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Aussortierte Kartons aus dem Stadtarchiv verkauft Katrin Feller in ihrem Laden. Wirtschaftsdezernent Markus Frank ist begeistert. Foto: Menzel

Interessengemeinschaft Mittleres Nordend

Mit mehr Werbung stadtweit bekannt werden

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Die Interessengemeinschaft Mittleres Nordend will mehr Werbung machen, damit die Geschäfte im Quartier zwischen Eckenheimer und Friedberger Landstraße bekannter werden.

Einen ganz besonderen Schatz verkauft Katrin Feller in ihrem „Laden 100“. Etwa 80 Jahre alte Kartons, in denen einst im Stadtarchiv die Privilegien der Stadt Frankfurt aufbewahrt wurden, etwa die Goldene Bulle. „Ich habe die Kartons praktisch für das Stadtarchiv entsorgt, weil es kürzlich neue aus säureresistenter Pappe angeschafft hat“, erklärt sie Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU). „Das ist ja toll, hier werden wir Kunde“, sagt dieser begeistert zu seinen Begleitern von der Wirtschaftsförderung.

Feller gehört dem Vorstand der Interessengemeinschaft (IG) Mittleres Nordend an, die Frank gestern zu einem Rundgang eingeladen hatte. Sechs Geschäfte wurden besucht. Einerseits wollten die zur IG zusammengeschlossenen Einzelhändler die Vielfalt der Geschäftswelt im Quartier zeigen, andererseits aber zugleich auf ihre Probleme hinweisen.

Vor allem über örtlich begrenzten Bekanntheitsgrad klagt die Vorsitzende Sabine Schmitt. Selbst der Internetauftritt und eine eigene Facebook-Seite hätten daran nicht viel geändert. „Hier im Viertel haben wir zwar einen Namen, aber auf der anderen Mainseite in Sachsenhausen kennt uns beispielsweise kaum jemand.“ Der Vorstand habe deshalb beschlossen, mehr Marketing zu machen. Mit der gestern gestarteten Aktion „Bummeln & Gewinnen“ sei ein Anfang gemacht worden, so Schmitt. Wer bis zum 18. April in den zur

IG zusammengeschlossenen Läden Punkte sammelt, auf eine Gewinnkarte klebt und dann abgibt, kann mit etwas Glück wertvolle Einkaufsgutscheine gewinnen.

Frank findet die Aktion gut, die Aufmerksamkeit errege. Er lobt die Anstrengungen der Geschäftsleute und ermutigt sie, nicht nachzulassen. Er sei vor seiner Zeit als Politiker auch Geschäftsmann gewesen und wisse, wie anstrengend die Selbstständigkeit sein könne. „Wir sind zwar stolz auf unsere Zeil, aber kleine und mittlere Betriebe sind uns wichtig. Nur durch sie kommt Heimatgefühl im Stadtteil auf“, erklärte Frank und bot die Unterstützung der Wirtschaftsförderung an. Experten könnten etwa bei der Gestaltung von Broschüren helfen.

Damit hat die Interessengemeinschaft Mittleres Nordend aber schon Erfahrung – sie ließ bereits kurz nach ihrer Gründung diverse Flyer gestalten. „So schnell und so aktiv ist keine andere Initiative bislang gewesen. Ich hoffe, es bleibt dabei“, lobte prompt Ines Grübner, Leiterin der Gewerbeberatung bei der Wirtschaftsförderung.

Die IG Mittleres Nordend ist eine der jüngsten der insgesamt 35 Gewerbevereine und Interessengemeinschaften, die es in Frankfurt gibt. Gegründet wurde sie vor einem Jahr mit dem Ziel, das Einkaufen im Quartier zwischen der Friedberger und der Eckenheimer Landstraße sowie ihren Nebenstraßen attraktiver zu machen. Innerhalb eines Jahres haben sich der IG zehn neue Geschäfte angeschlossen, mittlerweile zählt sie 33 Mitglieder. Der Mix ist breitgefächert, deckt Essen und Trinken, Schmuck, Kinder, Gesundheit und Wohlbefinden, Design, Kunst und Wohnen sowie Mode und Bücher ab. Alle Geschäfte sind inhabergeführt. „Das zeichnet uns aus“, betont Schmitt. Nur hat sich das noch nicht in der ganzen Stadt herumgesprochen. Die IG arbeite daran.

Mitgenommen hat Frank von seinem Kurzbesuch die Erkenntnis, dass die Geschäftsleute umtriebig und einfallsreich sind – und aus dem „Noord“ ein Rasierwasser sowie Badesalz fürs eigene Wohlbefinden.

(bit)

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