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Noch kommt die Bürostadt trist und grau daher: Das will die Standort-Initiative Neues Niederrad (SINN) gemeinsam mit Experten ändern ? grüner und freundlicher soll es werden.

Standort-Initiative SINN

Auf dem Weg zu mehr Lebensqualität

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Knapp 500 Wohnungen gibt es derzeit schon in der Bürostadt. Doch noch überwiegt dort mit 25 000 Beschäftigten, die täglich in das Quartier pendeln, das Thema Arbeiten. Wie man dies ändern und ein lebendiges Viertel schaffen kann, das will die Standort-Initiative SINN mittels Fachdialogen ermitteln.

Nicht rasend schnell, aber Schritt für Schritt schreitet die Umwandlung der Bürostadt von einem monofunktional genutzten in ein gemischtes Quartier voran. Künftig soll dort nämlich nicht nur gearbeitet, sondern auch gelebt werden – zum Teil ist das schon heute so. 482 Wohnungen gibt es schon, 134 stehen kurz vor der Fertigstellung, 165 sind im Bau. Zudem befinden sich 2600 Wohnungen in der Bauberatung. Auch ein Hotel mit 170 Zimmern ist in Planung. Doch bisher ist es noch immer so, dass das Quartier abends, wenn die 25 000 Arbeitnehmer ihre Büros verlassen haben, wie ausgestorben ist.

Das wollen die Mitglieder der Standort-Initiative Neues Niederrad (SINN) nun gemeinsam mit der Initiative „Impulse für den Wohnungsbau Hessen“ und Fachleuten wie Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) ändern. In einem Expertengespräch hat man sich gestern darauf verständigt, künftig in regelmäßigen Fachdialogen zusammenzukommen, um sich darüber auszutauschen, wie man die Bürostadt lebendiger gestalten kann – mit dem Ziel, die Aufenthaltsqualität sowohl für die Bewohner als auch die Arbeitnehmer zu verbessern.

„Der Weg, die Bürostadt umzuwandeln, war anfangs mit viel Skepsis verbunden“, sagte Cunitz. Doch heutzutage sei dies ein bundesweit beachtetes Konversionsprojekt, das immer wieder Fachleute anlocke, um sich vor Ort umzuschauen. „Zudem haben wir Bebauungspläne auf den Weg gebracht. Das ist aber nur die Hülle, die von den Investoren mit Leben gefüllt werden muss“, so Cunitz. „Aber wir wollen helfen, das Quartier weiterzuentwickeln.“

Ideen dafür gibt es schon reichlich. Von grünen Plätzen , besseren Wegeverbindungen für Fußgänger und Radfahrer, Spielplätzen, besseren Beschilderungen und schöneren Quartierseingängen war die Rede. Auch über Privatwege zwischen den Gebäuden, versehen mit einem Kunst-Parcours, könnte man nachdenken. „Das sind Bausteine, um ein urbanes Viertel zu schaffen“, so der Planungsdezernent.

Außerdem könne man sich vorstellen, dass die Unternehmen in den Bürohäusern ihre

Erdgeschosse öffnen

, damit sich dort kleine Restaurants oder Cafés ansiedeln. In der Hahnstraße sind eine dm-Drogerie und ein Edeka-Markt geplant. „Und in der Lyoner Straße 11 planen wir derzeit eine bessere Infrastruktur, damit die Menschen hier alles bekommen“, sagte Ingrid Hempel, Vorstandsmitglied der SINN. So würde etwa eine Apotheke fehlen. „Und für eine Gynäkologin, die unbedingt in der Bürostadt eine Praxis eröffnen möchte, suchen wir ein geeignetes Objekt“, so Hempel. Mit den Unternehmern in der Bürostadt sei man schon in Gesprächen. Sie seien bereit neue Ideen mitzuentwickeln.

Und so ist sich Planungsdezernent Olaf Cunitz sicher: „In 10 bis 15 Jahren ist die Bürostadt ein lebendiges Stadtquartier in bester Lage.“

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