An den Tischen stehen die vorbestellten Waren - eingepackt in Papiertüten - bereit. Insgesamt 17 Erzeuger bringen so ihre regionalen Waren an die Kunden.
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An den Tischen stehen die vorbestellten Waren - eingepackt in Papiertüten - bereit. Insgesamt 17 Erzeuger bringen so ihre regionalen Waren an die Kunden.

Fechenheim: Neues Angebot in Frankfurt

Marktschwärmer feiern Frankfurt-Premiere

  • vonAlexandra Flieth
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Unterstützung für regionale Anbieter und den Umweltschutz

Vor dem Eingang zum Café von "Mathilda Glaskuchen" auf dem Gelände des Cassellaparks hat sich eine kleine Menschen-Schlange gebildet, die auf Einlass warten. Katrin Hage steht am Eingang und hakt die Namen derer ab, die hinein dürfen. Jeder von ihnen hat sich zuvor angemeldet und eine Nummer erhalten, um regional produzierte Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Eier, Käse oder Säfte am Standort abzuholen.

"Marktschwärmer" nennt sich das Konzept, das dahinter steckt und 2011 in Frankreich seinen Anfang nahm. Es geht auf den Gedanken zurück, frisch produzierte Lebensmittel regional einzukaufen und dafür direkte Zugänge für die Verbraucher zu schaffen. Ein weiterer Aspekt des Konzeptes ist eine faire Bezahlung für diejenigen, die die Lebensmittel herstellen. Beides zusammen soll das Bewusstsein für den regionalen Einkauf fördern und damit auch einen Beitrag zum nachhaltigen und umweltbewussteren Leben leisten.

Schon über 130 Standorte

Es ist daher ein Markt der besonderen Art, den Katrin Hage gemeinsam mit Patricia Thébeault, die beide Teil des Marktschwärmer-Netzwerkes sind, in den Räumen des Cafés organisiert. "Schwärmerei" wird dieser genannt. Mehr als 130 davon in elf Bundesländern wurden seit 2014 in Deutschland bereits realisiert von Menschen, die vor Ort leben. In Frankfurt feierte die Idee am Mittwoch Premiere. Sechs Monate Vorbereitungszeit, erzählt Hage, habe es dafür gebraucht. Bei der Organisation unterstützt werden sie von Café- und Kuchen-Manufaktur-Inhaberin Martina Sulzmann-Schilling, die ihre Räume dafür zur Verfügung stellt und ebenfalls zu den Anbietern gehört.

Im Inneren haben fünf Produzenten ihre Stände aufgebaut. "Insgesamt sind es Lebensmittel von 17 Erzeugern, die bereits vorab geliefert haben", erklärt Hage. Sie kommen aus dem Rhein-Main-Gebiet, dem Odenwald, der Wetterau und auch noch bis aus der Nähe von Gießen. Ihre Produkte sind bereits gut verpackt in Papiertüten, Kartonagen oder in Kühlboxen. Jeder, der Produkte bestellt hat, hat vorab eine Nummer bekommen, durch die die Waren ganz leicht zugeordnet werden können. Die verpackten Lebensmittel sind mit den jeweiligen Nummern versehen, so dass die Käufer nur von Tisch zu Tisch laufen und ihre Nummer nennen müssen, um ihre Bestellungen von den Erzeugern zu bekommen und in Kisten zu verpacken.

Anna Machleid hat die ihre bereits gefüllt. Die Fechenheimerin erzählt, dass sie sich seit einiger Zeit mit dem Thema des regionalen Einkaufs auseinandersetzt. "Von der Schwärmerei habe ich über die Facebook-Gruppe Fechenheim erfahren", erzählt sie. "Ich finde, das ist eine gute Sache, gerade auch, weil man beim Einkaufen im Supermarkt immer wieder feststellt, dass viele Lebensmittel lange Transportwege haben." Man müsse sich einfach selbst fragen, ob man beispielsweise Heidelbeeren aus Argentinien wirklich benötige oder nicht auch mal außerhalb der regionalen Saison darauf verzichten könne. "Das Schwierigste war es, einen geeigneten Standort zu finden", erzählt es Thébeault. Sie und Katrin Hage kennen sich seit ihrem Studium in Münster und haben sich in Frankfurt wiedergetroffen. Das Thema Ernährung ist für die beiden Mütter sehr wichtig.

Künftig soll der Markt im Café von "Mathilda Glaskuchen" im Cassellapark in der Cassellastraße 30 jeden Mittwoch von 16 bis 17.30 Uhr durchgeführt werden. Bestellschluss ist jeweils Montagnacht. Dadurch wissen die Erzeuger ganz genau, wie viel sie liefern müssen.

Bezahlt wird vorab

Spontan etwas vor Ort über die getätigte Bestellung hinaus einzukaufen geht somit nicht. Die Lebensmittel werden mit der Online-Bestellung bereits von den Käufern vorab bezahlt, so dass beim Abholen auch kein Geld ausgetauscht werden muss. Am kommenden Donnerstag, 20. Mai, von 17.30 bis 19 Uhr, soll noch eine zweite Schwärmerei im Gutleutviertel eröffnen. Alexandra Flieth

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