Elegant nimmt Varol Akgöz die Kugel herunter. Im Heimspiel gegen Stadtallendorf (3:0) vor zwei Wochen traf der Rot-Weiss-Torjäger zwei Mal.
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Elegant nimmt Varol Akgöz die Kugel herunter. Im Heimspiel gegen Stadtallendorf (3:0) vor zwei Wochen traf der Rot-Weiss-Torjäger zwei Mal.

Fußball-Hessenliga

Das Maximale herausholen

Der Situation an der Tabellenspitze der Fußball-Hessenliga besondere Aufmerksamkeit zu schenken macht derzeit nur bedingt Sinn, denn die Anzahl der absolvierten Spiele variiert zwischen 22 und 25. Dazu kommt die Frage, wer denn im Fall der Fälle tatsächlich den Gang in die Regionalliga Südwest wagen würde.

Spitzenreiter Hessen Dreieich hat seinen Verzicht auf einen möglichen Aufstieg bereits erklärt (wir berichteten), Eintracht Stadtallendorf sagt ja, Borussia Fulda und Bayern Alzenau halten sich mit öffentlichen Bekenntnissen zurück. Und Rot-Weiss Frankfurt ? Dort tut Trainer Daniyel Cimen das einzig richtige und konzentriert sich mit seinem Team erst einmal „nur“ auf die Meisterschaft, nicht auf einen möglichen Aufstieg. „Alles andere können wir ja sowieso nicht beeinflussen“, sagt der Coach.

Und so wenden sich die „Roten“ dem Spiel am Samstag (16.30 Uhr) gegen die von ihrem ehemaligen Trainer Lars Schmidt betreuten Sportfreunde aus Seligenstadt zu. Die verloren zuletzt mit 0:1 gegen Stadtallendorf und benötigten am Mittwoch gegen den A-Ligisten SV Pars Neu-Isenburg (trainiert vom ehemaligen Rot-Weiss-Coach Sasan Tabibzadeh) im Offenbacher Kreispokal-Halbfinale ein Eigentor in der Nachspielzeit, um sich mit 3:2 durchzusetzen.

Bei Rot-Weiss Frankfurt stehen die zuletzt bewährten Kräfte allesamt zur Verfügung, während Hasan Demir mit geschwollenem Knie noch auf eine endgültige Diagnose wartet – da bleibt nur eine kleine Hoffnung auf eine leichte Verletzung. Torhüter Ioannis Takidis dagegen hat die eine Halbzeit im Testspiel gegen den Verbandsligisten VfB Ginsheim (3:0) gut überstanden und wird wieder zwischen den Pfosten stehen. „Seligenstadt ist eine Mannschaft, die an einem guten Tag jeden Gegner besiegen kann, aber wir spielen zu Hause und wollen die drei Punkte holen“, sagt Cimen, der sich mit seiner Mannschaft vorgenommen hat, „im Rest der Saison sportlich das Maximale herauszuholen und nicht den Fokus zu verlieren“.

„Emotionale Sache“

„Die Jungs standen in dieser Woche schon wieder gut auf dem Trainingsplatz“, berichtet Trainer Rudi Bommer von Hessen Dreieich . Der erste „Schock“ des Verzichts auf einen möglichen Aufstieg sei überwunden, die Reaktion der Mannschaft bleibe abzuwarten: „Mal sehen, wie das am Freitag wird, da spielt jetzt ja auch noch das Unterbewusstsein mit hinein.“

Bereits am heutigen Freitag treffen die Dreieicher um 19.30 Uhr auf den Tabellensechsten Rot-Weiß Hadamar, der bei sieben Punkten Rückstand selbst noch eine kleine Chance auf den Aufstieg hat. „Hadamar hat eine kompakte Defensive und ist auch nach vorne gefährlich, vor allem bei Standards“, warnt Bommer. Die Dreieicher führen mit sechs Punkten die Tabelle an und wollen sich auf jeden Fall die Meisterschaft sichern.

