Beamte der Spurensicherung untersuchen nach der Messerstecherei am 29. Oktober 2016 in der B-Ebene Hauptwache den Tatort.
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Beamte der Spurensicherung untersuchen nach der Messerstecherei am 29. Oktober 2016 in der B-Ebene Hauptwache den Tatort.

Vier Angeklagte

Messerstecherei an der Hauptwache: Anklage wegen versuchten Totschlags

Gegen vier türkische Staatsangehörige hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt im Zusammenhang mit einer Messerstecherei in der Innenstadt beim Landgericht (Jugendkammer) Frankfurt Anklage erhoben. Es geht um versuchten Totschlag in vier Fällen – und gefährliche Körperverletzung.

Es ist ein Samstagnachmittag an der Frankfurter Hauptwache: Die S-Bahn-Station ist voller Menschen. Plötzlich gibt es eine Messerstecherei, vier Jugendliche werden dabei schwer verletzt. Eines der Opfer muss notoperiert werden. Die Täter und Opfer haben türkische Wurzeln. Steckt ein politischer Konflikt dahinter?

Die jetzt von der Frankfurter Staatsanwaltschaft Angeschuldigten – drei Jugendliche, zur Tatzeit 15 Jahre alt, und der 43-jährige Vater eines der Jugendlichen – hielten sich am Nachmittag des 29. Oktober 2016 nach dem Ende einer pro-kurdischen Demonstration zusammen in der C-Ebene der S-Bahn-Station „Hauptwache“ auf. Dort trafen sie auf eine andere Gruppe von vier türkischstämmigen jungen Männern, die zwischen 15 und 18 Jahre alt waren. Den Angeklagten wird zur Last gelegt, diese Gruppe gemeinsam angegriffen und dabei zum Teil sogar lebensgefährlich verletzt zu haben.

Faustschlag ins Gesicht

Zunächst soll der 43-jährige Angeklagte einem der Opfer nach einem kurzen Gespräch unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Der Schlägerei war nach dem derzeitigem Kenntnisstand der Staatsanwaltschaft bereits ein anderer Streit wenige Tage zuvor bereits vorausgegangen – ebenfalls zwischen den Personen der beiden Gruppen.

Zudem soll der 43-Jährige Angeklagte Anstoß daran genommen haben, dass ein Bekannter der späteren Geschädigten einen Pullover trug, auf dem das Motiv der türkischen Nationalflagge zu sehen war.

Im Verlauf der sich daraus entwickelnden Auseinandersetzung sollen die vier Beschuldigten vor den Augen zahlreicher Passanten ihre Opfer mit etlichen Messerstichen sowie Schlägen und Tritten gemeinschaftlich attackiert haben. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nahmen sie hierbei die Möglichkeit in Kauf, dass die Geschädigten durch die massive Gewalteinwirkung getötet werden. Dies hätten sie erkannt und zumindest billigend in Kauf genommen.

Ein Opfer notoperiert

Die vier Geschädigten erlitten mehrere Stichverletzungen, die im Krankenhaus versorgt werden mussten. Eines der Opfer musste sogar notoperiert werden.

Drei der Angeschuldigten befinden sich in dieser Sache in Untersuchungshaft, erklärt Nadja Niesen, Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und Pressesprecherin.

(red)

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