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Mieten in Frankfurt steigen deutlich - Doch Studie könnte verzehrte Zahlen liefern

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Ein Internetportal verzeichnet für Frankfurt eine Steigerung um zwölf Prozent in fünf Jahren. Die Zahlen des Frankfurter Mietspiegels sind nicht ganz so dramatisch.

Frankfurt - Krisen, Wohnungsknappheit, Baulandnot und hohe Zinsen schlagen in Frankfurt wieder stärker auf die Mietpreise durch. Sie sind binnen fünf Jahren um zwölf Prozent angestiegen - und entwickeln sich nach der Nachfragedelle während Corona wieder deutlich aufwärts. Das ergibt eine Auswertung des Internetportals Immowelt.

Damit haben die Frankfurter sogar noch Glück: „In 33 Städten zahlen Wohnungssuchende aktuell sogar mindestens 20 Prozent mehr als noch 2017“, so Immowelt. Zum Vergleich: Die Inflation beträgt im gleichen Zeitraum knapp 15 Prozent, wobei vor allem die Entwicklung im laufenden Jahr mit Energieknappheit nach dem Krieg Russlands in der Ukraine die Teuerung treibt.

Mieten in Frankfurt steigen nahezu unaufhaltsam an

Die Firma nahm den 5-Jahresvergleich in 79 deutschen Großstädten vor. Dafür wurden die Angebotsmieten von Wohnungen (40 bis 120 Quadratmeter, Bestand ohne Neubau) zwischen Januar und Oktober 2017 mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2022 verglichen in den auf immowelt.de geschalteten Inseraten.

Ergebnis: Die Mieten in Großstädten steigen nahezu unaufhaltsam an. An der Spitze unter den Großstädten liegen München (plus 17 Prozent) mit nun 18,70 Euro je Quadratmeter und Stuttgart (plus 22 Prozent) vor Frankfurt. In der Mainmetropole lag der durchschnittliche Angebotspreis 2017 bei 12,10 Euro, in denselben Monaten 2022 schon bei 13,50 Euro.

Die Mieten in Frankfurt steigen immer weiter. FOTO: Heike Lyding
Die Mieten in Frankfurt steigen immer weiter. © epd

Auch in kleineren Städten geht es aufwärts: In Rostock plus 37 Prozent, in Heilbronn plus 34 Prozent, in Heidelberg plus 29 Prozent. Die geringsten Anstiege gab es in Salzgitter mit vier, Ingolstadt mit fünf und Chemnitz mit sechs Prozent.

Für Immowelt zeigt der Vergleich: Nachdem der Aufwärtstrend bei den Mieten während Corona stockte, gehen die Zahlen nun nach oben wie schon vor der Pandemie. Habe sich die Nachfrage während der Pandemie in Richtung kleinerer Großstädte verschoben, wo sich die Preise in der Folge deutlich verteuerten, legen nun die Mieten auch in den Metropolen wieder spürbar zu.

Bauzinsen für viele nicht mehr leistbar

Als eine Ursache machen die Fachleute die veränderte Zinssituation aus. Der Immobilienkauf sei aufgrund der deutlich gestiegenen Bauzinsen für viele Menschen nicht mehr leistbar. „Dadurch konzentriert sich die Nachfrage noch stärker auf den Mietmarkt, was sich preistreibend auswirkt.“

Es gebe aktuell tatsächlich „anspruchsvolle Mieten am Markt“, bestätigt Jürgen Conzelmann, Vorsitzender des Eigentümerverbandes Haus & Grund in Frankfurt. Das liege vor allem daran, dass nicht genug Wohnungen neu gebaut würden, um der Nachfrage gerecht zu werden. Und das betreffe nicht nur Frankfurt, sondern die ganze Region. „Warum wird nicht mehr gebaut?“ Es sei dringend notwendig, „dass die Kommunen in der Region endlich einen Konsens finden, wo gebaut wird“.

Bei den Immowelt-Zahlen rät Conzelmann zur Vorsicht. In den Internetportalen würden fast nur jene Bestandwohnungen angeboten, die nach einer Modernisierung wieder auf den Markt kämen. Dann komme es oft zu Preissprüngen, besonders wenn Wohnungen vorher jahrzehntelang zu niedrigen Preisen vermietet gewesen seien. Auch die explodierten Baukosten der Sanierungen wie auch die nunmehr den Vermietern auferlegten Maklerkosten flössen ins neue Mietniveau ein.

Frankfurter Mietspiegel nennt andere Zahlen

Hingegen fehlten in der Immowelt-Statistik die vielen Wohnungen, in denen Nachmieter auf Empfehlung der Vormieter einzögen. „Da gibt es häufig nur einen moderaten Zuschlag, wenn überhaupt“, betont Conzelmann. Diese Realität bilde der städtische Mietspiegel etwas besser ab. Dessen aktualisierte Fassung gilt seit diesem Sommer. Der zugrunde liegenden Untersuchung der Stadt zufolge sind die Mieten binnen fünf Jahren um nur 9,9 Prozent angestiegen und liegen bei 10,29 Euro.

Die Mietspiegel-Expertise nennt auch eine neue Besonderheit. So steigen die Mieten in Neuverträgen viel stärker als in Altverträgen. So mussten Bestandsmieter lediglich ein Plus von 5,2 Prozent hinnehmen, sie zahlen nun im Schnitt 9,14 Euro. Wer einen neuen Vertrag unterschreibt, zahlt hingegen 11,56 Euro - also 13,2 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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