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Masterplan "ErlebnisCity": Ein neues Gesicht für die Frankfurter Innenstadt

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Von: Thomas J. Schmidt

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Eine der Bausünden, unter denen die Innenstadt leidet, ist das "Loch" in der Hauptwache. FOTO: peter jülich
Eine der Bausünden, unter denen die Innenstadt leidet, ist das "Loch" in der Hauptwache. © Peter Jülich

Mit 30 Millionen Euro sollen Innenstadt und später auch die Stadtteile aufgewertet werden. Die ersten Projekte stehen schon fest.

Frankfurt -Noch ist vieles offen, doch einiges ist schon absehbar: Noch im laufenden Jahr werden mobile Sitzmöbel und Pflanzkübel die Steinödnis auf dem Rathenauplatz aufbrechen, die Sicherheit und Sauberkeit in der Innenstadt soll verbessert werden, und ein Gestaltungswettbewerb soll Farbe auf die "Terrorpoller" bringen, die neuralgische Flächen vor Angriffen schützen. Diese Beispiele nannte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gestern bei der Vorstellung des Masterplans "ErlebnisCity" Frankfurt. "Wir müssen nicht alles sofort umsetzen. Wichtig ist, dass wir anfangen", sagte der Oberbürgermeister.

Frankfurter Magistrat plant mit 30 Millionen Euro

Der Masterplan, der sich an den Masterplan Tourismus anlehnt und vom gleichen Büro, Project M, ausgearbeitet wurde, soll die Innenstadt und die Stadtteile aufwerten. Bei der ersten Vorstellung im Römer war jedoch nur von der Innenstadt die Rede. Schon in der vergangenen Woche hat der Magistrat beschlossen, für die Umsetzung 30 Millionen Euro einzuplanen.

Das City-Marketing unter Leitung von Eduard Singer soll dabei zum Citymanagement ausgebaut werden. Singer übernimmt eine Schlüsselfunktion: Bei der Sammlung weiterer Ideen und Vorschläge, der Bearbeitung und der Koordinierung von mehr als 50 Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft sind er und seine sieben Mitarbeiter der Angelpunkt.

50 Frankfurter Institutionen waren beteiligt

Diese 50 Partner und Institutionen waren auch an der Erarbeitung des Masterplans beteiligt: Städtische Dezernate, Ämter, Wirtschaftsförderung, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Kirchen, Eigentümer und viele andere haben Vorschläge gemacht, wie die Innenstadt belebt werden kann. Der von Peter C. Kowalsky, Leiter von Project M, vorgestellte Masterplan gießt die Wünsche in ein Konzept. Bis 2030 soll die Innenstadt attraktiver werden. Doch was sind die Probleme?

"Wir haben nicht so viele Geschäftsaufgaben, wie während Corona befürchtet", sagte Feldmann. "Doch die Mieten waren schon vorher sehr hoch, und Corona hat für manchen wie ein Brandbeschleuniger gewirkt." Das Ergebnis: Leerstände - und damit eine Aufgabe auch für die Stadt. Denn Leerstände wirken sich auf die Nachbarschaft aus.

Frankfurts OB: Wozu braucht man eine Innenstadt?

Die wichtige Frage, so Feldmann, laute: "Braucht man noch Innenstädte?" Schließlich blühe der Online-Handel. Der OB beantwortete seine Frage selbst: Ja, man brauche sie als Orte des Zusammentreffens und Wohlfühlens. Aber warum sollten Auswärtige ihr Geld gerade in Frankfurt ausgeben? Diese Frage ist es, die die Einzelhändler und Gastronomen umtreibt. Für Singer und Feldmann liegt die Zukunft der Innenstadt in deren vielfältiger Nutzung: "Vom Funktions- zum Emotionsraum", ist eine der Folien des Masterplans überschrieben. Die Funktion Einkaufen, über Jahrzehnte fast der einzige Zweck der Innenstädte, soll erweitert werden.

Frankfurt soll abwechslungsreicher werden

Mit abwechslungsreicher Gastronomie - die es, wie den Einzelhandel, schon gibt - aber auch neuen Feldern. Zum Beispiel Kultur, zum Beispiel Identitätsstiftendes für die Bewohner wie ausgeweitete Wochenmärkte, zum Beispiel besser genutzte Erlebnisräume von der Neuen Altstadt bis zum Mainufer, zum Beispiel auch digitale Besucherführung und ansprechende Beleuchtung, um Auswärtige in die Stadt zu locken.

Dabei sollen auch die City östlich der Konstablerwache und die Neustadt nördlich der Zeil Funktionen zugewiesen bekommen. Derzeit fehlt dies noch. Die östliche City könnte zu einem internationalen Szeneviertel werden, die Neustadt noch mehr als bislang ein Experimentierfeld für ein gemischtes Wohn- und Geschäftsviertel.

Frankfurt soll bei all dem mit seinen Stärken operieren. Bühnen und Sitzmobiliar auf weiteren Plätzen, etwa Goetheplatz und Kornmarkt, sollen die Innenstadt einladend gestalten, das Mainufer noch mehr als bislang Freizeitraum, die Skyline besser inszeniert werden, auch mit mehr "Rooftop-Feeling".

Zu den Defiziten, die abgebaut werden sollen, zählen Grundstücksspekulationen und Leerstände, der mangelhafte Branchenmix im Einzelhandel und die mangelnde Sichtbarkeit von Kunst und Kreativität im öffentlichen Raum.

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