+
Der Oberräder Maximilian Schusser ist mit 97 Jahren gestorben.

Bürgerverein nimmt Abschied

Maximilian Schusser liebte Ginkgo, Apfelwein und Grie Soß’

Maximilian Schusser ist am 23. April verstorben. Er wurde 1921 in Marienbad/Egerland geboren und absolvierte die Preußische Forstschule und war bis Ende des 2.

Maximilian Schusser ist am 23. April verstorben. Er wurde 1921 in Marienbad/Egerland geboren und absolvierte die Preußische Forstschule und war bis Ende des 2. Weltkrieges Revierförster in Reichenberg/Böhmen. 1945 aus Böhmen vertrieben, nahm er im selben Jahr eine Stelle beim Forstdienst Frankfurt an.

Der Wahlfrankfurter wurde Oberräder des Jahres 2009, da er als erster Förster nach dem Zweiten Weltkrieg in Oberrad bzw. als Forstamtsrat die Aufforstung des Stadtwaldes vorantrieb und dabei sehr viel soziales Engagement gegenüber der Oberräder Bevölkerung zeigte. In der kargen Zeit gab er insbesondere den Oberräder Frauen, die bei der Anpflanzung der Bäume mitarbeiteten, „Lohn und Brot“, was Max Schusser bei der Bevölkerung in Oberrad sehr beliebt machte. Zumal das Entgelt der Arbeit auf Veranlassung von Max Schusser für die Frauen am Ende höher ausfiel, als vereinbart war.

Er lebte 73 Jahre lang von 1946 an im Forsthaus und nach seiner Pensionierung 1981 innerhalb des Stadtteils Oberrad. In seinem Garten am alten Oberräder Forsthaus bot Max Schusser seine fachkundigen, kostenlosen Führungen an, die dazu dienten, die Zusammenhänge in der Natur besser zu verstehen. Ihm war der Dialog, sein Wissen und die Vermittlung seiner Kenntnisse für die Oberräder Bevölkerung und darüber hinaus sehr wichtig.

Max Schusser hat die Natur sehr geliebt, insbesondere den Ginkgobaum, über den er Artikel in naturwissenschaftlichen Schriften verfasste. Für ihn war der Ginkgoblätter-Tee den er trank, ein „Quell für das Gehirn“, wie er sagte. Seine Wirkung würde den Geist wachhalten. „Er hatte immer viel zu erzählen, man konnte ihm lange zuhören und war beeindruckt von seinem Wissen“, heißt es vom Bürgerverein Oberrad.

Bis zu seinem Tod war er dem Egerland eng verbunden. Kulinarisch überzeugten ihn in Oberrad die Grüne Soße und der Apfelwein. Er kelterte sogar Apfelwein selbst und hatte im Gewölbe des Forsthauses sein eigenes „Stöffche“. „Wir werden Max Schusser, der im Alter von 97 Jahren verstarb, in seiner dem Menschen und der Natur zugewandten Art, die auch mit einem gewissen Humor in seinen Ausführungen verbunden war, sehr vermissen.

(red)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare