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Der Einzelhandel in der Offenbacher Landstraße braucht Schwung. Viele Oberräder wünschen sich einen Metzger.

Einzelhandel leidet

Metzgerei soll das Geschäft auf der Offenbacher Landstraße ankurbeln

Der Einzelhandel in der Offenbacher Landstraße leidet, weil es keinen Magneten gibt, der Kundschaft anzieht. Davon ist Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) überzeugt und fordert als Erstes einen Metzger.

FRankfurt - „Am häufigsten wird der Wunsch an uns herangetragen, eine Metzgerei oder eine Drogerie möge sich in einem der leerstehenden Ladengeschäfte niederlassen“, sagt Christian Becker, der Vorsteher im Ortsbezirk 5 (Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad) und zugleich Vorsitzender der CDU Oberrad und Stadtverordneter ist.

Günstiger Supermarkt

Der einzige Supermarkt entlang der „Offenbacher“, der Rewe am Buchrainplatz, reiche nicht aus, um die Oberräder zu versorgen, sagt er. Anwohner der Hochhaussiedlungen an der Wiener Straße hätten noch den Nahkauf in der Hausnummer 57. Für Senioren seien beide nicht optimal: Der Nahkauf liege ziemlich weit oben an der ansteigenden Wiener Straße, und der Rewe sei für viele zu teuer, befand der Ortsbeirat schon öfter in der Vergangenheit. Ein günstigerer Discounter, etwa „Penny“ – einen solchen gab es bis 2009 schon auf der Offenbacher Landstraße, doch die Räumlichkeiten waren dem Betreiber zu klein geworden –, ist seit Jahren auf der Ecke Offenbacher/Wehrstraße angedacht, wo jetzt der Profi-Getränkemarkt residiert. Doch bis die Einkaufsmöglichkeit realisiert ist, vergehen wohl wegen planungsrechtlicher Schwierigkeiten wohl noch einige Jahre.

Bis dahin könnte ein Vorschlag des Gewerbevereins Abhilfe schaffen: Ein Metzgereiwagen soll täglich auf dem Buchrainplatz aufgestellt werden. Der Inhaber des Fleischereiwagens, der schon jetzt beim samstäglichen Wochenmarkt seine Produkte verkauft, habe sich sogar schon bereit erklärt, sagt der zweite Vorsitzende des Gewerbevereins, Bernd Neumann.

Eine Konkurrenzsituation würde durch den temporär gedachten, mobilen Fleisch- und Wurstverkauf nicht entstehen, ergänzt Ortsvorsteher Becker, denn: „Es gibt keine Metzgerei in Oberrad, somit kann auch keine Konkurrenz entstehen. Eher würde einer Metzgerei, die eventuell Interesse an der Übernahme eines Ladengeschäftes hätte, die Möglichkeit geboten werden, zügig eine Kundenbindung aufzubauen und von Beginn an wirtschaftlich rentabel zu arbeiten.“

Der Buchrainplatz sei der ideale Ort für den mobilen Fleischverkauf. Kritiker bezeichneten den Platz gern als Betonwüste, aber er sei extra so konzipiert worden, dass dort ein Wochenmarkt sowie Stadtteilfeste oder andere Veranstaltungen ausgerichtet werden können. „Dafür braucht es eine solide Oberfläche, damit man bei schlechter Wetterlage nicht im Schlamm versinkt.“ Somit würde der Platz durch einen Metzgereiwagen weder zweckentfremdet noch verschandelt werden, meint Becker.

„Natürlich wäre es auch aus Sicht des Ortsbeirats wünschenswert, wenn sich eine Metzgerei dauerhaft mit einem Ladengeschäft im Stadtteil niederlassen würde. Voraussetzung dafür ist aber eine vorhandene Bindung der Kaufkraft im Stadtteil“, so Becker. Aber da drehen man sich im Kreis, denn diese Bindung durch einen Supermarkt muss auch erst einmal aufgebaut werden.

Keine Konkurrenz

„Derzeit müssen wir ja zusehen, wie die Oberräderinnen und Oberräder mit ihrer Kaufkraft in benachbarte Stadtteile abwandern, und das ist wenig zielführend für die Ansiedlung weiterer Einzelhändler in Oberrad. Es ist dringend notwendig, hier neue Impulse zu setzen.“ Ob der Wagen dort aufgestellt werden darf, muss die Stadt Frankfurt entscheiden.

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