Mobilität

Mehr Elektro-Ladesäulen in Frankfurt

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
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In den nächsten Wochen werden weitere Standorte im Stadtgebiet eröffnet

In den nächsten Wochen sollen die ersten der neuen öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos in der Stadt installiert werden. Es befänden sich "momentan 69 Pilotstandorte in der Umsetzung", noch im Januar sollten weitere Folgen, erklärt der Magistrat in einem aktuellen Bericht. Zwei Anbieter können mit dem grünen Licht aus dem Römer nun an die Umsetzung gehen.

Die war zuvor bereits für Anfang Oktober vorgesehen. Frankfurt hat bisher die zweitschlechteste Lade-Infrastruktur für Elektroautos unter den zehn größten Städten in Deutschland, hatte diese Zeitung vor einem Jahr ermittelt. Die Stadtverordneten hatten schon vor Jahren entschieden, dass die Stadt nicht selbst Ladesäulen baut, sondern Betreibern die Möglichkeit gibt, selbst welche aufzustellen. Erste Interessenten hatten aber aufgegeben, weil das Genehmigungsverfahren der Stadt zu lang dauerte.

"Vor Ausstellung der Gestattungsverträge muss jeder Betreiber für jeden Standort ein Trassenerkundungsverfahren durchführen", erklärt Ansgar Roese von der städtischen Wirtschaftsförderung. Die Ansprechpartner dafür sitzen aber an diversen Stellen in der Stadtverwaltung. Deshalb hat die Wirtschaftförderung nun ein dezernats- und ämterübergreifendes Verfahren aufgesetzt.

"Hierbei muss ein Laufscheinverfahren durchlaufen werden, bei dem bis zu 35 Unternehmen angefragt werden müssen, ob an dem jeweiligen Standort Leitungen des Betreibers betroffen sind", erklärt Roese. So standardisiert sollen Genehmigungen künftig schneller möglich sein. Allerdings sei auch dieses Verfahren "sehr zeitaufwendig und muss sich mit den neuen Marktteilnehmern noch einspielen", sagt der Wirtschaftsförderer.

Forderungen auch von Ortsbeiräten

Eine Verzögerung habe es auch gegeben, weil das Vorgehen "mit den Verantwortlichen in den neu besetzten Dezernaten Wirtschaft als Mobilität das Verfahren abschließend vorgestellt/abgestimmt werden" sollte, räumt Roese ein. Andererseits betont Wulfila Walter, der Büroleiter des neuen Mobilitätsdezernenten Stefan Majer (Grüne): "Seit unserer Übernahme des Mobilitätsdezernates am 9. September kam es sicherlich zu keiner Verzögerung."

Die ersten beiden Anbieter, die Firmen Qwello und OnCharge, haben nun ihre Gestattungen für die ersten 69 Standorte erhalten. Bei der Wirtschaftsförderung rechnet man damit, dass die Umsetzung auch bald erfolgt.

In der Kernstadt und umliegenden Stadtteilen würden die ersten Ladesäulen aufgebaut, hatte Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) Anfang Dezember angekündigt. Aus Ortsbeiräten kommen schon länger Forderungen für Standorte von Elektro-Ladesäulen, etwa dem Siebener (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) und dem Elfer (Fechenheim, Riederwald, Seckbach). Solche Forderungen weist der Magistrat zurück: "Eine proaktive Teilnahme bei der Standortauswahl und Vergabe ist seitens der Stadt nicht gestattet."

Das liege daran, dass sich die Stadtverordneten für das Open-Market-Modell und damit freien und fairen Wettbewerb für alle Interessenten entschieden hätten. "Vergaberechtlich ist es seitens der Stadt daher nicht möglich, bestimmte Betreiber zu favorisieren oder Standorte auszuschreiben", erklärt die Regierung. Die Betreiber suchten die Standorte selbst aus und beantragten sie dann.

Dieser Wettbewerb führe aber dazu, dass es inzwischen "eine Vielzahl von Interessenten" gebe, die investieren wollten. So hat allein Anbieter Qwello 680 Ladestandorte beantragt - zuletzt gab es in der Stadt gerade einmal 200 öffentliche Ladepunkte. Qwello-Chef Henrik Thiele rechnet damit, dass es bis 2030 in Frankfurt 7000 bis 8000 Ladesäulen gibt.

Einen Tipp gibt's vom Magistrat aber: "Engagierte Privatpersonen oder Unternehmen" könnten Hinweise zu potenziell interessanten Standorten für Ladeinfrastruktur direkt den Betreibern nennen.

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