Martin-Elsaesser-Platz bekommt ein Gesicht

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Der kleine Platz im Ostend wurde erst 2010 nach dem Frankfurter Architekten Martin Elsaesser (1884 – 1957) benannt. Jetzt wird er endlich hergerichtet.

Der Martin-Elsaesser-Platz, zwischen der Sonnemannstraße und der Oskar-von-Miller-Straße, bekommt endlich sein Gesicht. Der Platz erinnert nicht nur an den Architekten der inzwischen weltweit berühmten Großmarkthalle, sondern auch an mehrere andere seiner Gebäude des „neuen Frankfurt“ aus den 1930er Jahren.

Die Darmstädter Architekten Professor Ariel Ausländer und Fabian Luttropp haben den Wettbewerb für die Gestaltung des Platzes mit ihrem „Elsaesser Plan“ gewonnen. Der Platz, schrieben sie zu ihrem Entwurf, „soll seine (Elsaessers) Bauwerke thematisieren, ihren Standort und ihr Verhältnis zu Frankfurt und dem Stadtgebiet sowohl formal als auch inhaltlich zeigen“.

Um die Standorte der zehn Bauten Elsaessers im Frankfurter Stadtgebiet verorten zu können, wird eine Eisenbahnschiene als Abstraktion für den Main in den Boden eingelassen. Die Bauten sind auf Sockeln zu sehen, die die Grundrisse zeigen und auch ihre Form aufnehmen. Diese Sockel sind exakt in den Positionen aufgestellt, die die Bauwerke im Stadtgebiet haben. Zum ersten Mal werden wohl viele Passanten erkennen, welche Bauten, die sie schon lange kennen, ebenfalls vom Baumeister der Großmarkthalle entworfen wurden. Dazu gehören etwa das Gesellschaftshaus im Palmengarten, die Geschwister-Scholl-Schule, die ehemals Römerstadtschule genannt wurde, die Ludwig-Richter-Schule und die Pestalozzischule, die früher Konrad-Haenisch-Schule hieß, sowie die Holzhausenschule. Aber auch in Fechenheim das Hallenschwimmbad und das Gartenbad oder das Bootshaus der Goethe-Universität am Main wurden von Elsaesser entworfen. Und nicht zuletzt die Gustav-Adolf-Kirche, die in Alt-Niederursel auf einem Hügel steht. Elsaesser baute die Kirche komplett aus Beton mit einem achteckigen Grundriss.

Wer diese Grundrisse auf ihren Skulpturen, die die Form der Bauwerke zeigen, erdacht und erschaffen hat, wird von einer runden Bronzeplatte mit einem Porträt Elsaessers erläutert werden. Der Innenbereich des neu gestalteten Platzes wird von Klinkerwänden gefasst, und die bisher dort angepflanzten Bäume sollen auch nach der neuen Gestaltung des Platzes dort wieder ihren Standort haben.

Der in Tübingen geborene Elsaesser war von 1920 bis 1925 Leitender Direktor der Kunstgewerbeschule in Köln, bevor er 1925 vom Frankfurter Bürgermeister Ludwig Landmann neben dem Stadtbaurat Ernst May nach Frankfurt berufen wurde.

Dort blieb er bis 1932 als Stadtbaudirektor, Leiter des Hochbauamtes und gleichzeitig freier Architekt und Professor für Baugeschichte. Von 1933 bis 1937 arbeitete er als freier Architekt in München, von 1937 bis 1945 wohnte er in Berlin. Im nationalsozialistischen Deutschland erhielt er keine Aufträge, konnte aber von seinem Münchner Büro aus diverse Projekte in der Türkei verwirklichen, unter anderem den Bau der Sümer Bank in Ankara.

1946 kehrte er von Berlin nach Stuttgart zurück. Eine Reihe programmatischer Schriften zum Thema Städtebau belegen seine pragmatische Haltung im Streit um die Neugestaltung der zerstörten Bauten und Städte. Zu seinem 70. Geburtstag wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

(wyg)

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