Weltgästeführertag

Von Menschen, die Geschichte schrieben

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Anne Frank, Liesel Christ, und wer war noch mal diese Margarethe? Um sie und andere geschichtsträchtige Frankfurter geht es vom 17. bis zum 25. Februar. Manchen begegnet man am an unerwarteten Orten.

Manche Passanten lunzen bereits durch die Fenster des Stadthauses am Markt, wo im Keller die Gemäuer der Kaiserpfalz im Archäologischen Garten zu erahnen sind. Andere fragen sich, warum das Café in der Braubachstraße gerade „Margarethe“ heißt. Oder wer das junge Mädchen ist, das mit großen Geistern wie Otto Hahn die Graffiti von Artmos4 an der Kleinmarkthalle ziert. Für Camille Alcaraz, Angelika Macaluso und Verena Röse ist klar: „Die drei Orte stehen in Verbindung mit Karl dem Kahlen, Margarethe Schütte-Lihotzky und Anne Frank.“

Zusammen mit zehn weiteren Kollegen erzählen die drei Frankfurter Gästeführerinnen beim diesjährigen Weltgästeführertag vom 17. bis 25. Februar in fünf Sprachen von „Menschen, die Geschichte schrieben“. Und ihre Protagonisten haben ebenso wie Martin Luther oder Johann Wolfgang von Goethe ihren Platz in der Lokal- und Weltgeschichte. „Karl der Kahle wurde als Enkel Karls des Großen 823 in Frankfurt geboren und wurde Frankreichs erster König“, erläutert Alcaraz. Anne Frank verbrachte ihre Kindheit vor der Flucht nach Amsterdam am Dornbusch. „Und Margarethe Schütte-Lihotzky baute mit Ernst May als Vertreter des ,Neuen Frankfurt’ sowjetische Städte wie Magnitogorsk auf“, ergänzt Macaluso. Folglich bietet Alcaraz ihren Spaziergang zum Wirken ihrer Landsleute in Frankfurt (Balade avec ces Français qui ont fait Francfort) morgen um 14 Uhr am Römer Richtung Dom und Eiserner Steg in Französisch an.

Verena Röse reiht Anne Frank neben Liesel Christ, Maria Sibylla von Merian und Petra Roth in ihren Rundgang „Interessante Frankfurterinnen und ihr Einfluss auf die Stadtgeschichte“ am Sonntag, 18. Februar um 12 Uhr am Eldorado Kino (Schäfergasse 29) ein. Und Macaluso startet ihre russische Führung am 23. Februar um 15 Uhr am Goethedenkmal am Rathenauplatz.

„Um den Terminplan etwas zu entzerren, haben wir dieses Mal eine Woche statt einem Wochenende angesetzt“, erklärt Röse. Die meisten Führungen finden in der Innenstadt statt, so auch Michael Quaas’ Luther-Rundgang am 21. Februar um 12 Uhr vor dem Eingang zur Paulskirche und Sascha Rühlows Führung „Baader-Meinhof-Gruppe Ffm“ um 16.30 Uhr an der Verkehrsinsel Traffiq Hauptwache. Mikael Horstmann lädt am 25. Februar um 11.30 Uhr am TI Höchst in der Antoniterstraße zu einer literarischen Führung über Höchster Geschichts-und Geschichtenschreiber. Und Adriane Dolce führt um 13.30 Uhr ab dem Marbachweg 307, dem einzigen Wohnhaus Anne Franks (RMV-Fahrschein erforderlich).

Sämtliche Führer sind im „Verein der Frankfurter Stadt- und Gästeführer“ zusammengeschlossen. Sie zertifizieren sich durch Teilnahme an historischen und rhetorischen Seminaren und Erste-Hilfe-Kursen. Die Teilnahme ist kostenfrei, dafür werden Spenden für den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst in Frankfurt erbeten. „Wir wollen die Ausbildung unserer Ehrenamtlichen und eine Projektwoche über Tod und Sterben von Kindern unterstützen“, sagt die Sprecherin Angela Möschter.

Weitere Informationen unter www. frankfurter-gaestefuehrer.de.

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