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Pop-up-Markt für Mode: Mit Feingefühl und dem richtigen Stoff

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Von: Alexandra Flieth

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Sabine Schmitt entwirft mit ihrem Label „Apfelgrün zum Anziehen“ ihre eigene Mode mit Stoffen aus Südafrika. FOTO: enrico Sauda
Sabine Schmitt entwirft mit ihrem Label „Apfelgrün zum Anziehen“ ihre eigene Mode mit Stoffen aus Südafrika. © Enrico Sauda

Im Bethmannhof in der Frankfurter Innenstadt zeigen beim Pop-up-Markt rund 40 Kreative und Designer ihre selbstentworfenen Stücke und Kunstwerke.

Frankfurt – Bunte Baumwollstoffe, die Sabine Schmitt aus Südafrika bezieht, inspirieren sie zu einer Kollektion, die das sommerliche Gefühl des am Kap der Guten Hoffnung gelegenen Landes mit dem Stil europäischer Kleidung vereint. Lange hat Schmitt ein Geschäft für Mode in der Glauburgstraße im Nordend geführt. Dann schloss sie den Laden und zog für vier Jahre nach Südafrika, zusammen mit ihrem Mann, den es aus beruflichen Gründen dorthin verschlug.

Erst im vergangenen Jahr sind sie wieder in die Mainmetropole zurückgekehrt – der Aufenthalt ist für sie auch eine Möglichkeit, sich selbst beruflich noch einmal neu zu orientieren.

Statt erneut ein Geschäft zu eröffnen, in dem sie die Mode anderer verkauft, setzt sie nun ihre eigenen Entwürfe um, mit den besonderen Stoffen, die sie während ihres Aufenthalts in Südafrika entdeckt hat. „Apfelgrün zum Anziehen“ nennt sie ihr Label in Anlehnung an die gleichnamige Boutique, die sie einst im Nordend führte.

Pop-up-Markt in Frankfurt: Rund 40 Kreative und Designer zeigen ihre Mode

An diesem Wochenende gehört sie zu den rund 40 Kreativen, die auf dem „Pop-up Markt – Fashion / Design Made in Frankfurt“ Mode, Kunsthandwerk und Kunst im historischen Bethmannhof präsentieren. Das Angebot wird von handgefertigten Produkten, von Mode und Accessoires wie Schmuck, Ledertaschen, Schals und Mützen bis hin zu Fotografien und digitaler Kunst reichen, sogenannten NFTs.

Sabine Schmitt hat ihr Studio im Ostend im Danzig am Platz und freut sich über die Möglichkeit, an der dreitägigen Veranstaltung teilzunehmen. Initiiert wird die von der Wirtschaftsförderung Frankfurt als Teil des Projekts „Zukunft Innenstadt“, das durch das Land Hessen finanziell gefördert wird. „Es ist eine Gelegenheit für mich, mit meiner Kollektion sichtbar zu sein“, sagt Schmitt.

So wie sie denken auch andere Aussteller. Gerade in der Corona-Pandemie hat sich vieles ins Internet verlagert und besonders kleinere, kreative Labels müssen sich dort erst ihren Platz erobern. Genau das ist die Idee hinter dem Pop-Up-Markt: Zu zeigen, wie viel kreatives Potenzial es in Frankfurt und Umgebung gibt.

Der historische Bethmannhof, unweit von Römer und Paulskirche, steht seit dem Auszug der gleichnamigen Bank seit ein paar Jahren leer und soll sich künftig zu einem festen Ort der Kreativwirtschaft entwickeln.

Öffnungszeiten

Der Pop-up-Markt im Bethmannhof, Bethmannstraße 7, hat am Samstag (19. November) von 12 bis 22 Uhr geöffnet und am Sonntag (20. November) von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Pop-up-Markt in Frankfurt: Besucher und Aussteller miteinander ins Gespräch bringen

Das Konzept der nun realisierten Veranstaltung hat die Künstlerin und Goldschmiedin Lena Grewenig erarbeitet. Innerhalb weniger Wochen hat sie den Pop-up-Markt auf die Beine gestellt. Ihr geht es darum, Besucher und Aussteller miteinander ins Gespräch zu bringen. Auch möchte sie mehr über die Herstellungsprozesse der verschiedenen künstlerischen und kunsthandwerklichen Produkte erfahren – oder die Sachen einfach einmal in die Hand nehmen und schauen, wie sie verarbeitet wurden.

Die keramischen Gefäße von Eva Muellbauer und Franz Ruppert zum Beispiel zeichnen sich besonders durch ihre haptisch komplexe Oberfläche oder ungewöhnliche Farbgestaltungen aus. Sie sind sowohl Kunstobjekte als auch Gebrauchsgegenstand. Das Ehepaar hat seine Keramikwerkstatt in Weibersbrunn im Spessart und nutzt für zahlreiche Objekte einen extra gebauten Holzofen, in dem die keramischen Gefäße rund drei Tage zum Brennen verweilen.

Muellbauer, die in Großbritannien aufwuchs und Kunst am renommierten „Central St. Martins College of Art and Design“ in London studiert hat, entdeckte schon sehr früh ihre Leidenschaft für Keramik, die sie mit ihrem Mann teilt. „Wir arbeiten seit 1984 zusammen“, erzählt sie. Da sie in der Vergangenheit vor allem auf auf Keramik spezialisierten Märkten in Großbritannien, Frankreich und Österreich unterwegs gewesen sind, sei die Veranstaltung im Bethmannhof nun etwas ganz Neues für sie. Wie es laufen wird? Muellbauer ist schon sehr gespannt. (Alexandra Flieth)

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