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Mehr Grün, Toiletten und ausreichend Parkplätze

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Von: Stefanie Wehr

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Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) begrüßt die Besucher des Info-Abends, bei dem Bürger Ideen und Bedenken zur Umgestaltung der Schweizer Straße vorbringen konnten.
Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) begrüßt die Besucher des Info-Abends, bei dem Bürger Ideen und Bedenken zur Umgestaltung der Schweizer Straße vorbringen konnten. © Michael Faust

Bürger äußerten bei Info-Veranstaltung viele Wünsche und Bedenken für die Umgestaltung der Schweizer Straße und des Schweizer Platzes

150 angemeldete Bürger, darunter viele Anwohner und Geschäftsinhaber, drängten sich gestern Abend in die halbe Aula der Freiherr-vom-Stein-Schule, um mehr über die Pläne der Stadt zur Umgestaltung von Schweizer Platz und Schweizer Straße zu erfahren und ihre Meinung dazu zu äußern. Auf Sitzplätze für die Bürger war verzichtet worden, da der Hauptteil der Veranstaltung der Diskussion an Themen-Ständen zu Facetten wie Verkehr, Aufenthaltsqualität und Gewerbe galt.

„Wir wollen Sie als Fachleute im Sinne von Betroffenen, die wissen, was auf der Schweizer Straße gebraucht wird“, sagte zu Beginn Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne), der „nicht verhehlen“ wollte, dass das schwierigste Thema die Straßenbahn sei, die „jeder weiterhin haben will, denn sie trägt zur Qualität der Schweizer Straße bei“. Sie brauche aber eine barrierefreie Haltestelle, die nur auf der Mitte des Schweizer Platzes gebaut werden könne, weil nur der Platz die benötigten 60 Meter Länge hergebe. An der jetzigen Haltestelle Schwanthaler Straße sei der barrierefreie Umbau wegen Grundstückseinfahrten nicht möglich. Die Schweizer Straße, so Majer, solle gestärkt werden, Einzelhandel und Gastronomie sollten von der Umgestaltung profitieren.

In der von Planungschef Michael Wejwoda vom Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) kurz vorgestellten Machbarkeitsstudie sind zudem ein Radweg, Ladezonen, mehr Aufenthaltsqualität für Fußgänger und der Erhalt der Bäume als Ziele definiert. Die Autos sollen in Nord-Süd-Richtung hinter der Straßenbahn herfahren, im Kreisel sollen sie nur noch aus den Nebenstraßen in die benachbarten Straßen, nicht mehr von dort in Nord-Süd-Richtung einschwenken können. Nur Fahrradfahrer sollen um den Innenkreis herum fahren.

Emotionale Diskussionen

Ob die Radfahrer dann nicht in Konflikte mit dem Geradeausverkehr und mit den Fußgängern gerieten, war ein häufig genannter Einwand an der Verkehrs-Themenstation. Sobald die Stationen eröffnet waren, gingen teils emotionale Diskussionen mit den dort eingesetzten Ansprechpartnern des Mobilitätsdezernats los. Eine Sachsenhäuserin echauffierte sich, warum man die Schweizer nicht zur autofreien Zone erkläre. „In Nord-Süd-Richtung fahren sowieso nur auswärtige Pendler, das sollte unterbunden werden, damit es hier endlich sicherer wird.“ Warum sei nicht geprüft worden, ob für die Straßenbahn eine ganz andere Route möglich sei, fragte Stefan Kritzinger, Anwohner und Stadtplaner. „Man könnte die Tram vom Otto-Hahn-Platz durch die Holbeinstraße und links durch die Textorstraße zum Südbahnhof führen. Auf der Schweizer braucht man sie nicht, sie bringt zu viele Konflikte“, meinte er. Auf den Einkaufsstraßen Leipziger Straße und Berger Straße reiche die U-Bahn aus. Es seien zu wenige Parkplätze eingeplant. Nur noch 16 statt 88, das sei eine zu krasse Reduzierung, sagte eine Frau, die für die mobilitätseingeschränkte und ältere Bürger sprach.

„Super“ findet Simone Markl die Pläne. „Wenn die Autos hinter der Straßenbahn herfahren müssen, geben sie irgendwann auf und fahren hier nicht mehr durch“, hofft sie. „Ich meide die Schweizer Straße wegen der vielen Autos, sie ist viel zu gefährlich“, sagte die Sachsenhäuserin.

Im Schnelldurchlauf wechselten die Besucher die Stationen, deren Stellwände am Ende der vorgesehenen einen Stunde vollgespickt waren mit bunten Zetteln, auf die Bürger Vorschläge und Bedenken geschrieben hatten. Viele wünschen sich mehr Grün, Toiletten und Trinkbrunnen wurden gewünscht. Vor allem aber sollten die Nebenstraßen bei der Umgestaltung mitbedacht werden, sagte Lydia Schmitt, Anwohnerin in der Diesterwegstraße. „Die angrenzenden Straßen sollten auch verkehrsberuhigt und verschönert werden. Der Verkehr darf nicht in die Nebenstraßen verdrängt werden.“

Die Mitarbeiter der Ämter gelobten, die Ideen der Bürger in der weiteren Planung zu berücksichtigen. Die Themenstationen und Ansprechpartner der Stadt finden Interessierte diese Woche in der Volksbank-Filiale in der Schweizer Straße 39 vor. Geöffnet ist Mittwoch und Freitag 10 bis 12 Uhr, Donnerstag 16 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 13 Uhr. Vorschläge werden auch unter schweizerstrasse@stadt-frankfurt.de oder telefonisch unter 900288822 angenommen (bis 30. November).

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