich die Vorsitzende. „Irgendwann muss mal Schluss sein. Dafür ist das Gebäude nicht angelegt.“

Im vergangenen Jahr habe man bereits einen Fachraum in ein Klassenzimmer umgewandelt, berichtet Barbara Günther. Dringend notwendig sei auch ein Betreuungsraum für den Hort, den 90 Prozent der Grundschüler besuchten. Ebenso ein Versammlungsraum für Schulveranstaltungen. Wegen der Raumnot könne beispielsweise die Einschulung nur in Schichten organisiert werden, bedauerte die Elternbeiratsvorsitzende.

Ihre Forderung: Man müsse sich über die Auflösung der Schulbezirke Gedanken machen, damit die Riedberger Kinder eventuell auch benachbarte Grundschulen besuchen könnten, etwa in Nieder-Erlenbach und im Mertonviertel. Zwar bringe das ebenfalls Probleme mit sich, vor allem für die betroffenen Eltern, räumte Barbara Günther ein. „Aber wir werden von der Entwicklung überrollt.“

Im Ortsbeirat 12 stieß der Elternbeirat auf Verständnis. „Hier rennen Sie offene Türen ein“, sagte Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (CDU). Auch im Frankfurter Bildungsdezernat habe man die Probleme am Riedberg im Blick, betont Jetta Lüdecke, Büroleiterin von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). „Die Schülerzahlen an der Marie-Curie-Schule steigen derartig dynamisch an, dass wir dringend nachsteuern müssen“, räumt sie ein. Derzeit warte man auf aktuelle Zahlen für den neuen Schulentwicklungsplan, der im Frühjahr 2018 vorgestellt werden soll.

Wenn diese vorliegen, werde man Lösungsvorschläge erarbeiten, kündigt Lüdecke an. Eine Möglichkeit könnte es sein, weitere Container aufzustellen. Oder ein neuer Zuschnitt der Schulbezirke. Oder ein neuer Schulstandort. Lüdecke: „Das sind die Stellschrauben, die der Träger der Schulen hat.“

In Zusammenhang mit der Raumnot an der Marie-Curie-Schule wurde bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 12 auch Kritik an der Stadtverwaltung laut. „Der Flaschenhals ist das Schuldezernat“, rügte CDU-Fraktionsvorsitzender Sascha Vogel. Im weiteren Verlauf der Sitzung zeigten sich andere Abgeordnete ebenfalls unzufrieden mit dem Bildungsdezernat. Auf Initiative der Grünen verabschiedete das Gremium einstimmig einen Antrag an den Magistrat: Er soll das Dezernat daran erinnern, Anregungen und Auskunftsersuchen der Ortsbeiräte möglichst fristgerecht zu bearbeiten und zu beantworten.

In der November-Sitzung habe man es mit vier nicht erledigten Angelegenheiten zu tun gehabt, monierte Grünen-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Diel. Jedes Mal sei das Bildungsdezernat zuständig gewesen. Eine solche Häufung sei ungewöhnlich. Darüber hinaus will der Ortsbeirat bei Schulstandortplanungen im Umfeld des Ortsbezirks 12 einbezogen werden. Einen entsprechenden Antrag der Grünen befürwortete das Gremium ebenfalls einstimmig. In diesem Zusammenhang mahnte Wolfgang Diel an, dass die Kommunikation des Schuldezernats verbessert werden sollte.

Im Dezernat will man die Kritik des Ortsbeirats nicht öffentlich kommentieren. Das sei wenig hilfreich. Man werde stattdessen lieber selbst mit den Betroffenen sprechen, hieß es.

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