Im östlichen Teil des Planungsgebietes bleibt Gewerbe, das westliche Areal zur U-Bahn hin wird neu bebaut. Mehrfamilien- und Reihenhäuser bieten Platz für bis zu 300 Wohnungen.
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Im östlichen Teil des Planungsgebietes bleibt Gewerbe, das westliche Areal zur U-Bahn hin wird neu bebaut. Mehrfamilien- und Reihenhäuser bieten Platz für bis zu 300 Wohnungen.

Bauprojekt

Frankfurt: Mehr Wohnungen in Heddernheim bringen mehr Verkehr

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Neben bis zu 300 Wohnungen soll auch eine Kita auf dem ehemaligen Gewerbegebiet an der Sandelmühle gebaut werden. Eine bauliche Optimierung der Verkehrsknotenpunkte ist nicht vorgesehen.

Heddernheim – Bis zu 300 Wohnungen sollen auf der einstigen Gewerbefläche an der Sandelmühle entstehen. Geplant sind sowohl Ein- als auch Mehrfamilienhäuser sowie eine Kindertagesstätte. Eine Grundschule wird es derweil in dem Planungsgebiet nicht geben, ebenso wenig wie eine bauliche Optimierung des jetzt schon, vor allem in den Hauptverkehrszeiten, stark ausgelasteten Knotenpunktes Olof-Palme-Straße/ An der Sandelmühle: Er muss künftig noch mehr Verkehr verkraften. Der Magistrat hat dem Bebauungsplanverfahren bereits zugestimmt. Nun geht der Magistratsvortrag zur Beratung und Beschlussfassung in die Gremien der Stadtverordnetenversammlung und des Ortsbeirates 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt).

Insgesamt sieben Hektar groß ist das Planungsgebiet, wovon allerdings „nur“ 4,5 Hektar neu ausgewiesen werden. Denn die Diehl Aerospace GmbH im Osten des Areals wird bleiben. Denn es waren in den vergangenen Wochen lediglich Gerüchte, dass das Unternehmen, das auf dem Gebiet der Luftfahrtausrüstung arbeitet, seinen Standort in Heddernheim tatsächlich verlässt. Die anderen Gewerbebetriebe hingegen haben das Areal südlich des Urselbaches längst verlassen. Wie die Firma CDO Adolf Schindling AG, die im westlichen Teil beheimatet war. zog das Unternehmen Ende der 1990er Jahre weg, die Hallen sind längst zurückgebaut, die Freifläche von 2,8 Hektar stünde sofort für eine Neubebauung zur Verfügung, so der Magistrat.

Frankfurt-Heddernheim: Der Osten bleibt Gewerbestandort

„Das Gebiet ist ein hervorragendes Beispiel für die Konversion früher gewerblich genutzter Flächen in ein attraktives Wohnquartier“, sagt Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und betont die „einzigartige Lage“. Direkt am Grüngürtel gelegen und mit einer Stadtbahnlinie quasi direkt vor der Haustür. Einfügen soll sich das neue Wohngebiet in die bereits bestehende Bebauung am Rande des Planungsgebiets. Wie die Siedlung Brühlfeld wurde sie 1936 als Reichsheimstättensiedlung Heddernheim gebaut und in den 1960er Jahren vergrößert.

In Höhe der U-Bahn-Haltestelle „Sandelmühle“, parallel zur Olof-Palme-Straße, sind Gebäude mit fünf Geschossen vorgesehen, mindestens 15, maximal 16,5 Meter hoch. Die Fläche zwischen der Haltestelle und den Gebäuden soll als Platz gestaltet werden und als Treffpunkt für die Bewohner des neuen Quartiers sowie der benachbarten Siedlungen dienen. Dahinter sind zweigeschossige Einfamilienhäuser als Doppel- und Reihenhäuser geplant.

Als Standort für die Kindertagesstätte, die Plätze sowohl für Krippen- und Kindergarten- als auch Hortkinder haben wird, ist die Fläche östlich des Bestandsgebäudes „An der Sandelmühle 13“ vorgesehen. Dort könnte zeitnah mit dem Bau begonnen werden, so der Magistrat. Zudem sei der Standort gut erreichbar, auch für Eltern aus anderen Quartieren. Am Urselbach sind zudem dreigeschossige Mehrfamilienhäuser geplant.

Frankfurt-Heddernheim: 800 Fahrzeuge zusätzlich am Tag

300 neue Wohnungen plus Kita bedeuten mehr Verkehr. Mehr Verkehr an einem Knotenpunkt, an dem man schon jetzt, vor allem morgens und abends, viel Geduld mitbringen muss. Das weiß auch der Magistrat, der zugleich aber betont, dass eine baurechtliche Nutzung der Flächen für Büros und Handwerksbetriebe deutlich mehr Verkehr bedeutet hätte. Bei der vorgesehenen Wohnnutzung gehe man an der Kreuzung Olof-Palme-Straße/ An der Sandelmühle mit zehn Prozent mehr Verkehr, rund 800 Fahrzeugen täglich, aus. Bei Gewerbenutzung wäre es das Doppelte.

Deswegen sei auch ein Umbau des Knotenpunktes untersucht worden. Etwa ein Fahrstreifen für die abbiegenden Fahrzeuge. Doch sowohl diese Option als auch eine zusätzliche Anbindung im Norden über den Urselbach hinweg seien nicht möglich. Das hätten intensive Diskussionen ergeben.

Stattdessen verweist der Magistrat auf die sehr gute Anbindung an den ÖPNV und das Radwegenetz - beides sei geeignet, zusätzlichen Verkehr zu reduzieren. (Judith Dietermann)

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