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Da Eintracht Frankfurt beim Halbfinale des DFB-Pokals im Elf-Meter-Schießen gewann, bat Philip Holzer als Schirmherr der Bolzplatzliga F43 um ein Sieben-Meter-Schießen.

Die Bolzplatzliga beginnt ihre fünfte Saison

Miteinander statt gegeneinander

In der Bolzplatzliga sollen Kinder und Jugendliche lernen, fair miteinander umzugehen und ihren Alltag zu strukturieren. Davon profitieren nicht nur die Spieler.

Wer zu welchem Team gehört, lässt sich beim Saison-Start der Bolzplatzliga F43 erst nach dem Anpfiff erkennen. Vorher sitzen die Kinder und Jugendlichen am Rand des Bolzplatzes im Galluspark zusammen, spielen sich vor den Toren die Bälle zu. Alle laufen durcheinander, mal hier und mal da, egal ob der Gesprächs- oder Spielpartner zwei Köpfe größer oder kleiner ist.

Seit fünf Jahren gibt es die Bolzplatzliga F43 schon, deren Name auf die 43 Frankfurter Stadtteile verweist. Noch sind zwar erst 15 davon vertreten, doch mit 43 Teams sind es 13 Mannschaften mehr als im Vorjahr. Vor allem Kinder zwischen neun und zehn Jahren seien in diesem Jahr dazugestoßen, sagt Denis Bambusek vom Sportkreis Frankfurt. In vier Altersklassen spielen junge Kicker, je nach dem, ob sie unter 11, 13,15 oder unter 18 Jahren alt sind. Fünf gegen fünf heißt es dann auf Kleinfeldern. Jedes Spiel dauert zweimal 15 Minuten.

In diesem Jahr gibt es erstmals auch eine reine Mädchen-Mannschaft. Als Bambusek sie überreden wollte, mitzumachen, hätten sie nur gefragt, ob sie gegen Jungs antreten. „Ihr spielt nur gegen Jungs“, will er gesagt und sie damit sofort überzeugt haben. Bambusek sagt auch, dass die meisten anderen Teams gegen die „Wilden Mädels“, wie sie sich nennen, keine Chance haben werden.

Die meisten Mannschaften entstanden in Kinder- und Jugendeinrichtungen, wie dem Kinderbüro Griesheim oder dem Gallusprojekt vom Sportkreis, wo die Idee für die Liga entstand. Die Fußballer aus dem Gallus wollten neue Gegner, um ihre Fähigkeiten zu testen. Darum brauchte es Kontakt zu Kickern aus anderen Stadtteilen. So friedlich wie sie heute zusammensitzen und -stehen, sei es zwischen den Jugendlichen zu Beginn nicht zugegangen, sagt Enes Colak, der von Anfang an dabei war. „Früher gab es immer Stress zwischen den Stadtteilen. Wir waren ja Konkurrenten“, sagt er. Heute seien die meisten dagegen befreundet.

Das genau sei das Ziel gewesen, sagt Bambusek. Er sehe in der Liga eine Form der pädagogischen Arbeit. Die Kinder sollen lernen, fair miteinander umzugehen und sich mit anderen zu organisieren. „Wer in einer Mannschaft spielt, muss pünktlich zum Spiel erscheinen und auf den Trainer hören“, sagt er. Darum werden die Spieler in der Bolzplatzliga in die Organisation eingebunden. Zum Saison-Start haben sie die Transparente aufgehängt und die Sitzbänke zum Platz getragen. Wenn die Jüngsten aus dem Gallus in einem anderen Stadtteil ein Spiel hätten, begleiteten sie die Älteren, sagt Enes Colak. „Sonst verlaufen sie sich oder ihnen passiert sonst was.“ Für den 17-Jährigen ist es die letzte Saison als Akteur. Im nächsten Jahr ist er volljährig und kann nur noch als Schiri mitmachen.

Wie Ahmet Söylemez vom Gallus-Projektbüro sagt, habe der Fußball nicht nur den Kindern, sondern dem ganzen Stadtteil gut getan. Als er im Jahr 2007 seine sozialpädagogische Arbeit im Galluspark aufgenommen habe, sei es ständig zu Schlägereien und Ärger mit den Nachbarn gekommen. Wollten die Kleinen Fußball spielen, hätten die Älteren sie einfach vertrieben. „Heute spielen sie zusammen.“

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