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Ein Bahnmitarbeiter steht am Gleiskörper während eine Bahn vorbeifährt. Nach sechs Wochen Sperrung des S-Bahn-Tunnels während der Ferien ist das neue Stellwerk gestern offiziell eingeweiht worden.

Nahverkehr

12 Milliarden Euro für weitere S-Bahn-Projekte

Nach mehr als drei Jahren Bauzeit und insgesamt fünf mehrwöchigen Totalsperrungen des Frankfurter City-Tunnels ist das neue Elektronische Stellwerk (ESTW) für die Stammstrecke der S-Bahn Rhein-Main unter der Innenstadt in Betrieb gegangen.

Zehn Tage nach seiner Inbetriebnahme funktioniert das neue elektronische Stellwerk im Frankfurter S-Bahn-Tunnel wie geplant. „Die Bahnen fahren stabil“, sagte der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch. Die Pünktlichkeit habe am Mittwoch bei 98 Prozent gelegen, zuvor seien 96 Prozent typisch gewesen, sagte Bahn-Sprecher Thomas Bischoff.

Ausbau in Arbeit

Für die kommenden Jahre stünden zwölf Milliarden Euro für zwölf Schienenprojekte zur Verfügung, teilte Karin Müller, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, mit. Das nächste Bauprojekt sei die Anbindung der Flughafen-Station Gateway Gardens an den S-Bahn-Verkehr. Dies werde voraussichtlich am 8. Dezember 2019 abgeschlossen sein, sagte Al-Wazir. Der zweigleisige Ausbau des Homburger Damms in Frankfurt sei bereits in Arbeit. Um das Nadelöhr S-Bahn-Tunnel in Zukunft zu entlasteten, laufen nach Angaben von Al-Wazir derzeit Genehmigungsverfahren für den Bau einer nordmainischen S-Bahn-Linie zwischen Frankfurt, Maintal und Hanau sowie der sogenannten Westtangente, dem Teil eines angedachten Ringverkehrs um die Stadt Frankfurt.

Nun ist die Bahn aber erst einmal froh, die 40 Jahre alte Leit- und Sicherungstechnik im Frankfurter City-Tunnel durch das neue Elektronische Stellwerk abgelöst zu haben. Das Relaisstellwerk von 1978 hatte durch die hohe Anzahl von Stellbefehlen seine Kapazitätsgrenzen erreicht. Daher wurde es durch ein neues Stellwerk mit elektronischer Technik ersetzt, das von der Betriebszentrale in Frankfurt aus gesteuert wird. Neben der neuen Stellwerkstechnik haben die Deutsche Bahn und der Rhein-Main-Verkehrsverbund eine Geschwindigkeitserhöhung auf unterirdischen Teilstrecken umgesetzt. Hierfür baute die Bahn 20 weitere Signale ein, passte 48 bestehende Signale an und verlegte weitere 70 Kilometer erforderliche Signalkabel.

Außerdem wurden die mehrwöchigen Vollsperrungen genutzt, um weitere Arbeiten im City-Tunnel durchzuführen, wie beispielsweise Erneuerung von Schienen, Austausch von Weichen, Arbeiten an Oberleitungen oder die optische Aufwertung der Verkehrsstationen.

100 Millionen investiert

Von 2015 bis 2018 wurde das neue Stellwerk in durchgängigen Nachtsperrungen sowie fünf mehrwöchigen Totalsperrungen des Frankfurter City-Tunnels während der hessischen Schulferien realisiert. Insgesamt wurden über 100 Millionen Euro in die neue Technik investiert.

Das neue Stellwerk wurde im Rahmen des Programms Frankfurt RheinMainplus realisiert. Das vom Bund, dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt, dem RMV sowie der Deutschen Bahn initiierte Programm fasst die geplanten Ausbaumaßnahmen im Rhein-Main-Gebiet koordiniert zusammen. Das Ziel: die Betriebsqualität und die Kapazität nachhaltig zu verbessern und das Rhein-Main-Gebiet fit für die Zukunft zu machen. Wichtig dabei sind sowohl die Projekte im Knoten Frankfurt als auch die Zulaufstrecken aus und in Richtung Süden, Norden und Osten.

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(red,leh)

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