"Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt", heißt es bei Busch. Wenn die Tante - hier Rosemarie Heilig (l.) - aber Boxen mit Frühstück dabei hat, kommt das nach anfänglichem Zögern doch ganz gut an. FOTO: reuß
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"Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt", heißt es bei Busch. Wenn die Tante - hier Rosemarie Heilig (l.) - aber Boxen mit Frühstück dabei hat, kommt das nach anfänglichem Zögern doch ganz gut an.

Umweltforum Rhein-Main

Mit Vollkornbrot und Karotte ins Schuljahr

  • Holger Vonhof
    VonHolger Vonhof
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Gestern gab's 7200 Bio-Brotboxen für 95 Grund- und Förderschulen - auch in Nied

"Was frühstückt ihr denn so?" fragt die Frau in der grünen Hose die Kinder, die vor ihr auf Bänken auf dem Schulhof sitzen. "Toast!" kräht einer aus der Rasselbande. "Ohne was drauf? Nur Butter? Keinen Honig oder so?" fragt die Frau nach. Ein Mädchen ruft: "Gurke!" Das kann die Frau mit der grünen Hose besser verstehen: "Die mag ich auch!"

Den Kindern der Panoramaschule ist egal, dass die Frau mit der grünen Hose Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) ist. Sehr viel interessanter finden sie - nach anfänglichem Zögern - die quietschgelben Bio-Brotboxen, die jetzt verteilt werden. Darin befinden sich ein Vollkornbrot, eine Karotte, ein Brotaufstrich, Tee, ein Gutscheinheft und der Hinweis auf die "Klimagourmet-Aktion 2021". Rund 7200 solcher Brotboxen sind gestern in 95 Frankfurter Schulen an Erstklässler verteilt worden - gespendet vom Umweltforum Rhein-Main (UFO).

Um die 7200 Boxen zu füllen, haben sich rund 50 Freiwillige am Sonntag in ihrer Freizeit hingestellt und wie am Fließband gearbeitet, zum Teil mehr als 1000 Scheiben Brot pro Person eingewickelt - mit dem Ziel, jeder Erstklässlerin und jedem Erstklässler in Frankfurt einen gesunden Start ins neue Schuljahr zu bescheren.

Rosemarie Heilig ist Schirmherrin der Aktion, die nun bereits schon zum 16. Mal umgesetzt werden konnte - auch mit der Unterstützung lokaler Firmen aus den Bereichen Ernährung und Logistik, denn die Boxen müssen nicht nur gefüllt, sondern auch zu den Schulen transportiert werden. Zur guten Ernährung für Erstklässler gehört auch die Müllvermeidung: Die Brotboxen kann man jeden Tag zu Hause neu füllen, braucht sich sein Frühstück also nicht auf dem Weg zur Schule kaufen und spart Verpackungsmüll ein.

Deswegen unterstützen auch die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH und das Umweltamt die Aktion. Denn nicht nur das Frühstück hat Bio-Qualität: Die Brotbox selbst besteht zu 75 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen und ist vollständig recyclebar. "Gemeinsam mit Berlin sind wir in Frankfurt mit unseren neuen Bio-Brotboxen Vorreiter bei diesem Thema", freut sich Rosemarie Heilig.

Die Boxen sind gestern mit Unterstützung des Logistikers GLS Germany an die Grund- und Förderschulen ausgeliefert worden., alle in der Zeit von 7.30 Uhr bis 10.30 Uhr. Zu den Förderschulen gehört die Nieder Panoramaschule, in der Heilig zu Gast war: "Ich freue mich, dass diese tolle Aktion des Umweltforums Rhein-Main auch in den schwierigen Zeiten von Corona weitergeführt wurde, und ich bin beeindruckt, wie viele Bio-Brotboxen wir in den vergangenen Jahren an Kinder verteilt haben", sagt Rosemarie Heilig.

In den vergangenen 15 Jahren sind es rund 115 000 Boxen gewesen, die vom Umweltforum Rhein-Main gepackt und an die Abc-Schützen verteilt worden sind. Die UFO-Vorstände Hans-Georg Dannert und Eva-Maria Hillmann sowie Projektleiter Axel Wirz bedanken sich ausdrücklich nicht nur bei den Sponsoren, sondern auch bei den vielen freiwilligen Helfern, die auch in diesem Jahr wieder die Packaktion gemeistert haben. Holger Vonhof

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