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Mieter in Niederrad klagen: Schimmel, Heizung kaputt, Löcher in der Wand

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Von: Gernot Gottwals

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Von außen sieht das Haus in der Herzogstraße annehmbar aus.
Von außen sieht das Haus in der Herzogstraße annehmbar aus. © Holger Menzel

Mieter beklagen katastrophale Zustände im Apartmenthaus in der Herzogstraße 13–19 in Niederrad – und Konflikte mit dem Hausmeister. Der Vermieter spricht von gewöhnlichen Mängeln und Diskrepanzen.

Vor etwa zwei Jahren, erinnert sich der Mieter Ahmad Amjad, machten sich erste Mängel im Heiz- und Leitungssystem des Apartmenthauses in der Herzogstraße 13–19 bemerkbar. Kurze Zeit später kam es sogar zu Wassereinbrüchen. „In meiner eigenen Wohnung platzte vor zwei Monaten ein Rohr. Es gab ein Loch in der Wand, und ich muss mit Küchenschäden leben, die bis heute nicht repariert wurden. Eigentlich sollte es in nur zehn Tagen wieder geschlossen sein“, sagt Ahmad. Immer wieder sei er vertröstet worden, aus zwei Wochen seien schließlich zwei Monate geworden.

Offenbar einer von mehreren Fällen in dem ehemaligen Postwohnheim mit rund 200 Mietern, die meist in Ein-Zimmer-Apartments oder wie Ahmad in einer Wohnung der Seitentrakte leben. Die Liste der Klagen ist lang, nach Amjad beschweren sich inzwischen rund 20 Mieter, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchten. Die Beschwerden reichen von Feuchtigkeit und Schimmel über Ausfälle der Heizung, fehlendem warmen Wasser und Überschwemmungen der Hausflure.

Hinzu kommen die aus Sicht der Mieter gefühlte Verständnislosigkeit der Hausverwaltung Bautra und zahlreiche persönliche Konflikte mit dem Hausmeister, die sogar Schiedsmann Dieter Günther gemeldet wurden – der ist aber nicht zuständig, da der Hausmeister nicht in Niederrad wohnt.

„Neulich war ich ausgesperrt, weil ich den Zimmerschlüssel in meinem Apartment vergessen hatte“, erinnert sich eine Mieterin. Sie wandte sich deshalb an den Hausmeister, der laut Vertrag für eine Gebühr von 50 Euro jede Wohnung mit einem Generalschlüssel öffnen könne. Doch der Hausmeister habe sie in unfreundlichem Ton abgewiesen, sie musste für rund 220 Euro einen Schlüsseldienst beauftragen. Nach anderen Berichten habe der Hausmeister Mieter beschimpft, bedroht, ohne Absprache ihre Wohnungen in ihrer Abwesenheit betreten oder sie durch widerrechtliches Auswechseln des Türschlosses wochenlang ausgesperrt.

Feuerlöscher fehlen

„Einmal vertrat ich vor Ort die Interessen eines befreundeten Mieters vor dem Wohnungsamt und bekam dafür ein Hausverbot ausgesprochen“, erklärt Wilfried Weller, der in der Nähe wohnt. Weller erinnert auch an die Zeit vor rund 20 Jahren, als besagte Apartmenthaus noch im Besitz der Post war, die es dann an einen privaten Besitzer verkaufte. „Aus der gleichen Zeit sind offenbar auch die Fluchtpläne“, stellt er mit verwundertem Blick auf die alte Postleitzahl vor der Umstellung in den 1990er Jahren fest. Außerdem fehlten in vielen Hausfluren Feuerlöscher, die stattdessen in einem Lagerraum im Keller verwahrt würden. Zudem stehe der Raum mit den Telefonleitungen offen und sei ungesichert.

Sicherheit gewährleistet

„Bei einem Haus dieser Größe haben wir leider ab und an mit Wasserschäden, Rohrbrüchen und sonstigen Undichtigkeiten zu kämpfen“, räumt Alexander Neckenig ein, der Geschäftsführer der Bautra-Rhein-Main ist. Es gebe durchaus Mängel in der Haustechnik, jedoch nicht in der Haussicherheit, dafür wende der vertretene Objekteigentümer größere Summen für Reparaturen und Neuinvestitionen auf. Bei etwaigen Heizungs- und Warmwasserausfällen sei immer ein Sanitärunternehmen vor Ort, um sich zu kümmern.

Die ständigen Beschwerden über das Haus, die Hausverwaltung und angebliche Sicherheitsmängel konzentrierten sich bislang auf drei bis fünf Mieter, die grob zahlungsrückständig und deshalb im ein oder anderen Fall zwischenzeitig mit Hausverbot gekündigt worden seien, erklärt Neckenig weiter. Vor diesem Hintergrund müsse der Hausmeister, den Neckenig als „vertraulichen und engagierten Dienstleister“ bezeichnet, auch mal durchsetzungsstark sein und sei zudem keineswegs zu einem Schlüsseldienst rund um die Uhr verpflichtet. „Wir werden aber im Interesse der Mieter das Gespräch mit dem Hausmeisterdienstleister suchen“, verspricht Neckenig.

Der Sprecher des Wohnungsdezernats Mark Gellert bestätigt nach den Beschwerden mehrere Ortstermine durch das Wohnungsamt, bei denen immer Reparaturen an der Haustechnik empfohlen wurden. Schimmel sei nur einmal geringfügig, Sicherheitsmängel etwa durch ungesicherte Leitungen gar nicht festgestellt worden.

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