Messerstecher muss in die Psychiatrie

  • schließen

Zum Schluss hatte er selbst ein Einsehen und befürwortete seine Unterbringung in der Psychiatrie: Gestern wurde der 38 Jahre alte Mann, der im Juni vergangenen Jahres in einem Sportbekleidungsgeschäft

Zum Schluss hatte er selbst ein Einsehen und befürwortete seine Unterbringung in der Psychiatrie: Gestern wurde der 38 Jahre alte Mann, der im Juni vergangenen Jahres in einem Sportbekleidungsgeschäft am Roßmarkt den Filialleiter mit einem Messer lebensgefährlich verletzt hatte, vom Landgericht dauerhaft eingewiesen, so wie es die Staatsanwaltschaft von Beginn an beantragt und ein Gutachter dringend empfohlen hatte. Die Entscheidung der Schwurgerichtskammer wurde unmittelbar nach ihrer Verkündung rechtskräftig. Der Verurteilte wurde daraufhin wieder in die Anstalt nach Haina in Mittelhessen zurückgebracht, wo er sich bereits seit seiner Festnahme kurz nach der Tat aufhielt.

In dem psychiatrischen Gutachten war unter anderem von „aggressiven Impulsdurchbrüchen“ die Rede. Nut mit einer intensiven Behandlung und regelmäßiger Einnahme spezieller Medikamente könne der Beschuldigte einigermaßen unauffällig leben. Dies aber sei zumindest derzeit nur bei einer dauerhaften Unterbringung im psychiatrischen Krankenhaus gewährleistet. Ansonsten gehe eine „starke Gefährlichkeit für die Allgemeinheit aus“, sagte der Gutachter. Das heißt: Ein Vorfall, wie er sich an jenem Junitag in dem Geschäft in der Innenstadt ereignet hatte, könnte sich jederzeit wiederholen.

Der 27 Jahre alte Geschäftsmann, der quasi ohne ersichtlichen Grund lebensgefährlich verletzt und seiner beruflichen Existenz beraubt worden war, hat seither mit starken psychischen Problemen zu kämpfen. Juristisch wertete die Schwurgerichtskammer den Vorfall als gefährliche Körperverletzung, nicht als Totschlag oder gar Mordversuch, wovon die Staatsanwaltschaft bei Anklageerhebung ausgegangen war.

(ge)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare