Neues Konzept für "Innovationsquartier"

Mehr Grün und höhere Häuser fürs umstrittene Baugebiet

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Planungsdezernent Mike Josef (SPD) reagiert auf die Kritik am geplanten „Innovationsquartier“ im Nordend und ändert die Pläne. Höhere Gebäude sollen mehr Grünflächen ermöglichen – bei einer gleichbleibenden Zahl von Wohnungen.

Nein, beschlossen ist immer noch nichts. CDU, SPD und Grüne haben sich nach wie vor nicht auf eine gemeinsame Position zum umstrittenen „Innovationsquartier“ an der Friedberger Landstraße im Nordend geeinigt. Doch Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hat am Montagabend im Planungsausschuss eine mögliche Lösung präsentiert. „Wir haben die Kritik berücksichtigt“, sagte er.

Bereits bekannt war, dass der Abenteuerspielplatz an seinem heutigen Standort erhalten wird. Neu sind zwei etwa 70 Meter breite Grünstreifen im Süden und Osten des Baugebiets, das sich vom Wasserpark im Norden bis zum Günthersburgpark im Süden erstreckt. In diesen Grünstreifen könnten rund 80 Kleingärten untergebracht werden. Das sind allerdings deutlich weniger, als heute dort vorhanden sind. „Wir können nicht alle erhalten“, räumte Planungsamtsleiter Martin Hunscher ein. Er wies darauf hin, dass der stark frequentierte Günthersburgpark erweitert werde, zunächst um rund zwei Hektar auf dem Gelände der früheren Stadtgärtnerei, langfristig um weitere drei Hektar, wenn die Gärtnerei-Nutzung weiter nördlich aufgegeben werden sollte. Wie viele Grünflächen durch die geplante Wohnbebauung wegfallen, konnte Hunscher nicht sagen.

Klar ist nur: Durch die Änderung der Pläne sollen nicht weniger Wohnungen gebaut werden. Durch je ein zusätzliches Geschoss auf allen Gebäuden sollen nach wie vor rund 1500 möglich werden. Im Westen des Areals würde demnach sechsgeschossig gebaut, in der Mitte fünfgeschossig. Die Häuser im Norden, Süden und Osten des Areals kämen auf vier Vollgeschosse.

Noch nicht ganz geklärt sind die klimatischen Auswirkungen. Josef kündigte dazu ein detailliertes Gutachten an. Hunscher sagte, nach dem aktuellen Klimaatlas des Umweltamts sei keine gravierende Temperaturerhöhung in den umliegenden Wohngebieten zu erwarten. Die Gebäude selbst müssten klimaverträglich geplant werden.

Bei Vertretern der schwarz-rot-grünen Koalition im Römer kamen die Pläne gut an. CDU-Fraktionschef Michael zu Löwenstein sprach von einer „ausgewogenen Lösung“. Sieghard Pawlik (SPD) kündigte an, man werde versuchen, einen Anteil von 40 Prozent gefördertem Wohnraum durchzusetzen. Uli Baier (Grüne) stellte auch Flächen für genossenschaftliches Wohnen in Aussicht. Kritik kam vor allem von Linken und Ökolinx. Auch die Bürgerinitiativen, die gegen das Projekt kämpfen, ließen sich nicht überzeugen. „Ich sehe überhaupt keinen Unterschied zu den früheren Planungen“, sagte etwa Thilo Schwichtenberg.

In den Ausschuss gekommen war aber auch ein Bürger, der mit seiner Familie in Bornheim lebt und sich mehr Wohnfläche wünscht. „Seit drei Jahren finden wir nichts Passendes in der Nähe“, sagte er. „Wir setzen große Hoffnungen in das Projekt.“ Werde es nicht realisiert, würden Familien ins Umland getrieben. Dort aber sei der Flächenverbrauch noch viel höher. „Wir sollten die Planung jetzt auf den Weg bringen“, lautete sein Wunsch.

(mu)

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