Nach dem 1:1 im Qualifikationsspiel zur Asien-Meisterschaft gegen Vietnam am Dienstag sollten die drei afghanischen Nationalspieler Zubayr Amiri, Abassin Alikhil und Khaibar Amani beim gestrigen Abschlusstraining wieder auf dem Platz stehen und gegen Hadamar zum Kader gehören. Nicht dabei sind die verletzten Tobias Grundler und Toni Reljic. Danny Klein hat in dieser Woche wieder mit dem Training begonnen, Daniele Fiorentino steigt in der nächsten Woche wieder ein. „Wir hoffen, dass wir sie im Saisonendspurt wieder einsetzen können“, sagt Bommer.

Mehr Charakter zeigen

Viktoria Kelsterbach erwartet am Samstag im heimischen Sportpark Rot-Weiß Darmstadt zum Kellerduell (15 Uhr). Wenn man die Tabelle betrachtet, ist es die wohl allerletzte Chance für die Mannschaft von Viktoria Kelsterbach, im Kampf um den Klassenverbleib noch ein Wörtchen mitzureden. Geht man weiter von nur drei Absteigern aus, ist ein Heimsieg des Vorletzten gegen den Drittletzten aus Darmstadt Pflicht. Zwar stehen beide Teams derzeit auf einem Abstiegsplatz, doch der Viertletzte SV Steinbach kommt so gar nicht in die Gänge und könnte durchaus noch abgefangen werden – von Kelsterbach oder Darmstadt. Von einem „Endspiel“ möchte Ralf Horst aber nichts wissen. Der Kelsterbacher Coach war zu Wochenbeginn noch mit der Darbietung bei der 0:3-Niederlage bei Viktoria Griesheim beschäftigt. „So können wir nicht auftreten. Da haben wir uns präsentiert wie ein Absteiger. Da muss meine Mannschaft mehr Charakter zeigen“, erklärt Horst.

Die Art und Weise, wie die Kelsterbacher sich in Griesheim teilweise ergaben, möchte der Aufstiegstrainer nicht noch einmal erleben. Deshalb erwartet er auch eine Reaktion gegen Darmstadt – und deshalb sieht er die kommende Partie auch „nicht als Endspiel“. Die bisherigen vier Siege lassen Horst die Situation realistisch bewerten: „Wahrscheinlich spielen wir nächste Saison in der Verbandsliga.“

Doch es bestehen theoretisch noch Chancen auf den Ligaverbleib. Lange arbeiteten die Kelsterbacher auf das Ziel hin, endlich einmal in Hessens höchster Spielklasse dabeisein zu können. Nun sind es immerhin noch mindestens sieben Partien in der Hessenliga. „Ich möchte, dass sich meine Mannschaft da zerreißt. Bei dem einen oder anderen war es zuletzt so, dass er nicht alles gegeben hat“, stellt Horst klar. Das könnte sich am Samstag auch in der Aufstellung bemerkbar machen. Fest steht, dass Tobias Fischer nach seiner Gelb-Roten Karte aussetzen muss. Mit Marius Antinac (zurück nach Gelb-Rot-Sperre) und Alexander Scholz (nach Prellung wieder fit) kehren laut Horst „zwei Alternativen in den Kader zurück“.

Die Planungen für die neue Runde laufen in Kelsterbach zweigleisig. Mit der bisherigen Entwicklung ist Horst zufrieden. Der Verein befinde sich in aussichtsreichen Gesprächen, sowohl mit Spielern aus dem aktuellen Kader als auch von anderen Vereinen. 13 Zusagen aus dem derzeitigen Kader würden bereits vorliegen. Mit Marc Eichfelder steht ein Abgang fest. „Er hat uns mitgeteilt, dass er den Verein verlassen wird“, sagt Ralf Horst. Wohin es Eichfelder ziehen wird, ist nicht bekannt. Im Gespräch ist Rot-Weiß Walldorf.

(rst,leo,cn)

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