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Mehr Helden für Hessen gesucht

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Von: Enrico Sauda

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hr3-Moderator Tobi Kämmerer, Profi-Schwimmerin Sarah Wellbrock und Martin Deiß, Rettungsschwimmer und Ausbilder bei der DLRG in Hessen.
hr3-Moderator Tobi Kämmerer, Profi-Schwimmerin Sarah Wellbrock und Martin Deiß, Rettungsschwimmer und Ausbilder bei der DLRG in Hessen. © Enrico Sauda

Radiomoderator Tobias Kämmerer macht Werbung für Rettungsschwimmerkurse.

Er hat auf jeden Fall eine gute Koordination mit den Armen, den Beinen und der Atmung. Das macht er wirklich sehr gut." So viel Lob aus berufenem Munde. Das freut Radiomann Tobias Kämmerer. Der hr3-Morningshow-Moderator hat die Arme am Beckenrand des Hallenbades des Landessportbundes an der Otto-Fleck-Schneise aufgestützt und schaut Sarah Wellbrock an. Die Gewinnerin der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio hat seinen Schwimmstil beurteilt, weil sie Patin einer Aktion des Hessischen Rundfunks (hr) ist. Vom heutigen Montag an können Interessierte bei der Aktion "Mehr Helden für Hessen. Tobi wird Rettungsschwimmer - und Du auch" einen Rettungsschwimmerkurs absolvieren - Bewerben ist bis zum 24. Juni via hr3.de möglich.

"Als Nicht-Profi-Schwimmer hat er natürlich nicht diese Beweglichkeit in der Schulter. Ein Profi gleitet mit der Hand von oben in das Wasser. Seine Hand kommt von der Seite. Es ist aber hier nicht das Ziel, dass er eine Technik hat wie ein Profi-Schwimmer", so die Sarah Wellbrock weiter.

Ziel sei unter anderem, Schwimmer fürs Thema "Sicherheit im Wasser" zu sensibilisieren. Nicht zuletzt durch häufig ausfallenden Schwimmunterricht in den vergangenen Jahren sei die Zahl der Nicht-Schwimmer immer mehr gestiegen und damit auch die Gefahr für Menschen im Wasser. "Ich bin Sternzeichen Fische und meine Eltern hatten früher einen Schwimmverein", sagt Tobi Kämmerer - vielleicht sind das die zwei Gründe dafür, dass er bei dieser Aktion mitmacht. "Dummerweise haben sie ihre Aktivität aufgegeben, als ich geboren wurde", scherzt er. "Was mich in den vergangenen zehn Jahren wirklich betrübt hat ist, dass jeden Sommer die gleiche Meldung kam, dass zu wenig Kinder schwimmen können und die Zahl der Badeunfälle zunimmt." Er wollte unbedingt etwas dagegen unternehmen.

Eine Idee war, "dass wir für das Seepferdchen widmen". Aber da zog ihnen die Coronapandemie einen Strich durch die Rechnung. Aber sie blieben dran. Und so beschlossen sie, Rettungsschwimmer auszubilden. Es geht darum schneller, weiter und besser zu schwimmen, um effektiv zu helfen. "Ich finde es wichtig, dass Menschen schwimmen lernen und dass die, die es schon können, es denen beibringen, die es nicht können", antwortet Sarah Wellbrock auf die Frage, warum sie sich an der Aktion als Patin beteiligt. Sie selbst trainiere etwas "abgespeckt" zurzeit. "Weil in wenigen Monaten mein Staatsexamen auf mich wartet", so Sarah Wellbrock, die Jura studiert. "Es gibt neben den Kindern auch genug Erwachsene, die nicht schwimmen können, aber ich würde mir wünschen, dass sich die Leute den Mut nehmen und das zu machen, um die Gefahr des Ertrinkens zu minimieren", so die Olympiasiegerin, die auch schon einen Tipp für den angehenden Rettungsschwimmer Kämmerer hat: "Wenn man jemanden sieht, der zum Beispiel im Becken orientierungs- und hilflos wirkt, dann sollte man auf ihn zukommen und einfach ansprechen und fragen, ob er Hilfe braucht. Man muss jemanden nicht gleich abschleppen, sondern denjenigen einfach begleiten bis er am Rand ist, so dass er wirklich sicher aus dem Wasser herauskommt. Einfach Zivilcourage zeigen und den anderen Menschen helfen."

Während sie ihm "das richtige Schwimmen" beibringt, lernt Tobias Kämmerer von Martin Deiß, Rettungsschwimmer und Ausbilder bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Hessen (DLRG) die Rettungstechniken - Schlepptechnik und Transportschwimmen sowie Befreiungsgriffe. Die DLRG bildet die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer in etwa zwölf Unterrichtseinheiten in den zahlreichen regionalen Schwimmbädern in Hessen in der Nähe des jeweiligen Wohnorts aus.

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