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Frankfurt: Software-Gigant Microsoft zieht in den Messeturm

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Von: Thomas J. Schmidt

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Niederlassungsleiterin Sonja Bozic vor einem binären Code, der die Verbundenheit Microsofts mit dem Standort Frankfurt versinnbildlichen und eine Brücke zwischen Zeitaltern und Kulturen schlagen soll: Es handelt sich um einen Auszug aus Goethes Faust. FOTOs: enrico sauda
Niederlassungsleiterin Sonja Bozic vor einem binären Code, der die Verbundenheit Microsofts mit dem Standort Frankfurt versinnbildlichen und eine Brücke zwischen Zeitaltern und Kulturen schlagen soll: Es handelt sich um einen Auszug aus Goethes Faust. FOTOs: enrico sauda © enrico sauda

Von Bad Homburg kommt die Niederlassung des Software-Giganten ins Herz der Region

Frankfurt -Unternehmen verlassen Frankfurt. Doch einige kommen auch in die Stadt. So wie die Niederlassung Frankfurt des Software-Riesen Microsoft. „Wir bedienen von hier aus Großunternehmen“, sagt Sonja Bozic, die die Niederlassung leitet.

Seit fast 40 Jahren ist Microsoft in Deutschland vertreten. Die Zentrale befindet sich in München, Niederlassungen gibt es in Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart, Walldorf und Frankfurt. Die letztgenannte Stadt ist im Grunde erst seit einigen Tagen in der Liste. In den Jahren zuvor war Microsoft in einem Gewerbegebiet in Bad Homburg ansässig. Dieser Standort wurde verlassen, der Umzug nach Frankfurt führte das Team zu einer der vornehmsten Adressen, dem Messeturm.

Microsoft: Büro erinnert an Hotel

Ein wenig erinnert das Büro auf rund 1000 Quadratmetern im 14. Stock an ein Hotel. Die Wände sind dekoriert mit Frankfurt-Motiven, die Gesprächsräume benannt nach Orten wie der Hauptwache, der Alten Oper, dem Mainufer, dem Messeturm. In kleinen, grünen Wandnischen sind Sitzgelegenheiten eingelassen, das zentrale „Restaurant“ mit Tischen und einer kleinen Küche zeigt das Schild „Trinkhalle“ hinter dem Thresen.

„Wir wollten Frankfurt-Spezifisches in die Gestaltung einbauen“, sagt Bozic. Womit ist die Stadt bekannt geworden? Da ist die Skyline, aber eben auch der Apfelwein. Microsoft bietet mehr als ein nüchternes Büro mit Kalendern an den Wänden. Die Silhouette des Eisernen Steges ist in die Glaswände eingearbeitet, die Büros abgrenzen. Andernorts finden sich Übersetzungen vom Hessischen ins Englische. Microsoft-typisch ist eine Wand mit den Zahlen 0 und 1. Was da binär geschrieben steht, findet sich in einzelnen Zeilen, in altertümlichem Englisch: Übersetzungen von Goethes Faust.

Also sehr gemütlich, doch ein Büro der Zukunft zeichnet sich dadurch nicht aus. Vielmehr ist es die Aufteilung der Arbeit von zu Hause oder unterwegs und im Büro. Im Büro ist die Zusammenarbeit wichtig, Meetings und Gruppengespräche.

Lediglich 22 Büroarbeitsplätze mit Schreibtisch und Computer sind entstanden, durch Kunststoff-Wände vom Nachbarn getrennt. 22 Arbeitsplätze für 220 Mitarbeiter?

„Bei uns ist das nicht neu, in Bad Homburg war es nicht anders“, sagt Betriebsratsmitglied Carsten Schleicher. „Seit zwölf Jahren schon gibt es bei uns keine Büropflicht mehr.“ Wo gearbeitet wird, ist egal. Auch wann es geschieht. Am Ende müssen nur die Ergebnisse stimmen.

Microsoft: Büros können verkleinert werden

In vielen Unternehmen hat man mit der Corona-Pandemie diese Arbeitskultur kennengelernt, die als „Homeoffice“ eingedenglischt worden ist. In der Zukunft könnte es in vielen Unternehmen so bleiben: Zumindest tageweise arbeitet man von zu Hause aus. Die Büros können dann verkleinert werden, was Kosten spart. „Technisch ist das heute kein Problem mehr“, sagt Schleicher. Erst recht nicht für den Tec-Konzern.

Doch es gibt die Macht der Gewohnheit. Nicht in den Niederlassungen, die vergleichsweise klein sind, aber in der Zentrale in München haben manche Manager anfangs Schwierigkeiten gehabt damit, dass sie ihre Mitarbeiter nicht mehr auf dem Büroflur antrafen. Wer arbeitet denn noch? Diese Phase, versichert der Betriebsrat, sei inzwischen überwunden. Zumal die Kontrolle der Arbeitsergebnisse Realität bleibt.

Ein Mitarbeiter, der derweil an der Trinkhalle einen Kaffee nimmt, fürchtet: „Es könnte eng werden, jedenfalls in der Kernwoche von dienstags bis donnerstags.“ Er wohnt in der Nähe. Doch viele seiner 220 Kollegen hätten ohnehin einen weiten Anfahrtsweg und bleiben deshalb zu Hause beziehungsweise bei den Kunden. Microsoft wirbt Mitarbeiter in ganz Deutschland an. Und wer etwa in Würzburg wohnt, ist Mitarbeiter in Frankfurt, auch wenn er fast nie im Büro präsent sein muss. (Thomas J. Schmidt)

Der Messeturm ist einer der Frankfurter Wolkenkratzer. Das sind die wichtigsten Wolkenkratzer der Mainmetropole.

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