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Taschenkunst aus Bockenheim: Alexandra Svendsen mit ihren farbenfrohen Kreationen zwischen 90 und 800 Euro.

Mode

Messe „Made in FFM“ bringt kleine Hersteller und Kunden zusammen

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Designideen, Kunst- und Kunsthandwerk sowie Kulinarisches wurden am Wochenende bei der ersten Auflage von „Made in FFM“ in der Klassikstadt vorgestellt. Im Mittelpunkt standen rund 60 kreative Köpfe aus der Mainmetropole und dem Rhein-Main-Gebiet, die sich dort präsentierten.

Die zwei englischen Begriffe „Made in“, die mit „gemacht in“ übersetzt werden können, galten in früheren Jahrzehnten als Qualitätssiegel und trugen zur Kaufentscheidung von Konsumenten mit bei. Heute jedoch ist etwa die Bezeichnung „Made in Germany“ kein Hinweis mehr darauf, dass tatsächlich vollständig in Deutschland produziert wurde. Deshalb zeichnet Alexandra Svendsen ihre Ledertaschen und Accessoires wie Portemonnaies auch mit „100% Made in Germany“ aus. So will sie zeigen, dass ihre Produkte von der Idee bis zur Anfertigung komplett in Deutschland realisiert wurden.

Svendsen, die 2016 ihr Start-Up gründete, kommt aus Bockenheim und ist eine von rund 60 Ausstellern, die sich und ihre Produkte auf der ersten Auflage von „Made in FFM“ vorstellen. Zwei Tage dauerte die Endverbrauchermesse in den Räumen der Klassikstadt. Organisiert wurde sie von der „Made in“ GmbH aus Stuttgart.

Geschäftsführer und Mitgesellschafter Stefan Mateescu läuft durch die Räume, spricht mit Mitarbeitern seines Teams und schaut nach dem Rechten. „In Stuttgart und München haben wir bereits mit Erfolg ’Made in‘ Messen organisiert, in diesem Jahr sind mit Frankfurt und Hamburg zwei weitere Standorte mit dazu gekommen“, erzählt er. Köln sei als fünfter Standort geplant.

Die Klassikstadt mit ihrer historischen Backsteinfassade sei ein toller Ort in Frankfurt. „Das Interesse an der Veranstaltung in der Stadt ist groß. Wir haben allein gut 8000 Fans hierfür auf Facebook“, sagt Mateescu. Wie viele davon tatsächlich an den beiden Tagen kommen werden, das wird letztlich die Auswertung zeigen, die nach Abschluss der „Made in FFM Messe“ gemacht werden soll.

Dass sich das zweitägige Ereignis weit über die Grenzen der Stadt herumgesprochen hat, machen die Besucher deutlich. Viele kommen gar nicht aus Frankfurt, wie Tanja und Daniel Link. „Wir sind aus der Wetterau und wollen uns über da informieren, was hier gezeigt wird“, sagt Daniel Link.

Auch wenn das Start-Up von Alexandra Svendsen noch jung ist, hat sie ihre Kreationen schon im „Greenshowroom“, einer Modefachmesse für nachhaltiges Design während der Berlin Fashion Week vorgestellt und sich mit ihrem Konzept und ihren Produkten einen Namen gemacht. Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz, aber auch die Stärkung des Handwerks liegen ihr am Herzen. „Die Rinder für das Leder kommen aus Süddeutschland, die Gerberei sitzt in Baden-Württemberg“, erzählt sie. Verarbeitet werde ausschließlich mehrfach zertifiziertes Naturleder in einer kleinen bayerischen Ledermanufaktur. Die Kreationen sind handgemacht. Qualität hat ihren Preis: Die kleinen Geldbeutel gibt es ab 99 Euro, die großen Handtaschen kosten 789 Euro.

Nachhaltig und fair produzierte Stoffe verarbeitet auch Verena Winter für ihre Damen und Herrenmode. Ihr Label heißt „Rossiccelli“, ihre Entwürfe sind „Made in Fechenheim“. Seit dreieinhalb Jahren lebt sie im östlichsten Stadtteil Frankfurts, kommt gebürtig aus Karlsruhe. Nähen gehörte im Familienalltag ganz selbstverständlich mit dazu. „Schon als kleines Kind habe ich damit angefangen“, erzählt.

Trotz dieser in der Kindheit geweckten Leidenschaft für Design, Entwurf und Handwerk, entschied sie sich zunächst für einen kaufmännischen Werdegang, arbeitete im Management eines Autokonzerns. Vor einem Jahr hat sie sich mit ihrer Mode selbständig gemacht. Jedes Stück aus der Kollektion schneidet sie zu und näht es eigenhändig. Einzel- und Maßanfertigung gehören ebenfalls mit dazu. „Mein Herz schlägt dafür und ich finde, dass man darauf hören sollte“, sagt sie. Fechenheim, findet sie, habe ein gutes Potenzial ein Stadtteil für Kreative zu werden.

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