Die blauen Pfeile zeigen die Öffnung der Altarme, die gelbe Fläche die geplante Fischrampe. FOTO: Stadtentwässerung
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Die blauen Pfeile zeigen die Öffnung der Altarme, die gelbe Fläche die geplante Fischrampe.

Staustufe

Mehr Luft für die Altarme in Frankfurt Hausen, erst dann fällt das Wehr

Der Abriss der Staustufe an der Autobahn in Hausen verzögert sich. Es sind drei neue Übergänge geplant.

Frankfurt - Fische, die in der Nidda zum Laichen flussaufwärts schwimmen, haben es nicht leicht. Denn nach wie vor versperrt ihnen an vielen Stellen im Fluss ein Wehr den direkten Weg. Erst wenn diese abgesenkt sind, ist für sie der Weg frei. Deshalb und weil die alten, 90 Jahre alten Klappenwehre, die bei den Regulierungen der Nidda in den 1920er-Jahren gebaut wurden, nicht mehr sicher sind, werden sie nach und nach zurückgebaut. Auch das Hausener Wehr an der Autobahn A 66. Bereits 2018 wurden die Umbaupläne vorgestellt, die Bürger in den Prozess einbezogen und 2022 von der Stadtentwässerung Frankfurt (SEF) als mögliches Umbaujahr genannt.

Kosten stehen

noch nicht fest

Doch daraus wird wohl nichts. Corona-bedingt habe es auch beim Umbau der Wehre Verzögerungen gegeben, sagt Stefanie Toth von der SEF. Die Personaldecke sei dünner, begründet die Ingenieurin. 2021 noch sollen aber die entsprechenden Planungen beim Regierungspräsidium Darmstadt eingereicht werden. "Erfahrungsgemäß dauert es dann ein Jahr, bis diese dort bearbeitet wurden", sagt Toth. Erst dann entscheide sich, wie genau die Pläne umgesetzt werden und wie hoch die Kosten seien.

4,6 Millionen Euro soll der Umbau des Hausener Wehres kosten. Das geht aus den Planungen hervor. Wobei das Wort Umbau in diesem Falle nicht ganz richtig ist. Denn das Hausener Wehr wird schlichtweg abgerissen. Stattdessen wird 250 Meter weiter flussaufwärts eine sogenannte Riegelrampe gebaut. Dort können die Fische über hintereinander liegende Becken flussaufwärts schwimmen. Das hat den Vorteil, dass nicht direkt an der Autobahn gebaut werden muss.

Schlamm und

viele Algen

Des Weiteren ist auch geplant den Altarm westlich der Nidda, der aus drei Altarmen besteht, wieder zu öffnen und mit der Nidda zu verbinden. Mit dieser Maßnahme wird ein naturnahes Verbundsystem von 1,5 Kilometern Länge entstehen. Die Altarme sind durch die Regulierung der Nidda im 20. Jahrhundert entstanden und über Rohre mit dem Fluss verbunden. Mit dem Ergebnis: Die Altarme sind heute nur noch sehr schwach durchströmt und der Wasseraustausch mit der Nidda ist gering. Was wiederum zu Schlamm und Algen führt. Im schlimmsten Falle beginnen die Altarme gar faul zu riechen.

All dies soll und wird mit der Verbindung des Altarms an die Nidda verschwinden. An der Kleingartenanlage, zwei Gärten werden dafür weichen müssen, kann das Wasser in den Altarm fließen und kurz hinter der Rampe wieder zurück in die Nidda. Damit der Weg für Fußgänger und Radfahrer trotzdem weiterhin möglich sein wird, ist zudem der Neubau von drei Brücken geplant: einer Nord-, einer Mittel- und einer Südbrücke.

Aufgeteilt ist der Umbau der Nidda in sechs Phasen, begonnen werden soll mit der Öffnung der Altarme und dem Bau der neuen Rampe. Erst dann geht es dem alten Hausener Wehr an den Kragen und es wird abgerissen.

Ist dieser naturnahe Umbau abgeschlossen, sollen sich nicht nur neue Lebensräume für Flora und Fauna bilden, sondern auch das Landschaftsbild werde schöner, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des Magistrats. Das Niddaufer werde wieder struktur- und abwechslungsreicher, wovon sowohl Mensch als auch Natur profitierten. Die Uferzonen werden breiter, die Uferlinien geschwungener und die Böschungen stellenweise flacher. Kurzum: Der Fluss wird erlebbarer.

Ein Grund, warum auch das Rödelheimer Wehr neu gebaut werden soll, so der Magistrat. Zudem entspreche es nicht mehr dem Stand der Technik. Derzeit prüfe der Magistrat die verschiedenen Möglichkeiten des Ersatzneubaus, unter Berücksichtigung des im Jahr 2010 bereits durchgeführten Anschlusses des Mühlkanals. judith dietermann

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