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Der Schandfleck in Nähe der Unterführung der Goldsteinstraße zwischen Autobahn und Colmarer Straße lässt Reinhard Zetzsche mit dem Kopf schütteln. Noch immer haben hier die zuständigen Stellen nicht reagiert.

Müllablage

Frankfurt: Bürger prangert illegale Müllablagerungen an - Stadt reagiert auf endlich

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Illegal entsorgter Sperrmüll entlang seiner Spazierstrecke im Schwanheimer Stadtwald und entlang der Autobahn 5 in Nähe der Unterführung der Goldsteinstraße sind für den Goldsteiner Reinhard Zetzsche ein dauerhaftes Ärgernis, mit dem er sich dennoch nicht abfinden will. Doch was er neulich auf seiner Tour entdeckte, schockierte ihn regelrecht.

Frankfurt - Es sind diese Momente, in denen Reinhard Zetzsche die Welt und insbesondere die Menschen nicht mehr versteht. Der Naturliebhaber läuft auf seinen Spaziergängen mit seinem Hund täglich an den Hinterlassenschaften gedankenloser und rücksichtsloser Zeitgenossen vorbei. Viel hat er schon gesehen, doch die beiden zuletzt beobachteten zugemüllten Schandflecken lassen den Senioren nur noch mit dem Kopf schütteln: Zum einen fand er neben dem Parkplatz an der Schwanheimer Bahnstraße ein komplettes Flachdach, bestehend aus Styropor und Dachpappe. „Was für eine Umweltsünde“, empört sich der 69-Jährige, der vermutet, das Dach könne von einer Gartenhütte aus den umliegenden Kleingärten stammen.

Frankfurt: Behörden handeln

Zum anderen sind ihm die über mehre hundert Meter verstreuten Ansammlungen von mannsgroßen Plastiksäcken unbekannten Inhaltes, ramponierten Gartenstühlen und ausrangierten Autoreifen ein Dorn im Auge. Auch sie befinden sich auf seiner Spazierstrecke in Nähe der Unterführung der Goldsteinstraße, zwischen der Autobahn 5 und der Colmarer Straße. „Oft liegt solch illegal entsorgter Sperrmüll monatelang herum,“ hat er beobachtet und fügt hinzu: „Hier liegt genug zum Abtransportieren für einen ganzen Lkw.“

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Immerhin: Auf seine Beschwerde bei der Stabsstelle „Sauberes Frankfurt“ und den Hinweisen dieser Zeitung beim Grünflächenamt reagierten die Behörden umgehend. „Der Müll im Stadtwald bei Germania Schwanheim liegt im Waldbereich“, berichtet Bernd Roser, Abteilungsleiter beim Frankfurter Grünflächenamt. Die Forstabteilung kenne den Müllhaufen bereits und habe die Fahrmeisterei des Grünflächenamtes schon mit der Abfuhr beauftragt. „Der andere Teil der Baustellenabfälle liegt auf dem Parkplatz des Waldspielparks und wird durch unseren Westbezirk Grünflächenunterhaltung beseitigt.“

Nur bei den Flächen an der Kasseler Autobahn auf der östlichen Seite konnte Roser keine Abhilfe versprechen, denn: „Die sind nicht in der Verwaltung der Stadt Frankfurt.“ Dafür vermeldete hier Dagmar Schöne von der Stabsstelle Sauberes Frankfurt Hoffnungsvolles: Mit der Entsorgung der dortigen Müllhalde sei die Servicegesellschaft für Frankfurt und Grüngürtel beauftragt worden.

Gestern Morgen, Ortstermin mit Reinhard Zetzsche nahe der Goldsteinstraßen-Unterführung: Ein stürmischer Wind lässt Plastiktüten über den Asphalt tanzen. Irgendjemand hat einen vollen Müllsack auf der Böschung der Autobahnbrücke abgelegt. Die Säuberungsaktion des Grünflächenamtes am Parkplatz des Waldspielparks bestätigt Zetzsche zwar.

Frankfurt: „Natur als Abfallhalde“

Beim Gang entlang des Streifens zwischen A 5 und Colmarer Straße stellt sich jedoch heraus: Hässliche Hinterlassenschaften wie die Gartenmöbel, die Autoreifen und ein großer schwarzer Plastiksack liegen nach wie vor am alten Platz. Dennoch würdigt er: „Insgesamt ist hier jetzt weniger Müll als noch vor ein paar Tagen – vielleicht räumen sie alles in mehreren Fuhren weg. Dass die Stadt reagiert hat, freue ihn zwar.

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Dennoch bleibe er realistisch: „Das ist leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Denn alleine in seinem Stadtteil gebe es zahlreiche Problemzonen mit illegal abgelegtem Müll. So verschandelten Reifen und Müll in hässlicher Regelmäßigkeit das Gelände der Schwanheimer Düne. Nicht besser sei es im Goldsteinpark. Dort sei der kleine Bachlauf im Sommer voller Papierabfall gewesen, ein Einkaufswagen lag ebenfalls dort.

Und der Müll findet sich immer wieder auch direkt neben den Papierkörben – in Reinhard Zetzsches Augen ist dies bezeichnend, denn das Grundproblem lautet für ihn: „In der Stadt haben die Menschen vor der Umwelt überhaupt keinen Respekt.“ Und gerade, wem der Bezug zur Heimat fehle, benutze die Natur oft nur als bequeme Müllhalde.

Von Michael Forst

Ein dreitägiges Festival in den Schwanheimer Dünen in Frankfurt sorgte Anfang September für großen Ärger bei Anwohnern. Nun stellt sich heraus: Das Umweltamt hatte den Veranstaltern bereits einen Platzverweis erteilt.

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