fff_roedel4_221020
+
Der Herr der Bilder: Erwin von Spannenberg hat den neuen Kalender zusammengestellt. Im Hintergrund der Gartenpavillon, Sitz des Heimat- und Geschichtsvereins. fotos: hamerski/Verein

Rödelheim: Historie

Mit alten Bildern durch das Jahr

  • vonAlexandra Flieth
    schließen

Geschichtsverein legt neuen Kalender vor.

Eine Abbildung des Rödelheimer Schlosses aus dem 18. Jahrhundert - ein Kupferstich von Johann Adam Prestel (1775-1818) nach einem Aquarell des Künstlers Anton Radl (1774-1852) - ziert das Deckblatt des neuen Kalenders des Heimat- und Geschichtsvereins Rödelheim für das Jahr 2021. Überhaupt ist der Wegweiser durch das kommende Jahr, den der Verein jetzt in seiner 21. Auflage herausgebracht hat, noch viel farbiger gestaltet als bisher.

Aquarelle und Zeichnungen

Erstmals wurde der Stadtteilkalender in einer frischeren Optik mit mehreren Farbabbildungen im Jahr 2019 vorgestellt. Diese Grundidee wird seitdem fortgeführt und weiterentwickelt. Für den neuen Stadtteilkalender sind es vor allem Aquarelle und Zeichnungen von zeitgenössischen Künstlern aus Rödelheim, die in den Monaten Januar, März und April im Mittelpunkt stehen. Diese wechseln sich mit historischen Aufnahmen in Schwarz-Weiß und auch in Farbe ab.

Eine dieser Fotografien auf dem Blatt für den Sommermonat Juli zeigt das Rödelheimer Freibad an der Nidda. Die Aufnahme entstand um 1955, dort, wo sich heute der Blaue Steg befindet. Eine große Gruppe an Kindern schaut von einem Holzsteg aus den anderen Badegästen beim Schwimmen und Planschen zu. Eine weitere Fotografie, die um 1900 entstanden ist, gibt einen kleinen Einblick in die einstige Villa der Familie Stumpf-Brentano. Die Innenansicht der früheren Gaststätte Süß (später Malorny) an der Westerbachstraße/Ecke Breitlacherstraße ziert das Kalenderblatt für den Monat Juni.

Alle Aufnahmen, Bilder und Grafiken, die jährlich für den Kalender ausgewählt werden, stammen aus dem Archiv des 1989 im Anschluss an die 1200-Jahr-Feier-Rödelheims gegründeten Heimat- und Geschichtsvereins, der seinen Sitz in dem von dem Architekten Eugen Kaufmann (1892-1984) entworfenen Pavillon im Brentanopark hat. Mehrere 1000 Abbildungen umfasst das Archiv, die meisten davon wurden dem Verein Rödelheimer Bürger zur Verfügung gestellt. Der überwiegende Teil der Sammlung wurde von engagierten Vereinsmitgliedern bereits digitalisiert.

Hauptverantwortlich für die Gestaltung des Kalenders ist Erwin von Spannenberg, der mit dem den Vorbereitungen zum neuen Kalender bereits vor mehreren Monaten begann. Der heute 68-Jährige hat bis zu seinem Ruhestand in der Druckerbranche gearbeitet und bringt seine Erfahrungen in die Gestaltung des Kalenders ein. Aufmerksam geworden auf die Arbeit des Heimat- und Geschichtsvereins sei er vor 23 Jahren. Beim jährlichen Stadtteilkalender wird er von Renate Söns unterstützt, die seit 1998 im Verein ist und einst die Idee zu dem Projekt hatte. "In den Vorbereitungen liegt die Schwierigkeit vor allem darin, die ausgewählten Bilder sowohl zeitlich als auch mit dem Ort, der abgebildet ist, zuzuordnen", erklärt von Spannenberg. Die wenigsten Abbildungen seien beschriftet. "Für die Recherche zu den Orts- und Zeitangabe habe ich gut vier Wochen lang benötigt", erzählt er weiter. Wenn er selbst nicht weiter wisse, dann kenne er alteingesessene Rödelheimer, die er ansprechen könne.

Immer wieder neue Perspektiven

"Uns ist es wichtig, jedes Jahr in unserem Stadtteilkalender neue Perspektiven auf Rödelheim zu zeigen", formuliert es Dr. Armin Kroneisen, der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins. Er weiß auch, wie notwendig es ist, das Wissen um die Geschichte Rödelheims mit seinen besonderen Orten für die späteren Generationen zu bewahren. "Es sterben leider viele weg, die noch etwas erzählen könnten", sagt er.

Acht Euro kostet ein Exemplar des Kalenders, den es unter anderem bei Foto Köser (Alt-Rödelheim 25), Pappmarché - Schreibwaren und Buchhandlung (Alexanderstraße 27) oder Radio-TV Hanicke(Lorscher Straße 7), zu kaufen gibt. Alexandra Flieth

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare