Gitter und Schilder verwehren Autofahrern die Weiterfahrt am Frankfurter Mainkai.
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1000 Bürger befragt

Autofreier Mainkai? Das sagen die Frankfurter

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
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Der umstrittene Verkehrsversuch am Mainufer kommt nicht bei allen gut an. Und für Radfahrer wird es ab Dienstag unangenehm.

Frankfurt - Es wird sich wohl nichts mehr daran ändern und ab Dienstag fahren wieder Autos und Laster über den Mainkai. Eine Mehrheit der Frankfurter findet es aber gut, dass die Ost-West-Straße gesperrt ist. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Stadt.

57 Prozent der Frankfurter finden es gut, dass der Mainkai autofrei ist und sich das „auf lange Sicht durchsetzen“ werde „wie die Sperrung der Zeil und der Hauptwache für den Autoverkehr“. Danach hat das Amt für Statistik 1000 Frankfurter gefragt.

Das geschah bereits im Dezember, auf dem Höhepunkt der Proteste gegen die Sperrung, betont Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Mit dem Ergebnis fühle er sich in seiner Politik „bestätigt, weiter die Verkehrswende vorantreiben zu wollen“, sagt er. „Die Bürger wollen eine Politik für weniger Autoverkehr und mehr Freiraum für Radfahrer.“

Mainkai Frankfurt: Besonders Senioren für Wiederöffnung

21 Prozent der Frankfurter fordern, den Mainkai schnellstmöglich wieder für Autos freizugeben. 15 Prozent der Befragten ist das egal. Interessant sind einige Detailergebnisse der Umfrage:

Die höchste Zustimmung erreicht die Sperrung unter den Berufstätigen (35 bis 44 Jahre) mit 68 Prozent. Nur 15 Prozent dieser Gruppe wollen die Straße wieder für Autos geöffnet bekommen.

Die niedrigste Zustimmung für die Sperrung findet sich unter Senioren und - für Oesterling überraschend - unter jungen Leuten. Bei den Frankfurtern, die 60 und älter sind, sind nur 47 Prozent für den autofreien Mainkai, 29 Prozent fordern die Wiederöffnung. Bei jungen Leuten (18 bis 24 Jahre) erreicht das Ja mit 56 Prozent bloß den zweitniedrigsten Wert.

„Ist mir egal“ sagen mit 20 Prozent verhältnismäßig viele junge Leute unter 24 Jahren, hier machen mit 14 Prozent auch deutlich mehr „keine Angabe“ als in den anderen Altersgruppen.

Mainkai-Sperrung: Unter Älteren, aber auch unter Jüngeren ist die Zustimmung am geringsten. Dagegen finden mehr als zwei Drittel der Berufstätigen die autofreie Straße gut.

Das Statistikamt unter der Regie von Dezernent Jan Schneider (CDU) hat die Frankfurter auch nach ihrer grundsätzlichen Meinung zur Verkehrsentwicklung in der Innenstadt befragt. 57 Prozent wollen mehr Flächen für Fußgänger und Radfahrer. 25 Prozent lehnen es ab, dass der Autoverkehr eingeschränkt wird, um den Radverkehr zu verbessern. 13 Prozent wollen nichts ändern.

Auch hier ist es die Mitte der Berufstätigen im Alter von 35 bis 44 Jahre, die mit 66 Prozent am stärksten mehr Platz fürs Zufußgehen und Radfahren fordert. Je älter und jünger die Frankfurter sind, desto weniger unterstützen sie das. Bei den Senioren liegt die Zustimmung nur noch bei 49 Prozent, bei den jungen Leute sogar nur bei 47 Prozent. Hingegen lehnen 29 Prozent der Senioren ein Einschränken des Autoverkehrs ab. Unter den jungen Leuten wollen 27 Prozent, das sich nichts ändert - die mit Abstand höchste Quote unter allen Altersgruppen.

Mainkai Frankfurt: Oesterling gegen Rad-Verbesserungen

Verbesserungen für Radfahrer auf dem Mainkai nach Ende der Sperrung will Klaus Oesterling bis mindestens März nicht umsetzen. „Es wird bis zur Kommunalwahl keine Veränderungen geben.“ Er sieht sich durch den Beschluss der Stadtverordneten gebunden, wonach die dreispurige Straße nach Ende der 13-monatigen Sperrung in den vorigen Zustand zurückversetzt werden solle.

Einen Pop-up-Radweg einzurichten lehnt der Dezernent ebenfalls ab. „Die Verwaltung ist ausgelastet mit dem, was der Rad-Entscheid vorgibt“, also Planung und Bau anderer Radwege und -spuren. Nur eines gesteht Klaus Oesterling zu: „Wir überlegen, ob wir Schutzstreifen markieren.“

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