Nur mit einer Impfbescheinigung dürfen derzeit die Leibnizschule und das Friedrich-Dessauer-Gymnasium in Höchst besucht werden.
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Nur mit einer Impfbescheinigung dürfen derzeit die Leibnizschule und das Friedrich-Dessauer-Gymnasium in Höchst besucht werden.

Stadtgesundheitsamt empfiehlt in einem Elternbrief, Kinder impfen zu lassen

Masern: Erstes Baby in Frankfurt erkrankt

  • Holger Vonhof
    vonHolger Vonhof
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Jetzt hat sich auch ein neun Monate altes Kind in Höchst mit Masern infiziert. Die Infektionskrankheit breitet sich weiter aus – weil viele nicht mehr geimpft sind.

Nach Angaben des Gesundheitsamts hat sich in Höchst auch ein neun Monate altes Baby mit Masern angesteckt. Eine Verbindung zu den Masernfällen an zwei Höchster Gymnasien – dem Friedrich-Dessauer-Gymnasium und der Leibnizschule – sei jedoch nicht ersichtlich.

Am Dessauer-Gymnasium gab es in den vergangenen beiden Wochen neun Masernfälle, Anfang der Woche wurde die Viruskrankheit auch bei einem Leibnizschüler diagnostiziert, zwölf Fälle sind jetzt aktenkundig. Deshalb hat das Gesundheitsamt den Impfstatus aller Leibnizschüler sowie der Lehrer, pädagogischen Mitarbeiter und Hausangestellten kontrolliert. Neben 54 der 820 Schüler, die am Mittwoch keinen ausreichenden Impfschutz belegen konnten, waren auch fünf Lehrer offenbar nicht ausreichend geimpft. In einigen Fällen konnten die Unterlagen jedoch gestern nachgereicht werden.

Das Leibnizgymnasium befindet sich mit dem Friedrich-Dessauer-Gymnasium in einem Schulverbund; die beiden benachbarten Schulen teilen sich nicht nur Lehrkräfte, sondern auch Funktionsräume wie Cafeteria oder Bibliothek. Masern werden durch die beim Niesen, Husten und Sprechen freigesetzten Tröpfchen sehr leicht von Mensch zu Mensch übertragen und halten sich auch gewisse Zeit in der Luft eines Raumes, den ein Infizierter genutzt hat.

Hochansteckend

Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, die vor allem Kinder, aber auch Erwachsene ohne Immunschutz trifft. Die Erkrankung beginnt acht bis 18 Tage nach Ansteckung mit an Grippe erinnernden Symptomen wie Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen, Husten und gerötetem Rachen. Am 3. bis 7. Krankheitstag tritt ein Hautausschlag auf, der im Gesicht und hinter den Ohren beginnt und sich über den gesamten Körper ausbreitet. Das Fieber, das auf über 40° C ansteigen kann, klingt nach etwa einer Woche wieder ab.

In einem Elternbrief fordert das Gesundheitsamt nun dazu auf, sich impfen zu lassen: „Wir wissen nicht, in welche Richtung sich der aktuelle Masernausbruch entwickelt. Er kann aber rascher beendet werden, wenn fehlende Impfungen unverzüglich nachgeholt werden.“ Komplikationen treten verhältnismäßig häufig auf. Besonders gefürchtet ist die durch Masern bedingte Hirnentzündung, auch Masernenzephalitis genannt. Diese kann sich etwa vier bis sieben Tage nach dem Auftreten des Ausschlages entwickeln und in seltenen Fällen sogar zum Tod führen. Mit zunehmendem Alter der Erkrankten steigt die Gefahr, dass Masernenzephalitis auftritt. Sehr selten kann sich nach vielen Jahren eine andere Form der Gehirnentzündung entwickeln, die schließlich zum Tod führt.

Impfung ist gut verträglich

Die

Impfung ist gut verträglich

und wird als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) oder zusätzlich noch gegen Windpocken (Varizellen) als MMR(V)-Impfung empfohlen. Die Erstimpfung sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten erfolgen, gefolgt von der zweiten Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten. Bis zum 18. Lebensjahr sollten alle Kinder und Jugendlichen zwei MMR(V)-Impfungen erhalten haben. Versäumte Impfungen können jederzeit nachgeholt werden. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) empfiehlt allen nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus oder ohne Impfung, sie nachzuholen.

(hv)

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