Flüchtlings- und Seniorenwohnen

Mehr Details zur Unterkunft gefordert

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Zu dürftig sind noch die Infos über jenes Haus in Harheim-Süd, in dem Senioren und Flüchtlinge zusammen leben sollen. Mehr Infos wünscht der Ortsbeirat – auch, weil sonst die Entscheidung für Senioren, einzuziehen, schwierig ist.

Das in der Straße Im Niederfeld geplante Flüchtlings- und Seniorenheim (wir berichteten) sorgt weiter für Diskussionen im Harheimer Ortsbeirat. In der Juni-Sitzung hatten Investor Markus Gildner und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als Träger ihr Projekt vorgestellt. Doch auch einen Monat später fehlen den Stadtteilpolitikern Details. Planunterlagen oder eine Niederschrift über abgegebene Erklärungen gebe es noch nicht, bemängelt etwa die CDU.

So erklärte Ortsvorsteher Frank Immel (CDU), bereits vor der Juni-Sitzung Informationen vom Investor bekommen zu haben – mit der Auflage, sie zunächst nicht weiterzugeben. Inzwischen haben aber alle Ortsbeiratsmitglieder diese Unterlagen, erklärt er auf Nachfrage. „Die Bilder und Pläne, die wir in der Juni-Sitzung sahen, zeigen nur ungefähr, wie das Gebäude in Harheim aussehen wird“, sagt Immel. Wünschenswert seien mehr Informationen – auch, weil die Senioren, für die hier auch gebaut wird, ja frei entscheiden könnten, hierherzuziehen oder nicht.

In der Juli-Sitzung des Ortsbeirats wurde über Details der Planung nur spekuliert. Nach dem gezeigten Wohnungsgrundriss mit 48 Quadratmeter großen Zimmern könnten dort zwei bis drei oder auch fünf bis sechs Flüchtlinge einquartiert werden, rätselt Helmut Seuffert (Grüne). Fraglich sei auch, ob die Eignung für Senioren mit dem möglichen Einbau eines Treppenlifts im gemeinschaftlich genutzten Treppenhaus schon erfüllt sei.

Einstimmig angenommen wurde daher ein CDU-Antrag, der vom Magistrat „Nutzungsdaten und konkrete Baubeschreibungen“ fordert.

Auf Anfrage erklärt Markus Gildner, voraussichtlich in der nächsten Ortsbeiratssitzung am Montag, 5. September, detaillierte Pläne vorstellen zu können. „Der Bauantrag wird bis Ende Juli gestellt.“ Neu sei daran, dass nach Passivhausstandard gebaut werde. „Dafür mussten wir umplanen. Wir liegen aber im Zeitplan.“

Heftig gestritten wurde über einen weiteren CDU-Antrag, im zweiten der drei Bauabschnitte die Priorität auf seniorengerechtes Wohnen zu legen. Das ganze Gebäude solle barrierefrei sein, fordert hingegen Wolfgang Menges (SPD). Und Seuffert betont, der versprochene Anteil von 25 bis 30 Prozent Senioren müsse in jedem Bauabschnitt eingehalten werden, zumal es auch ältere Flüchtlinge gebe. Das soll die Integration fördern.

Doch die CDU besteht auf ihrer Formulierung, da zunächst nur Flüchtlinge in das Gebäude ziehen sollen. Daraufhin bekam der Antrag nur die vier CDU-Stimmen bei vier Gegenstimmen von SPD und Grünen – BFF-Ortsbeirat Alfred Quirin enthielt sich – und war abgelehnt.

Dass ein Investor hier auch wirklich Wohnungen für Senioren anbietet, müsse die Stadt nicht unbedingt vertraglich festlegen, etwa im Erbpachtvertrag für das Grundstück, sagt Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats. „Das steht ja bereits im Bebauungsplan. Der legt in seinem Textteil ausdrücklich fest, dass hier maximal 30 Prozent andere Nutzung zulässig ist.“ Der Großteil des Gebäudes sei für „Altenwohnen“ reserviert.

Ob es im Ort Nachfrage für die Seniorenwohnungen gibt, ist umstritten. Stefan Quirin sagt, das DRK habe bereits drei Anfragen. Günther Teichert vom Seniorenbeirat hingegen sagt, er habe ältere Harheimer angesprochen – die wollten aber erst einmal abwarten und sehen, was gebaut wird und was es kostet.

(dd)

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